Susan Blatt feiert auf Lanzarote den größten Erfolg ihrer Profikarriere

Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Ironman Lanzarote
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Ironman Lanzarote Susan Blatt: "Ein solider Lauf ist hier viel wert"

Langstrecke | 19. Mai 2014
Susan Blatt ist schon seit Jahren fester Bestandteil der Triathlon-Szene - der ganz große Wurf gelang ihr bisher aber noch nicht. Nach mehreren Top-Ten-Platzierungen beim Ironman Germany in Frankfurt schaffte die 32-Jährige beim Ironman Lanzarote nun zum ersten Mal den Sprung auf ein Ironman-Podest. Im Zielbereich stand die Zweitplatzierte zum Interview bereit.
 
Susan Blatt, Ihr erster Eindruck: Wie war's – in einem Satz?
Es war... schöner, als ich vorher gedacht hätte!
Das müssen Sie dann doch näher erklären.
Ich hatte schon erwartet, dass das hier ein sehr hartes Rennen wird – allein vom Radfahren her, aber auch wegen des Schwimmens im Meer war ich mir unsicher. Dann das Laufen zum Abschluss, bei heißen und windigen Bedingungen - und mit diesen Hügeln an der Promenade empfinde ich das nun auch nicht wirklich als flach. Da dachte ich mir schon zuletzt: Was habe ich mir da nur angetan, als ich mich hier angemeldet habe? Aber es hat super viel Spaß gemacht, vor allem auf dem Rad. Die Strecke ist hammer-schön.
Aber der Reihe nach: Sie sind mit den ersten Damen aus dem Wasser gekommen. Haben Sie damit gerechnet?
Nein, eigentlich nicht. Ich weiß auch gar nicht, ob ich gut aus dem Wasser gekommen bin, meine Zeit kenne ich noch nicht. Auf Mallorca hatte ich zuvor schon einige Male im Meer trainiert und kam dort mit den Wellen überhaupt nicht zurecht, deswegen hatte ich etwas Angst. Das ganze Schwimmfeeling war zwar wesentlich besser als auf Mallorca, ich habe mich wirklich gut gefühlt, aber ich habe eigentlich nur Corinne Abraham gesehen – und ich weiß gar nicht, ob die eine gute Schwimmerin ist oder nicht.
Größte Erfolge:
  • 1. Platz Challenge Almere-Amsterdam 2013
  • 2. Platz Ironman Lanzarote 2014
  • 4. Platz Ironman Germany 2012
  • 7. Platz Ironman Germany 2010
Das Radfahren, das hat man gesehen, hat Ihnen wirklich Spaß gemacht. Was lag Ihnen besser: Der erste Abschnitt, der bergige Teil oder der Weg zurück?
Ich glaube, alles. Wenn man die Berge hoch fährt, freut man sich ja auch irgendwie auf die Belohnung in Form der Abfahrt. Ich kannte die Strecke ziemlich gut, weil ich hier sechs Wochen lang im Trainingslager war und deshalb automatisch immer auf der Strecke rumgefahren bin. Deshalb wusste ich vorher immer genau, was kommt, wie lang der Anstieg ist, wo es hart wird. Unterwegs habe ich mir immer vorgestellt: Jetzt fahre ich zum La Santa, jetzt hier hin, jetzt da hin – und da vorn ist der Bäcker. Da war das so ein bisschen wie ein Kurs, den man im Training fährt.
Gab es beim Laufen dann irgendwann einen Knackpunkt, bei dem Sie sagen würden: Hier wurde es knapp?
Naja, ich bin zwar nicht die beste Läuferin, aber eine, die sehr regelmäßig solide läuft. Und genau das hat mich auch vorher schon so ein bisschen gefreut, weil ich wusste, dass ich, wenn alles normal läuft, solide durchkomme. Das ist hier schon verdammt viel wert. Auf dem Hinweg zum Flughafen hatten wir dann starken Gegenwind, da dachte ich mir: Ohje, hoffentlich hast Du Dich nicht zu früh gefreut auf deinen soliden Lauf. Die erste Runde war schon sehr anstrengend – und das dann noch zwei Mal vor der Brust zu haben... Aber ich habe dann darauf geachtet, dass ich mich gut ernähre, ich genug Energie im Hirn habe und nicht abschweife. Und dann beißt man sich da irgendwie durch.
Wenn Sie der Welt ein Statement zu diesem Wettkampf rausschreien sollten, wie würde es aussehen?
Dass dieses Rennen supercool ist. Auch wenn er als härtester Wettkampf gilt – ich würde jedem empfehlen, hier irgendwann einmal zu starten.
Und für Sie persönlich: 10 von 10 Punkten?
Ich finde zumindest, dass das eines meiner besten Ironman-Rennen war. Daher bin ich sehr zufrieden.

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