Wasserschlacht: Blatt siegt, Potrebitsch Zweiter

Erstmals fand in diesem Jahr der Triathlonklassiker in Almere unter dem Label der Challenge Family statt. In einem von kühlen Temperaturen und heftigem Wind geprägten Rennen verpasste Georg Potrebitsch den Sieg. Er unterlag dem Belgier Bart Colpaert. Mit ihrem Sieg im Frauenrennen feierte die Darmstädterin Susan Blatt einen ihrer größten Erfolge auf der Langdistanz.

Von > | 16. September 2013 | Aus: SZENE

Challenge-Almere-Siegerin Susann Blatt | Susann Blatt

Susann Blatt

Foto >Charlie Crowhurst / Getty Images

Im Vorfeld der 31. Challenge Almere-Amsterdam hatte Georg Potrebitsch noch auf schlechtes Wetter gehofft - und sein Wunsch sollte ihm bis zum letzten Regentropfen erfüllt werden. Petrus spendierte dem 29- Jährigen bei kühlen 15 Grad nebst Wind auch eine gehörige Portion Regen. Das sind Bedingungen, wie er sie mag. Und auch der Wettkampf im niederländischen Almere liegt ihm: 2008 feierte der Gladbecker hier den Weltmeistertitel über die ITU-Langdistanz, im Jahr darauf gewann er den "Open Holland Triathlon Almere", wie das Rennen vor der Übernahme durch die Challenge Family hieß. Somit standen viele Vorzeichen auf Sieg - aber ein Belgier, Bart Colpaert, wollte mehr als ein Wörtchen mitreden.

"Mein härtester Arbeitstag"

Potrebitsch dürfte sich nach dem Schwimmaustieg verwundert die Schwimmbrille gerieben haben. Denn der Ex-Schwimmer, der zweifellos zu den stärkeren Schwimmern im Triathlonzirkus zählt, kassierte in der Auftaktdisziplin des ältesten europäischen Triathlons satte drei Minuten von Colpaert. Dabei kennen sich die beiden Athleten sogar: Vor zwei Jahren begegneten sie sich beim Ironman Germany in Frankfurt, als Potrebtisch das Rennen mit einem starken vierten Platz beendete und Colpaert als Zehnter die Ziellinie am Römer überquerte. Am Ende schreibt jedes Rennen aber seine eigene Geschichte. Den Drei-Minuten-Schock hatte Potrebitsch schnell überwunden und startete zwischen den Windrädern, Windmühlen und Deichen zur Aufholjagd auf dem Rad. Dabei dürften dem Athlet vom Powerhorse Triathlon Team die eigenen Worte im Vorfeld des Rennens noch in Erinnerung gewesen sein: "Die flache und windanfällige Strecke passt zu mir." Nach 4:49 Stunden stellte "Little Georg", wie der 1,94 Meter "kleine" Athlet von Fans und Freunden gern genannt wird, seine Zeitfahrmaschine in die Wechselzone. Die drittschnellste Radzeit bei extrem anspruchsvollen Bedingungen. Auf Platz drei liegend ging Potrebitsch auch auf die Laufstrecke.

Georg Potrebitsch | Verliert nicht den ersten, sondern gewinnt den zweiten Platz: Georg Potrebitsch.

Verliert nicht den ersten, sondern gewinnt den zweiten Platz: Georg Potrebitsch.

Foto >Charlie Crowhurst / Getty Images

Colpaert war zu diesem Zeitpunkt schon sechs Minuten enteilt, aber auch Erik-Simon Strijk aus den Niederlanden hatte sich auf den 180 Radkilometern am Deutschen vorbeigeschoben und nahm ihm mit der schnellsten Tageszeit auf dem Zeitfahrrad sogar sieben Minuten ab. Aber das sollte der Niederländer spätestens auf den folgenden 42,195 Kilometer zu spüren bekommen. Potrebtisch schlug ein hohes Anfangstempo an und konnte schnell Boden gut machen. Der Sieg, soviel dürfte auch Potrebitsch zu diesem Zeitpunkt klar gewesen sein, war bereits vergeben: Mit der schnellsten Laufzeit und als einziger unter drei Stunden lief Colpaert seinen Schwimm- und Radvorsprung nicht nur nach Hause, er baute ihn bis ins Ziel noch auf komfortable neun Minuten aus. Potrebitsch reichte der solide Drei-Stunden-Marathon noch für den zweiten Rang. "Das war einer meiner härtesten Arbeitstage, die ich je hatte", schnaufte er im Ziel. Für den Teamkollegen von Timo Bracht, Jan Raphael und Horst Reichel geht es dann nun nach Mallorca. Dort wird er sich gemeinsam mit den Hawaiistartern auf sein nächstes Rennen, die Challenge Barcelona am 6. Oktober, vorbereiten.

Challenge Almere-Amsterdam | Männer

Almere, 14. September 2013

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Bart Colpaert

BEL

8:34:50

46:14

4:46:34

2:57:24

2

Georg Potrebitsch

GER

8:43:19

49:20

4:49:23

3:00:12

3

Erik-Simon Strijk

NED

8:45:48

53:07

4:42:55

3:05:03

4

Roeland Smits

NED

8:50:43

53:09

4:49:50

3:02:58

5

Hannes Cool

BEL

9:00:33

51:29

4:51:11

3:12:18

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Kein Blatt im Wind

Susan Blatt, die erst seit 2005 Triathlonwettkämpfe bestreitet, feierte in Almere den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Den Grundstein ihres Siegs legte die Darmstädterin beim Radfahren auf dem Boden der ehemaligen Zuiderzee. Sie bewältigte die 180 Kilometer bei widrigen Wetterverhältnissen und starkem Wind in 5:06 Stunden und wechselte als Erste auf die Laufstrecke. Auf dem zweiten Rang folgte die Niederländerin Heleen Bij de Vaate. Während die 32-jährige Deutsche mit 3:17 Stunden einen starken Marathon lief, wurde die Niederländerin bis auf Rang fünf durchgereicht. Landsfrau Irene Kinnegim bescherte den Gastgebern aber dennoch einen Podestplatz. Das starke deutsche Abschneiden rundete Kathrin Walther auf dem dritten Platz ab. Nach ihrem neunten Platz beim Ironman 70.3 South Africa zeigte die 27-Jährige, dass sie auch über die doppelte Distanz gute Leistungen abliefern kann.

Challenge Almere-Amsterdam | Frauen

Almere, 14. September 2013

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Susan Blatt

GER

9:24:40

56:19

5:06:12

3:17:25

2

Irene Kinnegim

NED

9:47:37

1:07:27

5:14:35

3:17:17

3

Kathrin Walther

GER

10:07:44

56:44

5:23:27

3:40:01

4

Hillary Biscay

USA

10:10:50

51:37

5:37:24

3:35:36

5

Heleen bij de Vaate

NED

10:15:42

1:03:16

5:07:02

4:00:22

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Jung gewinnt Challenge Half

Für ein weiteres erfreuliches Ergebnis aus deutscher Sicht sorgte Simon Jung, der zum Saisonabschluss bei der Challenge Half Almere-Amsterdam an der Startlinie stand. "Das verdammt harte Stück Arbeit", wie der 27-Jährige auf seiner Homepage schreibt, krönte er mit einem Sieg in 4:12:22 Stunden. Bereits beim souveränen Sieg des Indeland Triathlon vor drei Monaten zeigte der Athlet aus dem EJOT Team Buschhütten seine Qualitäten auf der Mitteldistanz.