Nächster Anlauf: Die Plätze zwei und drei kennt Timo Bracht schon. 2013 will er die Challenge Roth endlich auch gewinnen.

Frank Wechsel / spomedis

Timo Bracht vor dem Start der Challenge Roth 2012
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Hawaii-Revanche in Roth? Steffen fordert Cave, Bracht trifft auf Bockel

Langstrecke | 15. Februar 2013
Fast auf den Tag genau fünf Monate vor dem Startschuss zur Challenge Roth hat Felix Walchshöfer auf einer Pressekonferenz die letzten Geheimnisse um das Profistartfeld gelüftet. Größte Überraschung: Die Schweizerin Caroline Steffen wird am 14. Juli ihr Debüt in Franken feiern - und bekommt es dabei unter mit Hawaiichampion Leanda Cave und Titelverteidigerin Rachel Joyce zu tun. Bei den Männern startet Timo Bracht einen neuen Anlauf auf den ersten Roth-Sieg.
Nach drei Jahren Frankfurt - mit zwei EM-Titeln im Ironman - sucht Caroline Steffen 2013 offenbar eine neue Herausforderung. Und das ist weniger sportpolitisch, sondern durchaus sportlich gemeint. Denn neben der starken Schweizerin konnte Challenge-Familienoberhaupt Felix Walchshöfer drei weitere Athletinnen mit Weltklasseformat in sein fränkisches Triathlon-Wohnzimmer locken. Über allen thront die amtierende Ironman- und Ironman-70.3-Weltmeisterin Leanda Cave, die Steffen den ersehnten Titel im vergangenen Oktober auf den letzten Laufkilometern noch abjagen konnte. Die könnte am 14. Juli für den fünften britischen Sieg in Serie sorgen. Gleiches gilt für Rachel Joyce, die Siegerin von 2012. Dies und den ersten Sieg einer Schweizerin wollen zwei deutsche Profis verhindern: Die Hawaii-Vierte Sonja Tajsich wird ganz sicher nicht nach Roth kommen, um zum zweiten Mal hintereinander Zweite zu werden. Und auch Julia Gajer weiß, wie es sich anfühlt, als einer der besten Drei von tausenden Zuschauern durchs Rother Triathlonstadion gepeitscht zu werden. Yvonne van Vlerken hat sogar schon zwei Roth-Siege (2007 und 2008) auf ihrem Konto. Nach vier Jahren Pause kehrt die Niederländerin mit österreichischem Pass an den Ort zurück, wo sie 2008 in 8:45:48 Stunden die Langdistanzbestmarke von Paula Newby-Fraser knackte.
Die Roth-Sieger der letzten Jahre
 
2012: Rachel Joyce (GBR), James Cunnama (RSA)
2011: Chrissie Wellington (GBR), Andreas Raelert (GER)
2010: Chrissie Wellington (GBR), Rasmus Henning (DEN)
2009: Chrissie Wellington (GBR), Michael Göhner (GER)
2008: Yvonne van Vlerken (NED), Patrick Vernay (FRA)
2007: Yvonne van Vlerken (NED), Chris McCormack (AUS)
2006: Joanna Lawn (NZL), Chris McCormack (AUS)
Ironman-Weltmeister und Roth-Liebling Pete Jacobs steht 2013 nicht am Start. Und so könnte man meinen, dass der Sieg in einem Dreikampf zwischen Titelverteidiger James Cunnama, dem Vorjahreszweiten Timo Bracht und dem Wahl-Luxemburger Dirk Bockel ausgefochten wird. Doch Walchshöfer und sein Team haben noch etwas Kurzdistanz-Würze ins Profifeld der Männer gemischt. Der zweifache Olympiateilnehmer und WM-Dritte von 2009, Maik Petzold, traut sich auf die 226 Kilometer. Zum ersten Mal. Auch wenn der Bautzener mangels Erfahrung nicht mit den großen Siegambitionen ins Rennen gehen wird - eine Bereicherung ist er allemal. Wie man sein Langdistanzdebüt gewinnt, hat ihm sein ehemaliger DTU-Teamkollege Nils Frommhold vorgemacht. Der Potsdamer, der im November beim Ironman Arizona, nicht nur seine Konkurrenten sondern auch sich selbst überrascht hatte, wird ebenfalls zum ersten Mal in Roth an den Start gehen. Das Roth-Debüt von Altmeister Cameron Brown liegt schon fast zwölf Jahre zurück, doch gewonnen hat der 40-Jährige den Klassiker im fränkischen Mekka noch nicht. Und angesichts der Konkurrenz, die ihn in fünf Monaten am Main-Donau-Kanal erwartet, käme der Sieg für den Kiwi einer Sensation gleich.

Neue Rot-Grüne-Koalition

Doch Steffen, Bockel, Petzold und Frommhold sind nicht nicht die einzigen Neulinge, wenn im Sommer zum zwölften Mal der Startschuss zur Challenge Roth fällt. Drei Jahre nach dem Ausstieg von Hauptsponsor Quelle präsentierte TeamChallenge-Geschäftsführer Walchshöfer am Mittag mit DATEV einen neuen Titelsponsor für das Premiumrennen seiner Serie. Mindestens drei Jahre soll die Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Softwarehaus dauern.

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