Niclas Bock ist der neue Blogger auf tri-mag.de

Ingo Kutsche

Niclas Bock im Porträt
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Bock bloggt Triathlon-Profi in der Ausbildung

Langstrecke | 26. März 2012
Zum Start meines neuen Blogs lege ich zuerst einmal den Titel fest, unter welchem ich nun regelmäßig versuchen werde, euch für ein paar Minuten gut zu unterhalten: „Ausbildung zum Triathlon-Profi!“
Als ich 2006 mit dem Fußballspielen aufgehört habe und immer mehr Gefallen am Triathlon gefunden habe, wurde ich gesetzmäßig auch ein Triathlonabhängiger, wie sich das eben gehört in der Szene. Ich war fasziniert von der Kombination zwischen diesem bestimmten Durchhaltevermögen und einem gewissen Grad von Verbissenheit auf der einen Seite – und diesem locker, lässigen Surfer-Lifestyle auf der anderen Seite. Als ich dann das erste Triathlonjahr im just-for-fun-Modus hinter mir hatte, wusste ich was ich will:
Niclas Bock in Zahlen
 
Größe: 186 cm
Gewicht: 73,5 kg
Ruhepuls: 41
Maximalpuls: 198
Triathlon seit 2006
 
Bestzeiten
1,9 km Schwimmen: 23:12 Min.
90 km Radfahren: 2:08:37 Std.
21,1 km Laufen: 1:21:04 Std.
Den Sport als Lebensmittelpunkt, so wie bei den ganz Großen, den Profis. 
Aber ist im Triathlon ist es nun mal so: Es gibt keine klare Abgrenzung, die regelt wer Profi ist und wer "nur" ein ambitionierter Amateursportler. Rein theoretisch besteht für jeden der schwimmen, radfahren und laufen kann, die Möglichkeit die offizielle Profi-Lizenz der Deutschen Triathlon Union zu lösen, besser gesagt: zu kaufen. Damit verpflichtet man sich dann an bestimmten Anti-Doping Maßnahmen teilzunehmen, sich an Richtlinien zu halten und kann fortan bei Wettkämpfen Preisgelder verdienen, wenn man denn mit seiner Leistung dazu in der Lage ist!
Nun wollte ich ja irgendwann mal Profi werden. Da es aber niemanden gibt, der einem sagt, was man dafür tun oder können muss, legte ich für mich persönlich fest, was für Erwartungen ich an einen Profi-Sportler haben würde und baute mir also meine eigenen Hürden. Und von diesen Hürden gibt es einige. Zu ihnen gehörte auch das Abitur, das meiner Meinung (und vor allem der meiner Eltern) nach ein sehr wichtiger Baustein ist. 2010 hatte ich das gute Stück in der Tasche und habe dann erstmal ein freiwilliges soziales Jahr absolviert, wo ich mich um die sportliche Betreuung von Grundschulkindern gekümmert habe. Ganz einfach deswegen, weil ich nicht zur Bundeswehr wollte.
Sportlich lief es neben der Schule und meiner Arbeit mit den Kindern immer besser und ich konnte zum Glück von Jahr zu Jahr meine Leistung verbessern. Und ich wusste, dass der Weg, auf dem ich mich da rumtrieb, nicht der falsche ist.
Niclas Bock beim Laufen
©Privat
Jetzt musste ich mir überlegen wie es weitergeht. Klar war von Anfang an, dass es nicht gerade schlau wäre, voll und ganz auf die Karte „Profi sein“ zu setzen und irgendwann mal das große Geld im Triathlon verdienen zu können. Ich bin mir zwar sicher, dass es möglich ist! Aber ich bin mir genau so sicher, dass man ganz schön blöd aus der Wäsche schaut, wenn es dann nicht klappt! Also entschied ich mich für ein Fernstudium, dass ich nun seit Oktober 2011 neben dem Training und den Wettkämpfen verfolge. Das ist bisher die Ebene, die für mich eine große Bedeutung im Profi-Leben hat, die aber letztendlich nichts mit der sportlichen Leistung zu tun hat. Und eben diese Leistung ist für mich der Punkt, an dem man von sich behaupten darf, ein echter Profisportler zu sein. Natürlich ist es unheimlich wichtig Unterstützung von Sponsoren zu bekommen und eine Familie und Freunde zu haben, die immer hinter einem stehen.
Ich bin der Meinung, dass der Rest mit entsprechenden Ergebnissen schon ins Rollen gerät. Ich habe wirklich das große Glück, dass ich mich momentan einfach nur auf mein Training konzentrieren kann und weiß das sehr zu schätzen. Aber allein deswegen kommt es mir bis heute nicht in den Sinn, von mir zu sagen, dass ich Profi sei. Entweder liegt es an meiner eher bescheidenen Art oder doch wieder daran, dass ich mir selbst große Hürden gesetzt habe. Ich weiß, dass ich bisher gute Ergebnisse und Rennen abgeliefert habe und als Baujahr-1990-Athlet noch wirklich alles im Triathlon vor mir habe. Aber noch habe ich keines der ganz großen Dinger gerissen und bis es soweit ist, befinde ich mich jetzt in der „Ausbildung zum Triathlonprofi“. Eine Ausbildung, die ich mir selbst gebaut habe. Mit meinen eigenen Zwischenprüfungen und meinen eigenen Zielen. Eines dieser Ziele ist es, immer – von Jahr zu Jahr – die Leistung der vorangegangen Saison mindestens zu bestätigen und im Idealfall deutlich zu verbessern!
Und deswegen ist mein erster Blog auch hier zu Ende, erstens weil ich nun wieder trainieren will. Und zweitens, damit auch ihr nun wieder raus könnt, um alles zu geben für eure eigenen Ziele!
Bis bald, Niclas.