Ironman 70.3 Antwerpen Schwarz-Rot-Gold statt Schwarz-Gold-Rot?

Langstrecke | 19. Juli 2012
Der Ironman 70.3 Antwerpen ist ein Rennen für Serientäter. Doch zumindest nach dem Wettkampf der Frauen wird am Wochenende ein neuer Name in der Siegerliste stehen - vielleicht ein deutscher.
Schwarz-Gold-Rot prangen die hochkant gestellten Streifen auf der belgischen Flagge. Die Farben stimmen also bereits, nur an ihrer Anordnung und Abfolge könnte man aus Sicht der deutschen Triathlonprofis noch ein wenig arbeiten. Doch das bedeutet 113 Kilometer harter Sonntagsarbeit für die deutschen Gastarbeiter beim Ironman 70.3 Antwerpen.

Antwerpen-Spezialist Aernouts zum Dritten?

Und ob die am Ende tatsächlich von Erfolgen gekrönt sein wird, ist völlig offen. Denn der Ironman 70.3 Antwerpen, so scheint es, ist ein Wettkampf, der nicht jedem liegt: Seit 2006 wird dieses Rennen ausgetragen, nur drei verschiedene Sieger hat es bei den Männern in diesen sechs Jahren gesehen. Dreimal gewann der Belgier Marino Vanhoenacker (2007 bis 2009), zwei Mal sein Landsmann Bart Aernouts – und der 28-jährige Aernouts, Sieger unter anderem auch der 70.3-Rennen in Syracuse und in den Pocono Mountains sowie Zweiter des Ironman 70.3 Switzerland hinter Michael Raelert, brennt darauf, einen weiteren Sieg in diese Reihe von Erfolgen einzubauen. Konkurrenz bekommt er dafür auch aus der eigenen Heimat: Unter anderem Bert Jammaer, Gert Janssens und sogar der mittlerweile 43-jährige Luc van Lierde haben sich für das Rennen in Antwerpen angekündigt, außerdem der Russe Stanislav Krylov, ein herausragender Schwimmer. Sowie: sechs Deutsche.
Die größten Chancen der sechs gemeldeten Profis aus Deutschland hat wohl Markus Fachbach – falls er sich bereits vom Ironman in Klagenfurt vor drei Wochen erholt hat. Dort wurde Fachbach Elfter, nachdem er in der zweiten Hälfte des Marathons alles riskiert hatte, „um nicht ein weiteres Mal auf Platz vier oder fünf zu enden“, wie er auf seiner Homepage erklärt. Zumindest in Antwerpen ist ihm das schon gelungen: Auch im Vorjahr startete er dort, damals zur Vorbereitung auf den Ironman Regensburg, und lief auf den dritten Platz. Johann Ackermann, Christian Jais, Marcel Bischof und Markus Thomschke, Zweitplatzierter beim Ironman 70.3 UK dieses Jahres, komplettieren das Feld der Deutschen, die fast ein Fünftel der gesamten Männer-Profistartliste füllen. Auch der Kölner Till Schramm wird dort geführt, ist aber zeitgleich auch beim Ironman UK gemeldet.

6 aus 17

Noch deutlich höher, nämlich bei über einem Drittel, liegt der Anteil der deutschen Damen im Profirennen. Insgesamt 17 Athletinnen haben sich dort in die Startliste eintragen lassen – und gleich sechs davon stammen aus dem Land, in dem auf der Flagge der rote vor dem goldenen Streifen positioniert ist: Die auch als Duathletin erfolgreiche Jenny Schulz, Dana Wagner, Nicole Woysch, Susan Dietrich, die ursprünglich aus Österreich stammende Christine Grammer und Kathrin Mannweiler haben sich für den Ironman 70.3 Antwerpen angekündigt. Und auch bei ihnen gehen einige womöglich noch etwas müde ins Rennen: Dana Wagner wurde vor drei Wochen Vierte beim Ironman in Klagenfurt, Susan Dietrich belegte den gleichen Platz beim Ironman Germany in Frankfurt – und rangiert deshalb derzeit auf Platz 24 im Kona Pro Ranking. Am 29. Juli wird dort zum ersten Mal ein Schnitt vorgenommen, die 25 bestplatzierten Damen erhalten dann ihre Tickets nach Hawaii. Die gerade einmal bis zu 500 Punkte, die es in Antwerpen zu holen gibt, könnten vor diesem Stichtag also noch einmal wichtige Nervennahrung für Dietrich und ihr Punktekonto werden.
Auch aus der Schweiz hat sich eine Dame für das Rennen angemeldet – und sollte sie tatsächlich antreten, dann dürfte wohl kein Kraut gegen sie gewachsen sein: Nicola Spirig steht auf der Startliste des Veranstalters. Ob sie den Trip nach Belgien zwei Wochen vor den Olympischen Spielen, bei denen Spirig die Goldmedaille anpeilt, tatsächlich auf sich nimmt, ist aber unklar. Gar nicht erst gemeldet hat sich dagegen die Belgierin Sofie Goos, die das Rennen in seinen letzten drei Auflagen gewann. Um ihre Nachfolge streiten sich neben den sechs Deutschen unter anderem Helen Bij de Vaate (NED) und die Kanadierin Samantha McGlone.