Wagner, Ritter, Potrebitsch: Deutsches Trio mit Siegchancen

In Wales geht am Wochenende die europäische Ironmansaison zu Ende. Gleichzeitig ist es aber für viele Profis ein wichtiger Schritt in die neue Saison, um schon früh erste Punkte für die Hawaii-Qualifikation zu sammeln. Aus deutscher Sicht haben Georg Potrebitsch und Christian Ritter gute Chancen, die Insel zu erobern. Dafür müssen die beiden aber erst mal an der Konkurrenz vorbei.

Von > | 13. September 2012 | Aus: SZENE

Georg Potrebitsch | Georg Potrebitsch

Georg Potrebitsch

Foto >Willem Konrad / spomedis

Georg Potrebitsch ist bekannt für seine markigen Sprüche, umso erstaunlicher ist seine zurückhaltende Einschätzung vor dem Ironman Wales: Die Strecke sei schwer und mit ihren vielen Bergen eigentlich nicht sein Terrain: „Trotzdem bin ich zuversichtlich“, sagt der Gladbecker, aber: "es wird auch kein Spaziergang.“ Ins Rennen geht er mit Startnummer drei und dieser will er nach 226 Kilometern auch gerecht werden. „Mein Trainer Ralf Ebli hat mich wochenlang nur für diesen einen Wettkampf gejagt, es muss also etwas werden.“ Geschenkt bekommt er den Podiumsplatz nicht, das weiß Potrebitsch. Und auch, wen er im Auge behalten muss.

Vor dem „Ritter“-Schlag?

Einer seiner größten Widersacher kommt ebenfalls aus Deutschland. Christian Ritter hatte bisher wenig Glück in dieser Saison, schlug sich lange mit Verletzungsproblemen herum. Vielleicht ist das aber nicht unbedingt ein Nachteil. Er ist ausgeruht und hat Kräfte gespart, während die anderen eine komplette Wettkampfsaison in den Knochen haben. Sein fünfter Sieg in Folge beim Nordhäuser Scheunenhof-Triathlon über die Mitteldistanz, dazu noch der Streckenrekord, dürften dem Merseburger Rückenwind verleihen. Und vielleicht hat das Warten auf den ersten Ironmantitel schon am Sonntag ein Ende.

Ein Brite und drei Österreicher

Das deutsche Duo bekommt es in Pembrokeshire, im Südwesten von Wales, unter anderem mit dem Briten Daniel Halksworth zu tun, der in diesem Jahr bereits ein gleichermaßen beeindruckendes wie erfolgreiches Rennprogramm hinter sich hat. Nach der Langdistanz beim Abu Dhabi Triathlon folgte der erste Ironman seiner Karriere auf Lanzarote, dann die Rennen in Regensburg und Zürich und zuletzt holte sich der 26-Jährige den Sieg beim Ironman UK. Geht man davon aus, dass ihn die Trainingseinheiten mit seinen Kollegen vom Team TBB abgehärtet haben, gehört er neben Ritter und Potrebitsch zu den großen Favoriten auf den Sieg. Mit Außenseiterchancen geht ein Dreigestirn aus Österreich ins Rennen. Nur wenige internationale Vergleichswerte haben Andreas Fuchs, Markus Lichtenegger und Daniel Niederreiter zu bieten. In ihrer Heimat gehören sie auf der Langdistanz zu den Besten. Außerdem mit Profilizenz am Start: die beiden Deutschen Michael Wetzel und Florian Kratz.

„Best of nine“

Bei den Frauen stehen nur neun Profis auf der Starterliste. Dazu gehört auch Hillary Biscay. Die – sollte sie am Sonntagmorgen wirklich am Start sein – auch gleich die Favoritenrolle inne hätte. Für einen deutschen Erfolg könnte Dana Wagner sorgen. Ihr zweiter Platz beim Ironman Kalmar in Schweden ist zwar erst vier Wochen alt. Doch wenn sich die Braunschweigerin gut erholt hat, stehen auch ihre Chancen auf den ersten Ironmansieg nicht schlecht. Die anspruchsvolle Radstrecke mit mehr als 2.000 Höhenmetern sollte der deutschen Meisterin auf der Mitteldistanz 2011 in die Karten spielen.