Sanders Serie hält, Kienle holt Silber

Lionel Sanders bleibt vorläufig das Maß der Dinge auf der Ironman-70.3-Distanz: Auch in St. George konnte sich der Kanadier durchsetzen - und übertrumpfte auf dem Rad selbst Sebastian Kienle. Der freute sich über den zweiten Rang.

Von > | 9. Mai 2016 | Aus: SZENE

Sebastian Kienle - 8. Platz Ironman Hawaii 2015

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Sebastian Kienle fand für die Leistung von Lionel Sanders nur eine Beschreibung: "I think you are some sort of triathlon humanoid", wandte sich der Hawaii-Sieger des Jahres 2014 per Facebook augenzwinkernd an den Kanadier, der in St. George auch sein neuntes 70.3-Rennen in Folge gewann. Ein "menschenähnliches Wesen" ist dieser Lionel Sanders also. Und zwar eines, das außergewöhnlich schnell Radfahren und Laufen kann.

Sanders und Kienle fahren davon

Nur im Wasser hakt es bei dem Kanadier noch: In St. George verlor Sanders in der Auftaktdisziplin rund zwei Minuten auf Sebastian Kienle, der seinerseits rund zweieinhalb Minuten hinter der Spitzengruppe um Brent McMahon (CAN), Michael Raelert und Timothy O'Donnell (USA) auf die Radstrecke startete. Danach aber sorgten Kienle und Sanders für klare Verhältnisse: Kienle fuhr den Kurs drei Minuten schneller als jeder seiner Konkurrenten - wäre da nicht dieser Lionel Sanders gewesen. Der fuhr nämlich sogar noch einmal zweieinhalb Minuten schneller als Kienle und wechselte in Führung liegend auf die Laufstrecke, wo er auch gleich die zweite Bestzeit des Tages nachlegte und das Rennen, in das zugleich die nordamerikanischen Meisterschaften integriert waren, deutlich gewann. Ihm folgte mit drei Minuten Rückstand Kienle, der seinen Vorsprung auf die Verfolger auf der Laufstrecke sogar noch etwas ausbauen konnte und somit den zweiten Platz souverän verteidigte. "Natürlich hätte ich sehr gerne gewonnen, aber zumindest weiß ich, dass ich mich auf einem sehr guten Weg befinde. Das Training in den letzten vier Wochen war top, auch wenn es noch einiges zu tun gibt", urteilte Kienle.

Dritter wurde der Australier Joe Gambles. Michael Raelert startete zwei Minuten nach Kienle auf die Halbmarathonstrecke und musste sich mit dem achten Rang begnügen. "Schon auf dem Rad habe ich gespürt, dass mir das gewisse Extramoment fehlt, das man in solchen Rennen einfach abrufen können muss", sagte Raelert. "Es reicht nicht das beste Material zu benutzen, das härteste Training durchgestanden zu haben und dem Erfolg alles konsequent unterzuordnen, wenn der Kopf nicht mitmacht. Ich werde versuchen meine Lieben noch stärker mit einzubinden. Meine heutige Erkenntnis lautet: Triathlon ist gar kein Individualsport."

Ironman 70.3 St. George | Männer

  1. Mai 2016, St. George (USA)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

1

Lionel Sanders

CAN

3:48:18

27:39

2:03:57

1:13:30

2

Sebastian Kienle

GER

3:51:10

25:45

2:06:30

1:15:49

3

Joe Gambles

AUS

3:53:26

24:48

2:09:29

1:16:04

4

Kevin Collington

USA

3:54:40

24:51

2:09:36

1:17:23

5

Brent McMahon

CAN

3:54:46

23:18

2:12:36

1:15:57

6

Trevor Wurtele

CAN

3:56:00

25:41

2:10:29

1:16:59

7

Cody Beals

CAN

3:56:37

25:48

2:12:42

1:15:14

8

Michael Raelert

GER

3:57:57

23:12

2:11:02

1:20:52

9

Timothy O'Donnell

USA

3:59:07

23:11

2:12:11

1:20:34

10

Cameron Dye

USA

3:59:23

23:09

2:11:36

1:21:20

Swipe me

Wurtele entscheidet es beim Laufen

Auch auf Seiten der Frauen behielt eine Kanadierin die Oberhand: Heather Wurtele setzte sich in einer knappen Entscheidung auf der Laufstrecke gegen die Britin Holly Lawrence durch, nachdem dieses Duo sich auf dem Rad zusammen mit Meredith Kessler (USA) von den übrigen Konkurrentinnen gelöst hatte. Kessler beendete den Wettkampf auf dem dritten Rang. Die Australierin Mirinda Carfrae konnte nur beim Laufen überzeugen und wurde mit 17 Minuten Rückstand auf die Siegerin Wurtele Achte.

Ironman 70.3 St. George | Frauen

  1. Mai 2016, St. George (USA)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

1

Heather Wurtele

CAN

4:16:48

27:59

2:22:33

1:22:55

2

Holly Lawrence

GBR

4:18:04

26:28

2:24:22

1:24:00

3

Meredith Kessler

USA

4:22:02

26:27

2:24:50

1:27:16

4

Magali Tisseyre

CAN

4:24:36

26:37

2:26:43

1:27:47

5

Ellie Salthouse

AUS

4:26:52

26:30

2:31:39

1:25:08

Swipe me