Sebastian Kienle ist Ironman-Weltmeister, Jan Frodeno Dritter

Sebastian Kienle hat in beeindruckender Manier den Ironman Hawaii gewonnen. Hinter dem US-Amerikaner Ben Hoffmann erkämpfte sich Jan Frodeno bei seinem Hawaii-Debüt den dritten Platz. Nils Frommhold komplettierte das starke deutsche Ergebnis als Sechster.

Von > | 12. Oktober 2014 | Aus: Szene

Sebastian Kienle

Sebastian Kienle ist Ironman-Weltmeister!

Foto > Nis Sienknecht / spomedis

Sebastian Kienle hat sich auf Big Island nach dem Titelgewinn bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt auch den Weltmeisterkranz beim Ironman Hawaii geholt. In einem Rennen, dass der 30-Jährige früh an sich riss und nicht wieder hergab. Beim Schwimmen hatte Kienle zwar seine auf Hawaii üblichen dreieinhalb Minuten Rückstand kassiert, doch in diesem Jahr befand er sich dabei in guter Gesellschaft. Mit dem Belgier Marino Vanhoenacker, Cyril Viennot aus Frankreich, dem Vorjahreszweiten Luke McKenzie und besonders mit seinem Landsmann Maik Twelsiek machte sich Kienle sofort auf die Verfolgung einer Spitzengruppe, in der mit Jan Frodeno, Andreas Raelert und Nils Frommhold weitere drei Deutsche gut platziert waren.

Frodeno im Pech

Besonders Jan Frodeno zeigte bei seinem Hawaiidebüt wenig Respekt vor großen Namen. Beim Schwimmen ließ der Olympiasiger von 2008 nur den US-Amerikaner Andy Potts vor, um dann auf dem Rad nach der nervösen Anfangsphase sogar die Führung zu übernehmen. Doch wie bei seiner Langdistanzpremiere beim Ironman Frankfurt, schlug auch auf Hawaii die Defekthexe zu. In Führung liegend musste Frodeno auf dem Queen K Highway plötzlich rechts ran fahren. Zum Glück für den 33-Jährigen fuhr direkt neben der Führungsgruppe das neutrale Materialfahrzeug und so wechselte Frodeno schnell das Vorderrad und konnte sich wieder an die Gruppe heran kämpfen. Später bekam Frodeno nach einem Überholvorgang allerdings eine Vier-Minuten-Zeitstrafe, die ihn erneut zurück warf.

Starykowicz attackiert, Kienle und Twelsiek kontern

Ganz vorn setzte sich auf dem Rad schnell derjenige an die Spitze, von dem das ohnehin alle erwartet hatten: Andrew Starykowicz legte rasch eine Minute zwischen sich und die Spitzengruppe. An der allerdings waren die beiden Deutschen Sebastian Kienle und Maik Twelsiek von hinten kommend schon auf dem Highway vorbei gerast. Noch im langgezogenen Anstieg in Richtung des Wendepunkts in Hawi hatten sie den Flüchtling gestellt und übernahmen bei starken Seitenwinden die Spitze. In fairem Abstand zueinander wechselten sich die beiden auf dem Rückweg immer wieder ab, bis Kienle irgendwann noch einen Gang hochschaltete und die zweite Wechselzone mit über drei Minuten Vorsprung erreichte. Hinter ihm nahmen nach Twelsiek die beiden Belgier Marino Vanhoenacker und Frederik Van Lierde und der Überraschungsmann des Tages, Ben Hoffmann aus den USA, die Laufstrecke in Angriff.

Kienle souverän, Raelert leidet

Kienle legte auf den ersten welligen Kilomnetern auf dem Alii Drive ein so hohes Tempo vor, dass sein Trainer Lubos Bilek ihn immer wieder bremsen musste. Nur ein einziger Läufer machte auf dem ersten Streckenviertel Zeit gut auf Kienle: Andreas Raelert lief kontrolliert, aber schnell an, musste das Rennen um das Podest aber nach der Halbmarathonmarke mit starken Magenprobleme beenden und wanderte ins Ziel. Denn noch ein Rennen aufgeben wollte der Rostocker nicht. Was noch möglich gewesen wäre, zeigte Frodeno, der das Rennen im Kopf nach großem Rückstand nach dem Radfahren bereits abgehakt hatte. Um dann doch immer weiter nach vorn zu kommen. Plötzlich war der dritte Platz wieder möglich. Auch, weil der Titelverteidiger Van Lierde, der lange Kienles härtester Verfolger war, Probleme bekam und Gehpausen einlegen musste. Nun war sogar Rang zwei in Sichtweite.

Kienle kämpft sich zur Krone

Gegen einen souverän agierenden Kienle allerdings war kein Kraut gewachsen. Hinter dem neuen Ironman-Weltmeister rettete sich Hoffman nach Platz 15 im Vorjahr als Zweiter ins Ziel. Und Frodeno war plötzlich wieder im Rennen um das Podest, das er vor den US-Amerikaner Andy Potts und Cyril Viennot aus Frankreich für sich entschied. Mit einem beherzten Auftritt erreichte Nils Frommhold bei seiner Hawaii-Premiere einen starken sechsten Platz. Maik Twelsiek musste beim Marathon zwar noch einige Konkurrenten ziehen lassen, belohnte sich aber für seine gute Radleistung mit dem elften Platz. Boris Stein und Christian Brader erreichten beim Rennen des Jahres die Ränge 20 und 28. Bester Schweizer wurde Ronnie Schildknecht als 12., der Österreicher Michael Weiss kam als 16. zurück ans Pier.

Ironman World Championship

  1. Oktober 2014, Kailua-Kona/Hawaii (USA)

Name Nation Gesamt 3,86 km Swim 180 km Bike 42,195 km Run

1

Sebastian Kienle

GER

8:14:18

54:38

4:20:46

2:54:36

2

Ben Hoffman

USA

8:19:23

51:20

4:32:20

2:51:25

3

Jan Frodeno

GER

8:20:32

50:56

4:37:19

2:47:46

4

Andy Potts

USA

8:21:38

50:56

4:36:56

2:48:18

5

Cyril Viennot

FRA

8:22:19

54:32

4:31:18

2:51:55

6

Nils Frommhold

GER

8:22:29

51:14

4:34:11

2:52:45

7

Tim Van Berkel

AUS

8:23:26

51:21

4:36:45

2:50:53

8

Frederik Van Lierde

BEL

8:24:11

51:03

4:32:17

2:56:21

9

Bart Aernouts

BEL

8:28:28

55:43

4:37:47

2:50:12

10

Romain Guillaume

FRA

8:30:15

51:08

4:34:23

2:59:58

11

Maik Twelsiek

GER

8:31:06

54:38

4:24:03

3:07:20

12

Ronnie Schildknecht

SUI

8:33:35

55:39

4:38:09

2:54:54

16

Michael Weiss

AUT

8:38:27

1:00:52

4:33:55

2:58:35

20

Boris Stein

GER

8:40:42

1:01:52

4:36:43

2:57:54

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