Caroline Steffen gewinnt den Ironman Germany 2012

Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Caroline Steffen gewinnt Ironman Germany 2012
Bilder 1/1

Ironman-EM Steffen siegt, Beranek starke Zweite

Langstrecke | 8. Juli 2012
Caroline Steffen hat bei den Ironman-Europameisterschaften in Frankfurt ihren Titel verteidigt. Dabei musste sich die Schweizerin aber gehörig strecken, um Anja Beranek aus Fürth hinter sich zu lassen.
Als Titelverteidigerin geht man ja immer mit guten Erinnerungen in ein Rennen - eigentlich. Denn Caroline Steffen wird in ihrem Triathlonleben wohl selten so gelitten haben wie bei ihrem Sieg in Frankfurt 2011. Wankend schleppte sich die ausgepumpte und im kalten Regen ans Ende ihrer Kräfte gekommene Schweizerin damals ins Ziel, sackte dort zusammen. Und so ganz konnte sich Steffen in diesem Jahr von diesem Deja-vu-Gefühl nicht lösen - allein schon wegen des Wetters beim Radfahren.

Stevens krault zum Rekord

Beim Schwimmen hatte sie gut vorgelegt - dass die Amerikanerin Amanda Stevens ihr im Langener Waldsee mit einem neuen Langdistanzrekord von 45:04 Minuten um fast vier Minuten enteilt war, dürfte die starke Radfahrerin ebenso wenig beunruhigt haben wie die Gesellschaft der Fürtherin Anja Beranek. Eher schon der starke, plötzlich einsetzende Regen: "Als es auf dem Rad anfing zu schütten, waren die Erinnerungen an die Kälte vom letzten Jahr wieder da und ich dachte nur: Bitte nicht schon wieder!"
Ähnlich dürften auch die anderen Profifrauen gedacht haben angesichts der Renntaktik von Steffen. Mit fast bedächtig ruhigem Tritt hatte die 33-Jährige schnell die Führung übernommen und gnadenlos weiter aufs Tempo gedrückt. Nur eine konnte sie nicht abschütteln: Anja Beranek blieb nicht nur dran, sie übernahm auf der zweiten Radrunde sogar immer wieder die Führung. Ein Strohfeuer? Nein, Beranek fuhr die 180 Kilometer nur zweieinhalb Minuten langsamer als die Favoritin und ließ in der zweiten Wechselzone große Namen wie Yvonne van Vlerken, Heather Wurtele, Kristin Möller oder Sofie Goos empfindlich weit hinter sich.

Beranek zerlegt das Feld

Auf dem Marathon sollte dann aber die Stunde der Etablierten schlagen, oder? Steffen ließ in Führung liegend zu keiner Zeit Zweifel an ihrem Siegeswillen aufkommen. Souverän und mit schweizer Präzision spulte sie Kilometer um Kilometer ab. Beranek allerdings stand ihr wenige Minuten dahinter in nichts nach, ließ sich nicht aus ihrem hohen Takt bringen. Die ersten beiden Plätze waren damit schon früh im Marathon vergeben und am Ende war es tatsächlich Steffen, die als Erste ihre Faust in den Frankfurter Himmel streckte und ihren Titel nach 8:52:33 Stunden erfolgreich verteidigte, eine Punktlandung: "Ich wollte gewinnen, eigentlich egal in welcher Zeit. Aber im Hinterkopf hatte ich dabei schon die 9-Stunden-Marke, die ich knacken wollte."
An dieser Marke biss sich Beranek zwar die Zähne aus, mit ihrer neuen Bestzeit von 9:05:41 Stunden und dem zweiten Platz bei dieser Konkurrenz war die 27-Jährige aber vollauf zufrieden. Und überrascht? "Nein, ich bin überhaupt nicht überrascht, ich weiß ja, was ich kann. Leider glaubt außer mir und meiner Familie irgendwie niemand an mich, ich musste hier sogar mein Hotel selbst zahlen. Deshalb bin ich besonders froh, es mir und allen anderen gezeigt zu haben."

Dietrich unter Druck

Während Steffen und Beranek vom Frankfurter Publikum gefeiert wurden, wurde der Kampf um Platz drei immer spannender. Dort hatte sich die Darmstädterin Susan Dietrich festgebissen. Und die vor dem Rennen ausgemachte Treppchen-Konkurrenz schlug sich selbst: Die hoch eingeschätzte Australierin Nikki Butterfield war zu diesem Zeitpunkt schon aus dem Rennen, die Niederländerin Yvonne van Vlerken litt beim Laufen unter Rückenschmerzen, Heather Wurtele aus Kanada war schon auf dem Rad zurückgefallen und nur eine konnte Dietrich jetzt noch gefährlich werden: Die Britin Corinne Abraham kam mit einem 3:08-Stunden-Marathon immer näher und sicherte sich am Ende sogar noch den letzten freien Platz auf dem Podium. Dietrich allerdings war mit Rang vier so glücklich, dass sie gar keine Worte fand: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll, ich bin selbst so begeistert. Einfach nur happy." Mit der Sechsten Mareen Hufe und Kristin Möller auf Rang neun schafften es zwei weitere Deutsche in die Top-Ten.
Ironman Germany 2012 I Frauen
8. Juli 2012, Frankfurt
NameNationGesamt3,8 km Swim180 km Bike42,2 km Run
1Caroline SteffenSUI8:52:3348:584:52:343:06:52
2Anja BeranekGER9:05:4148:394:54:503:18:06
3Corinne AbrahamGBR9:21:0356:065:12:283:08:14
4Susan DietrichGER9:22:0752:475:07:243:17:40
5Sofie GoosBEL9:28:0352:045:06:593:23:38
6Mereen HufeGER9:31:3254:235:09:433:23:06
7Amanda StevensUSA9:33:1045:045:18:103:23:41
8Heather WurteleCAN9:42:1050:565:21:573:23:53
9Kristin MöllerGER9:43:4858:525:30:343:09:12
10Nina PekermanISR9:55:3852:485:25:303:31:34

Aktuelle Ausgaben