Swallow glückt der sechste Streich, Stienen holt Silber

East London bleibt ein gutes Pflaster für die heimischen Triathleten - und noch viel mehr für Jodie Swallow: Die Britin hat den Ironman 70.3 Südafrika zum sechsten Mal für sich entschieden. Sie gewann das Rennen mit fast 20 Minuten Vorsprung vor der Deutschen Astrid Stienen, die Zweite wurde.

Von > | 24. Januar 2016 | Aus: Szene

Ironman Kalmar 2015 - 32

Astrid Stienen schnappt sich in Schweden ...

Foto > Getty Images for Ironman

Nach dem Schwimmen an der Spitze aus dem Wasser steigen, auf dem Rad von den Konkurrenten lösen und beim Laufen dann dennoch weiterhin konsequent auf dem Gaspedal bleiben: Diese Taktik hat beim Ironman 70.3 Südafrika in diesem Jahr für die beiden Titelverteidiger aus dem Vorjahr, Matt Trautman (RSA) und Jodie Swallow (GBR), funktioniert. Wenn auch in sehr unterschiedlichen Dimensionen, was die Abstände zu ihren Konkurrenten angeht.

Südafrikaner trumpfen auf

Denn der Vorsprung, mit dem Jodie Swallow ihre meisten Rennen von Beginn an gestaltet, haben es in sich: In Südafrika schwamm die Britin die ersten 1,9 Kilometer in 25:15 Minuten sogar schneller als die meisten männlichen professionellen Triathleten - und auch schneller als der Südafrikaner Matt Trautman (26:02). Trotzdem hielt der sich im Wasser nur kurz hinter den schnellsten Männern um Mark Threlfall (GBR) und schloss nach wenigen Radkilometern zu einer Spitzengruppe um den Briten auf. Doch das reichte Trautman noch nicht. Gemeinsam mit seinem Landsmann Kyle Buckingham setzte er sich auf dem Rad ab und fuhr ein komfortables Polster auf seine Verfolger heraus. Eine halbe Minute vor Buckingham wechselte er nach den 90 verregneten Radkilometern auf den abschließenden Halbmarathon - und mit mehreren Minuten Vorsprung vor den weiteren Verfolgern: Jammes Cunnama (RSA) auf Rang drei lag schon rund fünf Minuten zurück, zusammen mit dem Südafrikaner erreichte auch Konstantin Bachor als bester Deutscher den zweiten Wechsel. Johannes Moldan, ebenfalls als Podestanwärter ins Rennen gestartet, hatte nach den 90 Radkilometern schon rund elf Minuten Rückstand auf die Spitze und mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun.

Auch auf der Laufstrecke ließ Trautman dann nichts mehr anbrennen: In 1:17:34 Stunden lief er einen souveränen Halbmarathon und konnte seinen Vorsprung auf die meisten Konkurrenten damit sogar noch vergrößern. Vor allem Buckingham verlor auf der zweiten Hälfte des Zeits viel Boden auf Trautman - und fast noch den zweiten Rang. Im Zielspurt konnte er sich aber mit einer Sekunde Vorsprung gegen James Cunnama durchsetzen, der zuvor binnen zehn Kilometern dreieinalb Minuten auf Buckingham aufgeholt hatte. Konstantin Bachor musste auf der Laufstrecke in Stuart Marais noch einen weiteren Südafrikaner ziehen lassen, verteidigte aber den fünften Platz mit deutlichem Vorsprung vor dem Briten Will Clarke.

Ironman 70.3 Südafrika | Männer

  1. Januar 2016, East London (RSA)

Name Nation Gesamt 1,9 km Swim 90 km Bike 21,1 km Run

1

Matt Trautman

RSA

4:01:52

26:02

2:13:28

4:01:52

2

Kyle Buckingham

RSA

4:09:10

25:18

2:14:45

1:24:23

3

James Cunnama

RSA

4:09:11

26:08

2:18:42

1:19:49

4

Stuart Malais

RSA

4:10:22

27:19

2:18:00

1:19:53

5

Konstantin Bachor

GER

4:13:54

26:05

2:18:57

1:24:04

Swipe me

Ungeheure Abstände

Sieben Minuten musste Trautman nach seinem Zieleinlauf noch warten, bis Buckingham und Cunnama den zweiten Platz aussprinteten - und doch ist das gar nichts im Vergleich zu dem, was Jodie Swallow in Südafrika einmal mehr abrufen konnte. Schon nach dem Radfahren hatte die Britin einen ungeheuren Vorsprung von über 15 Minuten vor der schnellsten Verfolgerin, der Deutschen Astrid Stienen (ehem. Ganzow), die ihrerseits wiederum rund zwei Minuten vor der Südafrikanerin Annah Watkinson auf die Laufstrecke wechselte. Mit einem Halbmarathonlauf über 1:27:28 Stunden musste sich Swallow daher nicht einmal mehr verausgaben, um diesen Sieg abzusichern. Und auch Stienen konnte sich guten Gewissens auf den Kampf um Silber konzentrieren: Die Südafrikanerin Watkinson hatte den zweiten Platz nämlich noch nicht aufgegeben und lief zwischenzeitlich auf weniger als eine Minute Abstand an die Deutsche heran. Auf der zweiten Streckenhälfte musste auch Watkinson aber etwas zurückstecken und sich mit Bronze begnügen, eineinhalb Minuten hinter der Zweitplatzierten Stienen und etwas mehr als 20 Minuten hinter der Siegerin Jodie Swallow. Als zweitbeste Deutsche wurde die Berlinerin Lina-Kristin Schink 34 Minuten hinter Swallow Sechste.

Ironman 70.3 Südafrika | Frauen

  1. Januar 2016, East London (RSA)

Name Nation Gesamt 1,9 km Swim 90 km Bike 21,1 km Run

1

Jodie Swallow

GBR

4:23:28

25:15

2:26:01

1:27:28

2

Astrid Stienen

GER

4:42:00

31:35

2:34:41

1:29:49

3

Annah Wattkinson

RSA

4:43:44

29:09

2:39:20

1:29:59

4

Kirsten Schut

RSA

4:52:37

31:25

2:36:48

1:38:09

5

Maria Czesnik

POL

4:57:58

29:06

2:46:14

1:33:35

Swipe me