Triple Crown: Nur Kienle fehlt beim Dubai-Gipfel

Ein Rekordfeld aus 95 Profis eröffnet in knapp drei Wochen bei der Challenge Dubai die Jagd nach der Triple Crown und dem Millionenpreisgeld. Gemeldet haben neben den Siegern der Challenge Bahrain, Helle Frederiksen und Michael Raelert, auch die amtierenden 70.3-Weltmeister Daniela Ryf und Javier Gómez. Sebastian Kienles Name fehlt dagegen in der illustren Startliste.

Von > | 9. Februar 2015 | Aus: SZENE

Challenge Bahrain 2014 - Laufen - 34

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Besonders viel Überredungskunst war angesichts der üppigen 65.000-Dollar-Siegprämie wahrscheinlich nicht nötig, um die fast 100 - teils hochdekorierten Profis - vom Start bei der Challenge-Dubai-Premiere zu überzeugen. Herausgekommen ist ein Starterfeld, das - abgesehen vom Ironman Hawaii - im Saisonverlauf wahrscheinlich seinesgleichen suchen wird. Angeführt wird die Schar der Topathleten von Michael Raelert und Andreas Dreitz, die nach ihrem überragenden Doppelsieg in Bahrain mit den Startnummern 1 und 2 in das Rennen am Persischen Golf gehen werden. Überhaupt ist das Feld gespickt von den Spezialisten für die Mitteldistanz. Abgesehen von Craig Alexander und Sebastian Kienle sind bei den Männern alle bisherigen 70.3-Weltmeister - darunter Javier Gómez und Andy Potts - gemeldet. Auch bei den Frauen kommt es zum Gipfeltreffen der vier letzten Weltmeisterinnen auf der 70.3-Distanz.

13 Deutsche - aber einer fehlt

Das erhoffte Gigantenduell zwischen Jan Frodeno und Sebastian Kienle ist dagegen geplatzt. Während der Triathlon-Olympiasieger von 2008 mit Startnummer 9 ins Rennen gehen wird, lässt Sebastian Kienle das lukrative Event in der Millionenmetropole Dubai sausen. Stattdessen trainiert der 30-Jährige noch ein bisschen. Wo er sein Saisondebüt feiern wird, wollte Kienle bisher nicht verraten. Offiziell ist bisher nur sein geplanter Start beim Cannes International Triathlon am 19. April. Dort trifft er dann auch auf Jan Frodeno, der sich im Gegensatz zu Kienle für die Challenge Dubai als Saison-Kick-off entschieden hat. Mit insgesamt 13 Profimännern stellt Deutschland mehr Athleten als jede andere Nation. Neben Raelert, Dreitz und Frodeno wollen sich auch Till Schramm, Per Bittner, Markus Fachbach, Horst Reichel, Maurice Clavel, Matthias Knossalla, Patrick Lange, Markus Liebelt, Michael Rünz und Frank Schreiner einen Teil vom Preisgeldkuchen abschneiden. Für die Schweiz stehen Ruedi Wild, Mauro Baertsch, Manuel Küng, Gilian Oriet, Jan van Berkel und Rafael Wyss in der Startliste.

Gómez, der Gejagte

An einem wird in knapp drei Wochen aber für die meisten Athleten kein Weg vorbeiführen. Denn wo Javier Goméz zuletzt auch aufgetreten ist - der Spanier war nicht zu schlagen. Umso motivierter dürften seine hochkarätigen Gegner allerdings auch sein. Dazu gehören der Hawaiidritte Ben Hoffman, Andy Potts, Tim O'Donnell (alle USA), Eneko Llanos (ESP), die Australier Pete Jacobs, Luke McKenzie, Brad Kahlefeldt, Leon Griffin, Joe Gambles und Tim van Berkel (alle AUS), der belgische 70.3-Europameister Bart Aernouts, Tschechiens Filip Ospaly, der Südafrikaner James Cunnama sowie die Briten Ritchie Nicholls und Fraser Cartmell.

Ladykracher mit Ryf und Frederiksen

Zumindest mathematisch haben die Frauen bei der Jagd nach dem Siegerscheck einen kleinen Vorteil. Denn die Championesse muss "nur" 29 statt 64 Mitbewerber hinter sich lassen. Ein Spaziergang werden die 113 Kilometer durch das Emirat deshalb aber nicht. Schon gar nicht für die Deutschen Anja Beranek, Svenja Bazlen und Daniela Sämmler, die es schwer haben dürften, bis in die entscheidende Phase den Kontakt nach vorn zu halten. Ganz anders Helle Frederiksen: Die Dänin scheint nach ihrem Sieg in Bahrain aktuell das Maß der Dinge zu sein. Eine harte Nuss - auch für die Australierinnen Annabel Luxford und Melissa Hauschildt. Realistische Chancen auf den Titel rechnen sich daneben vermutlich nur noch die Britin Jodie Swallow und 70.3-Welt- und Europameisterin Daniela Ryf aus der Schweiz aus. Außerdem auf der illustren Startliste: Ryfs Landsfrau Caroline Steffen, die Österreicherin Eva Wutti, die US-Amerikanerin Meredith Kessler, die Ironman- und Ironman-70.3-Weltmeisterin von 2012, Leanda Cave (GBR), sowie Michelle Vesterby und Camilla Pedersen aus Dänemark.