Snow siegt beim Showdown von Nizza

Nach einer packenden Marathonschlacht hat die Vorjahreszweite Caitlin Snow den Ironman France für sich entschieden. Die 33-jährige US-Amerikanerin setzte sich am Ende mit nur 70 Sekunden Vorsprung vor ihrer Landsfrau Lisa Roberts und einer Außenseiterin aus dem Feld der Agegrouper durch.

Von > | 28. Juni 2015 | Aus: SZENE

Caitlin Snow - Ironman France 2015 | Caitlin Snow - Ironman France 2015

Caitlin Snow - Ironman France 2015

Foto >Robbie Little / FinisherPix.com

Alles, nur kein Déjà-vu, mag sich Caitlin Snow auf den letzten Kilometern des Ironman France 2015 gedacht haben. Von hinten drängte ihre Landsfrau Lisa Roberts, und irgendwie erinnerte Snow das ganze Geschehen ans Vorjahr. Damals waren die Vorzeichen zwar umgekehrt, da Snow selbst von hinten gedrückt hatte, aber der Ausgang, der war 2014 eben nicht so wie erhofft: Snow hatte sich auf der Promenade des Anglais am Ende um 41 Sekunden der Belgierin Tine Deckers geschlagen geben müssen.

Dieses Mal legte Caitlin Snow beim Showdown auf dem Vier-Runden-Laufkurs im entscheidenden Moment den Schalter um. Lisa Roberts drängte, und sie hielt massiv dagegen. 70 Sekunden entschieden nach knapp neuneinhalb Stunden in Nizza schließlich über Sieg und Niederlage. Und Snow kam auf dem Platz an, an dem sie am Morgen beim Schwimmen schon die Akzente gesetzt hatte.

Collonge von vorn, Snow lauert

Nach 57:43 Minuten war Snow aus dem Wasser gekommen – mit der Französin Jeanne Collonge im Schlepptau. Als Einheimische hatte die Vorjahres-Sechste damit nicht nur die Fans auf ihrer Seite, sondern auch das große Plus einer ausgezeichneten Streckenkenntnis. Prompt setzte sich Collonge auf dem Velo ebenso in Szene wie ihr Lebenspartner Romaine Guillaume im Männerrennen. Bereits in der ersten Wechselzone stürmte sie an die Spitze und behielt diese für einige Stunden inne. Bis zu fünf Minuten Vorsprung fuhr Collonge auf dem anspruchsvollen Kurs heraus. Nach 150 Kilometern war sie klar in Front. Doch bereits auf den letzten Radkilometern bröckelte ihr Vorsprung. In den Marathon startete sie schließlich etwas mehr als vier Minuten vor der laufstarken Caitlin Snow. Aufgrund eines erwartet schwächeren Schwimmens lag die beste Radfahrerin im Feld, Emma Pooley, zu diesem Zeitpunkt immer noch gut neun Minuten zurück. Die ehemalige Zeitfahr-Weltmeisterin und Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2008 legte in 5:16:34 Stunden zwar die beste Radzeit vor, doch der Abstand nach vorn war gerade gegenüber Snow bereits (zu) groß.

Im Marathon konnte Collonge nur kurz für Begeisterung unter den Zuschauern am Streckenrand sorgen, dann wurde sie von Snow förmlich aus dem Weg geräumt. Kurz nach dem ersten Wendepunkt der Laufstrecke bekam die Französin in der Mittagshitze Probleme, nach rund sieben Kilometer übernahm Snow die Führung und spulte ihr Tempo souverän herunter. Für die erste Hälfte brauchte sie nur 87 Minuten, Lisa Roberts machte dahinter aber noch mehr Alarm. Ihre Halbmarathonzeit: 1:25:26 h. „Sie hat mich unheimlich unter Druck gesetzt“, sagte Snow später. Beim Schwimmen hatte sich Roberts am Morgen fast sechs Minuten Rückstand eingehandelt, danach aber sukzessive Sekunde um Sekunde wettgemacht. Angesichts der äußeren Bedingungen durfte sie sich am Ende vor allem für die beste Laufzeit feiern lassen.

Snow entkommt Jägerin Roberts

Während Jeanne Collonge das Rennen nicht beenden konnte, lief Caitlin Snow mit dem Druck der von hinten heranstürmenden Landsfrau Lisa Roberts voller Anspannung über die Promenade des Anglais und in 9:24:50 zum Sieg. 70 Sekunden später machte Roberts den US-Doppelsieg klar. Dahinter sorgte vor allem eine Altersklassen-Athletin für Furore. Die Französin Lina Guinoiseau belegte nach dem fünften Platz im Vorjahr in der Gesamtabrechnung dieses Mal sogar den dritten Rang. In 9:43:09 Stunden war sie im Schlussspurt rund 30 Sekunden schneller als Emma Pooley.

Ironman France | Frauen

  1. Juni 2015, Nizza (FRA)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Caitlin Snow

USA

9:24:50

57:43

5:21:59

2:58:26

2

Lisa Roberts

USA

9:26:00

1:03:40

5:21:07

2:54:45

3

Linda Guinoiseau

FRA

9:43:09

1:01:06

5:23:37

3:11:32

4

Emma Pooley

GBR

9:43:48

1:06:40

5:16:34

3:12:35

5

Stéphanie Reymond

FRA

10:01:21

1:05:46

5:26:01

3:22:12

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