Eneko Llanos hat sich nach den Erfolgen in Melbourne und Mallorca auch für den Ironman in Frankfurt viel vorgenommen.

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Eneko Llanos hat sich nach den Erfolgen in Melbourne und Mallorca auch für den Ironman in Frankfurt viel vorgenommen.
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Mallorca-Sieger Eneko Llanos „Sub-8 in Frankfurt wäre schön“

Langstrecke | 12. Mai 2013
Mit seinem Sieg beim Ironman 70.3 Mallorca hat sich Eneko Llanos eindrucksvoll für die Favoritenrolle des Ironman Frankfurt empfohlen. Dort wird er am 7. Juli an den Start gehen und versuchen, „ein gutes Rennen“ zu machen. Was dies bedeuten könnte, zeigte er am Samstag in Alcudia.
Eneko Llanos ist einer der eher unauffälligen Athleten auf der Triathlon-Langstrecke – und einer der schnellsten der Welt. Der 36-jährige Baske läuft vor dem Rennstart häufig ein wenig unter dem Radar, um dann aber erbarmungslos zuzuschlagen. Er war zweimal bei Olympischen Spielen, er war bereits Zweiter auf Hawaii und hat zuletzt den Sieg beim Ironman Melbourne an sich gerissen. Der gute Schwimmer und Radfahrer ist einer der besten Läufer und extrem leidensfähig. Beim Ironman 70.3 Mallorca fühlte er sich zwar lange etwas müde, wie er im Interview berichtet. Aber dies hinderte Llanos nicht daran, mit einer herausragenden Halbmarathonzeit von 1:08:42 Stunden auf der exakt vermessenen, flachen Strecke den exzellenten Läufern Bart Aernouts und Andreas Raelert davonzurennen.
Eneko Llanos, für einen Spanier in Spanien zu gewinnen, ist das immer etwas Besonderes?
Ja, das ist immer gut, zuhause vorn zu sein. Ich habe hier auf Mallorca zwar schon ein paar Rennen gemacht, ich war beim Ican-Triathlon dabei und habe auch das Rennen in Portocolom bestritten, aber hier beim Ironman 70.3 in Alcudia war es ja mein erster Start. Und es war ein richtig gutes Rennen.
Für manche war Ihr Name auf der Startliste eher eine Überraschung. Wann haben Sie entschieden, dass Sie das Rennen bestreiten?
Ich habe vor etwa vier Wochen meine Planung gemacht, nach dem Rennen in Melbourne. Ich habe zwei, drei Wochen Pause eingelegt und begonnen zu überlegen, was ich in dieser Saison noch machen sollte, um im Kona Pro Ranking genügend Punkte zu sammeln. Da habe ich entschieden, hierher zu kommen, in zwei Wochen den Ironman 70.3 Austria in St. Pölten zu machen und beim Ironman in Frankfurt zu starten.
Ihre Form ist bereits jetzt brillant. Eine Halbmarathonzeit von 1:08:42 Stunden laufen nicht viele Athleten in einem Ironman 70.3. Haben Sie im Wintertraining viel am Tempo gearbeitet?
Nein, bei mir ist es so, dass ich normalerweise schnell in eine gute Form komme. Wenn ich vier, fünf Wochen richtig gut trainiere, dann kann ich auf einem guten Level sein. Das ist einfach für mich.  Ich habe den Januar und Februar im Club La Santa auf Lanzarote verbracht, um mich für die Rennen in Abu Dhabi und Melbourne vorzubereiten – und erst nach Melbourne habe ich dann eine kleine Pause gemacht. Ich hätte nicht wirklich geglaubt, dass ich hier auf Mallorca so schnell sein kann. Ich habe mich beim Schwimmen und Radfahren ein bisschen müde gefühlt, und erst beim Laufen wurde es richtig gut. Ich habe die Woche über auch noch normal trainiert, denn es ist ja nicht mehr so lange Zeit bis Frankfurt im Juli. Ich habe nicht extra getapert für das Rennen in Alcudia, sondern das Training für Frankfurt erst zwei Tage vorher gestoppt.
Für ein Rennen aus dem Training heraus war der Wettkampf nahezu perfekt.
Der Lauf war wirklich eine Überraschung für mich, denn ich hatte nach dem Schwimmen und Radfahren ein bisschen Angst davor. Ich habe mich wirklich einfach ein bisschen müde gefühlt. Dann so zu laufen war eine echte Überraschung – denn wir sind alle gleich sehr schnell gelaufen. Und das war kein Tempo, dass ich zurzeit im Training absolviere.
Besonders Andreas Raelert hat nach dem Laufstart sehr viel Druck gemacht, oder?
Da stimmt. Ich lag ja auch gleich 30 Sekunden zurück hinter ihm und Bart Aernouts. Vielleicht wäre das Rennen anders verlaufen, wenn ich mit ihnen zusammen losgelaufen wäre. Aber so lag ich hinter ihnen und habe immer versucht, sie noch zu kriegen. Es hat auch zwei von drei Laufrunden gedauert, bis mir das gelungen ist. Aber am Ende war da ja okay für mich – oder eher ein bisschen mehr als okay. Das war richtig toll.
Sie haben beim Ironman in Melbourne im Laufen Marino Vanhoenacker und Craig Alexander geschlagen – und nun diese Leistung auf Mallorca. Wie blicken Sie auf den Ironman in Frankfurt?
Das ist schwer zu sagen. Ich möchte ein gutes Rennen machen und versuchen, wieder unter die 8-Stunden-Marke zu kommen. Ich war ja in Frankfurt schon einmal richtig knapp dran, 8:00:22 Stunden hatte ich 2009. Ich erinnere mich noch gut daran, dass damals ein bisschen an der Laufstrecke gearbeitet werden musste – wahrscheinlich habe ich die Sub-8-Zeit deshalb knapp verpasst. Ich habe ja dann 2011 in Arizona in 7:59:38 Stunden schon einmal den Sprung unter 8 Stunden hinbekommen. Es wäre schön, wenn mir das in Frankfurt noch einmal gelingen würde.

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