Wallenhorst schlägt van Vlerken

Sandra Wallenhorst hat Yvonne van Vlerken auf Distanz gehalten und den Ironman Germany gewonnen. Die Niederländerin wiederum ließ Nicole Leder und Andrea Brede knapp hinter sich.

von | 5. Juli 2009 | Aus: Szene

Sandra Wallenhorst

Sandra Wallenhorst gewinnt den Ironman Germany

Foto > Frank Wechsel / spomedis

Der Zweikampf zwischen van Vlerken und Wallenhorst - die eine hatte im vergangenen Jahr in Roth die schnellste je über eine Langdistanz erreichte Zeit geschafft, die andere zeitgleich in Klagenfurt den Rekord in einem offiziellen Ironman-Rennen aufgestellt - war im Vorfeld von Experten und Zuschauern erwartet worden. Zu stark präsentierten sich beide schließlich auch beim Ironman Hawaii 2008, den van Vlerken hinter der Britin Chrissie Wellington als Zweite beendete - einen Platz vor Wallenhorst.

Brede im Wasser am schnellsten

Nur in der Auftaktdisziplin haben beide noch Defizite, die die Konkurrenz in Frankfurt auch gleich für einen kurzen Moment im Rampenlicht zu nutzen wusste: Nach dem Schwimmen war die Kölnerin Andrea Brede die Erste, die auf ihr Rad wechselte. Kurz dahinter folgten Nicole Leder und Heike Funk. Wallenhorst schwamm für ihre Verhältnisse in 54:22 Minuten gut, musste aber dennoch einen Rückstand von gut drei Minuten hinnehmen. Einmal auf dem Rad, machte die Rechtsanwältin allerdings schnell einen Großteil dieser Zeit gut, lag nach 24 Kilometern nur noch eine halbe Minute hinter der Spitze und übernahm wenig später die Führung. Yvonne van Vlerken hatte noch zwei Minuten mehr zuzufahren, konnte aber ähnlich schnell aufholen.

Ein Parforce-Ritt dieser beiden, der die Konkurrenz schon früh chancenlos zurückgelassen hätte, blieb allerdings aus. Sowohl Brede als auch die Niederländerin Mijam Weerd hielten dagegen und den Rückstand im Bereich weniger Minuten. Radzeiten von deutlich unter fünf Stunden brachten Wallenhorst und van Vlerken schließlich dennoch einige Minuten vor der Konkurrenz gemeinsam in die zweite Wechselzone. Der erwartete Zweikampf sollte also stattfinden - und auf der Laufstrecke entschieden werden.

Wallenhorst läuft davon

Dort fand Wallenhorst den besseren Einstieg. Während van Vlerken sich im Wechselzelt mit ihren Kompressionsstrümpfen abmühte, machte sich ihre Konkurrentin schon auf den Weg auf die vier 10,5-Kilometerrunden. Van Vlerken allerdings machte ihr Defizit bereits auf der ersten Runde gut und übernahm die Spitze. Nur sechs Kilometer weiter hatte die "fliegende Holländerin" bereits 46 Sekunden Vorsprung. Nach der Halbmarathonmarke ließ Wallenhorst diesen Abstand dann mit jedem Schritt ein kleines bisschen geringer werden. Kurz vor der 30-Kilometer-Marke war van Vlerken dann geschlagen. Wallenhorst hatte die Führung übernommen und immer weiter ausgebaut.

Am Ende durfte sich Wallenhorst nach 8:58:08 Stunden über vier Minuten lang von den Zuschauern am Römerberg feiern lassen, bevor ihre Kontrahentin auf den stimmungsvollen Zielkanal einbog. Das Duell war also entschieden. Und die Revanche für Hawaii geglückt.

Leder auf Tuchfühlung

Allerdings fiel der Vorsprung der beiden nicht so hoch aus wie im Vorfeld erwartet. Zunächst war es eine auf dem Rad stark verbesserte Andrea Brede, die sich nicht entscheidend abschütteln lassen wollte. Und dann kam mit der schnellsten Marathonzeit des Tages die Siegerin von 2007, Nicole Leder noch bedrohlich nah. Keine drei Minuten nach van Vlerken ließ sich die Lokalmatadorin aus Darmstadt nach 9:05:16 Stunden von ihren Fans feiern. Auch Andrea Brede - nach eigenen Angaben auf der zweiten Laufrunde "eingebrochen" - fing sich wieder und krönte eine ausgeglichene Leistung mit dem etwas undankbaren vierten Rang.

Ironman European Championship Frankfurt

  1. Juli 2009, Frankfurt am Main

3,8 km Swim 180 km Bike 42,2 km Run Gesamt

1

Sandra Wallenhorst

GER

54:22

4:54:02

3:05:33

8:58:08

2

Yvonne van Vlerken

NED

56:18

4:52:17

3:09:22

9:02:18

3

Nicole Leder

GER

51:01

5:07:31

3:02:13

9:05:16

4

Andrea Brede

GER

50:59

5:02:48

3:15:57

9:13:55

5

Tiina Boman

FIN

54:19

5:10:54

3:24:20

9:34:22

6

MIrjam Weerd

NED

51:04

5:03:47

3:39:41

9:39:50

7

Mareen Hufe

GER

1:01:38

5:03:41

3:31:23

9:41:09

8

Ute Streiter

AUT

1:02:54

5:02:39

3:37:17

9:47:00

9

Marion Waid

GER

54:49

5:15:53

3:35:14

9:51:50

10

Manuela Heimerl

GER

59:25

5:19:58

3:33:20

9:58:10

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