Schnappt sich Raelert den Freiflug nach Hawaii?

Zwei Wochen nach seinem überzeugenden Auftritt beim Ironman 70.3 St. George greift Andreas Raelert am Samstag nach dem Ticket zum Ironman Hawaii. Für den Big Point muss der Rostocker beim Ironman Texas unter anderem die US-Amerikaner Jordan Rapp und Ben Hoffman, den Schweizer Ronnie Schildknecht und den unberechenbaren Langdistanz-Neuling Lionel Sanders aus Kanada von den hügeligen Wegen in The Woodlands räumen.

Von > | 13. Mai 2015 | Aus: SZENE

Ironman 70.3 Mallorca 2014 - 02 | mallorca

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Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Mit einem Sieg in Texas - es wäre sein vierter in der Ironmanserie nach Tempe 2008, Frankfurt 2010 und Klagenfurt 2013 - könnte sich Andreas Raelert auf einen Schlag aller Qualifikationssorgen entledigen und entspannt für die Ironman-WM im Oktober planen. Denn der Sieger der North American Championship bekommt den Startplatz für Hawaii - egal wie viele Punkte er bisher im Kona Points Ranking gesammelt hat. Und der Rostocker scheint in guter Verfassung zu sein. Beim stark besetzten Ironman 70.3 St. George lief er den Halbmarathon vor knapp zwei Wochen schneller als Sieger Tim Don und alle anderen im Feld. Wenn der Formaufbau gepasst hat, wird Raelert in den Laufschuhen nicht zu stoppen sein. Es kommt für den 38-Jährigen also darauf an, beim Schwimmen und Radfahren in Schlagdistanz zur Konkurrenz zu bleiben. Doch die hat es in sich.

Viele Hochkaräter, eine Wundertüte

Mit Startnummer 1 geht der US-Amerikaner Jordan Rapp auf die Jagd nach dem "Freiflug" Richtung Kailua-Kona. Ein schlagkräftiges US-Quartett komplettieren der Zweite der Ironman-WM von 2014, Ben Hoffman, sowie Matthew Russell und Justin Daerr, die sich vergangenen Jahr in Texas nur dem Neuseeländer Bevan Docherty geschlagen geben mussten. Dazu kommen starke Schwimmer wie der Franzose Jeremy Jurkiewicz und Aussie Todd Skipworth, der hochmotivierte Schweizer Ronnie Schildknecht, die Laufraketen Matt Hanson (USA) und Victor del Corral aus Spanien sowie Allrounder Chris McDonald (AUS). Auch Faris Al-Sultan hat für das Rennen in der Metropolregion Houston gemeldet. Der Münchner will noch einmal nach Hawaii - sich versöhnlich von Kona verabschieden, wie er selbst sagt. Im Gegensatz zu Raelert setzt er eher auf den Ironman Switzerland in Zürich. In Texas will sich der 37-Jährige aber zumindest eine gute  Ausgangsposition, also möglichst viele Punkte im Kona Points Ranking, sichern. Als großer Unbekannter hat sich ein junger Kanadier unter die 32 gemeldeten Profimänner gemischt. Und Lionel Sanders hat Raelert auch schon einmal bezwungen. Im September 2013 überraschte der 27-Jährige nicht nur den Deutschen, sondern die gesamte Triathlonwelt. Seit dem Sieg beim Ironman 70.3 Muskoka fuhr Sanders vier weitere 70.3-Erfolge - darunter den beim Ironman 70.3 Texas Ende April - ein. Dazu gewann er im November 2014 den Ironman Florida, der wegen zu starkem Wind allerdings nur aus Radfahren und Laufen bestand. Wenige Wochen zuvor war er in Mont Tremblant als Vierter nur knapp am Podium der Ironman 70.3 World Championship vorbeigeschrammt. Dabei hatte er sich beim Laufen noch vom 14. Platz nach vorn geschoben und unter anderem Nils Frommhold, Bart Aernouts und Terenzo Bozzone "stehen gelassen".

Glückt Cave der Befreiuungsschlag?

Auch im Rennen der Frauen geht es in The Woodlands um ein "Freilos" für den Ironman Hawaii 2015. Kein Wunder also, dass 27 Profis gemeldet haben, von denen zumindest zehn in den Kampf um den Sieg eingreifen können. So gut wie sicher qualifiziert sind die Britin Rachel Joyce und Heather Wurtele aus Kanada. Beide brauchen das Rennen "nur" ins Ziel bringen und können demzufolge ohne den ganz großen Druck auf die schweren 226 Kilometer gehen. Gleiches gilt für die Ironmanweltmeisterin von 2012, Leanda Cave (GBR), die im Kona Points Ranking derzeit zwar nur auf dem 58. Platz liegt - durch ihren Sieg vor zweieinhalb Jahren aber nur ins Ziel kommen muss. Punkte brauchen dagegen Vorjahressiegerin Kelly Williamson (USA), deren Landsfrauen Heather Jackson und Linsey Corbin, sowie die amtierende Ironman-Europameisterin Corinne Abraham (GBR). Mit Außenseiterchancen gehen die Belgierin Sofie Goos, Sarah Piampiano (USA) und Angela Naeth (CAN) an den Start. Die deutschen Farben vertritt die Bautzenerin Katharina Grohmann.