Servus! Faris Al-Sultan will nicht mehr

Faris Al-Sultan macht Schluss. Genau zehn Jahre nach seinem Sieg beim Ironman Hawaii kündigte der Münchner in einem Interview an, sich noch in dieser Saison aus dem Profitriathlon zurückzuziehen. Seine Pläne, noch einmal in Kona zu starten, hat er verworfen. Zuletzt hatte der 36-Jährige immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Das frühzeitige Aus beim Ironman Texas gab nun offenbar den Ausschlag, den Schlussstrich zu ziehen.

Von > | 19. Mai 2015 | Aus: SZENE

Cannes Triathlon 2015 - Pre Race 05 | Cannes International Triathlon 2015

Cannes International Triathlon 2015

Foto >Jan Sägert / spomedis

Drei Jahre wolle er noch Wettkämpfe machen. Sich im Oktober 2015 versöhnlich vom Ironman Hawaii verabschieden. Das hatte Faris Al-Sultan am Tag nach dem Canne Triathlon Mitte April im Interview mit tri-mag.de angekündigt. Dass es nun - vier Wochen danach doch ganz anders kommt - hat er damals wohl selbst nicht geahnt. Schon während des Ironman Texas am vergangenen Sonntag wollten Spotter an der Strecke gehört haben, dass der Münchner mit den irakischen Wurzeln seine Karriere an dieser Stelle beenden werde. In einem Interview mit Triathlon-Kultmoderator Bob Babbitt bestätigte der 36-Jährige nun diese Gerüchte. Zehn Jahre nach seinem größten Erfolg, dem Sieg bei den Ironmanweltmeisterschaften auf Hawaii, zieht Faris Al-Sultan den Schlussstrich. Nach mehr als 30 Langdistanzen, einem EM-Titel, dem Sieg beim Kultrennen auf Lanzarote, vier weiteren Ironmantiteln, zwei zweiten Plätzen bei der Challenge Roth und unzähligen weiteren Podiumsplätzen.

"Ich hatte zuletzt so viele schlechte Rennen. Gestern kam ich an den Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich ein weiteres nicht verkrafte."

Angst vor dem Marathon

"Ich hatte diese drei goldenen Jahre", so Al-Sultan im Interview mit Bob Babbitt am Tag nach dem Ironman Texas über seine erfolgreichste Zeit zwischen 2004 und 2006. Danach habe er ein Tief erlebt, aus dem er sich selbst herausgearbeitet habe. "Dann war es nicht mehr magisch, aber ich hatte immer noch gute Ergebnisse", erinnert er sich. Später habe er sich zunehmend mit Verletzungen herumschlagen müssen. "In den letzten zwei Jahren hatte ich mehr mit Verletzungen zu tun als mit meinem Training." Entsprechend ernüchternd waren auch die Resultate, die er von seinen Rennen mit nach Hause brachte. Seinen letzten großen Sieg feierte er am 18. Mai 2013 beim Ironman Lanzarote. Auf den Tag genau zwei Jahre danach verlässt Al-Sultan die Triathlonbühne. Final ausschlaggebend war offenbar das Rennen am vergangenen Wochenende, bei dem er die Basis für seinen letzten Hawaiistart hatte legen wollen. Schon auf den ersten Radkilometern habe er Schmerzen in der hinteren Oberschenkelmuskulatur gehabt, so der junge Familienvater. Dennoch kämpfte sich Al-Sultan über die schweren 180 Radkilometer zum zweiten Wechsel. Doch schon währenddessen entschloss er sich, das Rennen nicht zu beenden. "Der Gedanke, nach dem Radfahren noch einen Marathon laufen zu müssen, hat mir Angst gemacht. Ich hatte keine Lust mehr auf diese Schmerzen", gab er zu. Mit dem Ausstieg waren auch die Chancen, sich noch einmal für Hawaii zu qualifizieren so gut wie dahin.

Abschied in Ingolstadt

Doch Al-Sultan verlässt die Bühne nicht ohne Abschiedstour. Aufgrund einiger Sponsorenverpfichtungen wird er im Sommer noch einige Rennen über kürzere Distanzen bestreiten. Darunter den Triathlon Ingolstadt am 14. Juni. Für das Rennen in der Audi-Stadt gibt es noch Startplätze. Wer Al-Sultan bei einem seiner letzten Rennen als Profi erleben will, kann sich noch bis zum 31. Mai anmelden (www.triathlon-ingolstadt.de). Danach könnte er sich voll und ganz seinem Sohn Jasim widmen, der erst vor ein paar Wochen seinen ersten Geburtstag feierte. Konkret hat sich Hawaiichampion von 2005 noch nicht zu seiner Zukunft geäußert.