Caroline Steffen auf dem Yas Marina Circuit, der Formel-1-Strecke von Abu Dhabi.

Frank Wechsel / spomedis

Caroline Steffen auf dem Yas Marian Circuit, der Formel-1-Strecke von Abu Dhabi.
Bilder 1/1

Ironman Melbourne Steffen und Alexander: Gejagte ohne Druck

Langstrecke | 21. März 2013
Weder Caroline Steffen noch Craig Alexander sind noch auf Punkte für das Kona Pro Ranking angewiesen - trotzdem treten sie am Wochenende bei einem der vier höchstdotierten Rennen der Ironmanserie in Melbourne an. Die Titelverteidigung dort dürfte nach ihren Premierensiegen im Vorjahr aber kein Selbstläufer werden.
4.000 Punkte - viel mehr Argumente braucht es manchmal nicht, um einige der besten Triathleten der Welt Ende März für einen Wettkampf über 226 Triathlon-Kilometer nach Australien zu locken. Denn mehr Punkte für das 2011 eingeführte Kona Pro Ranking der World Triathlon Corporation gibt es nur beim Ironman Hawaii selbst zu holen. So hoch dotiert wie der Ironman Melbourne sind lediglich die Rennen in Frankfurt Anfang Juli und der Ironman im kanadischen Mont Tremblant Mitte August. Bei allen anderen Rennen der weltweiten Ironman-Serie gibt es maximal die Hälfte der Punkte zu holen, die den Siegern in Melbourne am kommenden Wochenende winken.

Brown und Vanhoenacker fordern Alexander

Kein Wunder also, dass sich die großen Namen der Szene - anders noch vor wenigen Jahren - gar nicht erst aus dem Weg zu gehen versuchen. Schließlich muss es nicht einmal unbedingt der Sieg sein, um das eigene Punktekonto richtig aufzufüllen: Selbst für einen siebten Platz gibt es noch
Craig Alexander (beim Ironman auf Hawaii 2011)
©Frank Wechsel / spomedis
80 Punkte mehr als für einen Sieg beim legendären Ironman-Rennen in Nizza (2.000) - und sogar mehr als doppelt so viele wie für den auf Lanzarote (1.000). Und für Craig Alexander reicht nach seinen Siegen beim Ironman Hawaii 2008, 2009 und 2011 theoretisch schon das Finish, um sich sicher in die Startliste des diesjährigen Rennens in Kailua-Kona einzutragen. Dass dem 39-Jährigen das nicht reicht, steht allerdings außer Frage - schließlich hat der Australier vor heimischer Kulisse einen Titel zu verteidigen.
Im vergangenen Jahr hatte er auf dem schnellen Kurs in einer starken Zeit von 7:57:44 Stunden gewonnen und dabei nicht nur mit seinem abschließenden Marathon in unter 2:39 Stunden die Konkurrenz beeindruckt. Er hätte allerdings auch kaum langsamer sein dürfen: Nur zweieinhalb Minuten nach ihm stürmte damals der nimmermüde Kult-Kiwi Cameron Brown über die Ziellinie - und auch der 41-Jährige steht in diesem Jahr wieder in der Startliste des Rennens in Melbourne. Auch Marino Vanhoenacker (BEL), Eneko Llanos (ESP) und Jimmy Johnsen (DEN) wollen Alexander, der zudem darauf brennen dürfte, seinen schlechten Tag beim Ironman Hawaii im vergangenen Jahr vergessen zu machen, in diesem Jahr herausfordern.

Bittner will nach Hawaii, Steffen die Titelverteidigung

Und auch einige etwas weniger erfahrene oder zumindest jüngere Profi-Athleten wollen den Routiniers zumindest einen großen Kampf bieten: Neben dem US-Amerikaner Jordan Rapp, den Franzosen Sylvain Sudrie und Jeremy Jurkiewicz und den Australiern Tim van Berkel, 70.3-Überraschungsmann Christian Kemp, Joe Gambles, Clayton Fettell und David Dellow wird nach seinem siebten Platz in Abu Dhabi auch der Leipziger Per Bittner seine Reise mit Wunschziel Hawaii in Australien starten. Nach der krankheitsbedingten Absage von Jan Raphael ist der 28-jährige Sachse der einzige deutsche Profi, der den Wettkampf in Australien in Angriff nimmt. Mit einem guten Rennen und vielen Punkten fürs Kona Pro Ranking könnte sich Bittner Down Under wenige Tage nach seinem Geburtstag das schönste Geschenk selbst machen.
Immerhin drei deutsche Profis haben für das Frauenrennen gemeldet. Auch wenn es wohl weder für Conny Dauben, noch für Dana Wagner oder Linda Schücker in Melbourne um eine Podestplatzierung geht. Denn wer in Australien ganz oben stehen will, muss ohne Frage an Caroline Steffen vorbei: Die Schweizerin tritt nach ihrem überlegenen Vorjahressieg in 8:34:51 Stunden zur Titelverteidigung an. Herausgefordert wird sie unter anderem von der für Österreich startenden Niederländerin Yvonne van Vlerken, der US-Amerikanerin Meredith Kessler, den Kiwis Gina Crawford und Britta Martin, der Australierin Lisa Marangon - und der 46-jährigen unermüdlichen Schweizerin Natascha Badmann. Auch die Kanadierinnen Tenille Hoogland, Angela Naeth sowie Anna Cleaver (AUS) und Dede Griesbauer (USA) könnten bei der Vergabe der vorderen Platzierungen ein Rolle spielen.
tri-mag.de berichtet am Sonntag aktuell von dem hochkarätig besetzten Rennen. Freuen Sie sich auf den ausführlichen Rennbericht, alle Ergebnisse und eine Bildergalerie vom ersten Ironmankracher der Saison.