Bühne frei für die zweite Auflage des Ironman 70.3 Zell am See. Wer folgt auf Gina Crawford und Alessandro Degasperi?

Expa-Ironman

Zell am See 2012
Bilder 1/1

Ironman 70.3 Zell am See Wutti will's wissen

Langstrecke | 29. August 2013
Nach dem eindrucksvollen Befreiungsschlag beim Ironman Copenhagen will sich die Österreicherin Eva Wutti am Wochenende im Salzburger Land für den Radcrash im vergangenen Jahr revanchieren. Die Bühne in Zell am See ist bereitet. Auch für Nils Frommhold, der nach langer Verletzungspause hochmotiviert ist und unter anderem auf Titelverteidiger Alessandro Degasperi aus Italien trifft.
Mit der richtigen Dosis Risiko ist das so eine Sache. Mal erwischt man sie, mal überzockt man und bezahlt dafür. So wie Eva Wutti Ende August 2012 auf der Radstrecke der Premiere des Ironman 70.3 Zell am See. Ausgerechnet bei ihrem Heimrennen kam die Österreicherin auf regennasser Straße in einer Abfahrt zu Fall und musste enttäuscht aufgeben. Auch in diesem Jahr sah sie bei den Rennen in St. Pölten und Klagenfurt die Ziellinie nicht. Zu Hause hatte Wutti bisher noch kein Rennglück. Vor zwei Wochen - beim Ironman Copenhagen - wählte die 24-Jährige dann genau die richtige Mischung aus Angriffslust und Zurückhaltung. Und gleich wurde klar, welches Potential in Wutti steckt. In 8:37 Stunden gewann sie nicht nur überlegen - sie kratzte auch an der vor zwei Jahren zur Bestmarke für die Ewigkeit erklärten Siegerzeit von Chrissie Wellington beim Ironman Südafrika 2011. "Ich neige in Rennen dazu, impulsiv und risikofreudig zu agieren", räumte Wutti nach ihrem Triumph in Kopenhagen gegenüber tri-mag.de ein. Dieses Mal sei sie nicht jeden Hügel mit Volldampf hinauf und habe sich gewissenhaft ernährt. Mit durchschlagendem Erfolg.
Eva Wutti setzt sich gleich bei ihrem ersten Ironman-Finish an die Weltspitze.
Eva Wutti setzt sich gleich bei ihrem ersten Ironman-Finish an die Weltspitze.
©Ironman

Zwischen Vorsicht und Risiko

In Zell am See ist sie spätestens seit dem Titel von Kopenhagen die klare Favoritin. Gegen die Schweizerin Rahel Küng und Eimear Mullan aus Irland dürfte sie im Wasser zwar keine Chance haben. Wenn Wutti auf der möglicherweise wieder nassen Radstrecke dieses Mal eine kleinere Dosis Risiko einwirft, sollte sie die Lücke nach vorn allerdings schnell schließen können. Auch läuferisch muss sich der Schützling von DTU-Cheftrainer Ralf Ebli weder vor der Vorjahresdritten Polin Ewa Bugdol noch vor der erfahrenen Neuseeländerin Samantha Warriner fürchten.

Spätes Glück für Frommhold?

Etwas zu viel wollte kurz vor Saisonbeginn auch Nils Frommhold. Prompt wurde der 26-Jährige bestraft - mit einer Stressfraktur im linken Schienbein. Erst im Sommer - als die Saison schon in vollem Gange und Frommhold zum Zuschauen verurteilt war - konnte der gebürtige Berliner wieder richtig ins Lauftraining einsteigen. Sein lang ersehntes Comeback glückte. Beim Viernheimer Triathlon vermisste er zwar noch ein wenig Speed - zufrieden war er mit dem zweiten Platz hinter Timo Bracht aber dennoch. In Zell am See trifft er am Sonntag unter anderem auf Titelverteidiger Alessandro Degasperi, einen echten 70.3-Spezialisten, der zuletzt beim Ironman 70.3 in Wiesbaden hinter Ritchie Nicholls und Jan Frodeno Dritter wurde.
Auf dem Weg zum Titel: der Italiener Alessandro Degasperi.
Auf dem Weg zum Titel: der Italiener Alessandro Degasperi vor einem Jahr.
©Michael Rauschendorfer / triaphoto.com
Gute Gradmesser für die Formkurve des früheren Leistungsschwimmers dürften zudem der Ire Gavin Noble, die Ironmanprofis Michael Göhner und Christian Brader sowie Dorian Wagner und Johannes Moldan sein. Zumindest in der Auftaktdisziplin könnte auch Lukas Hollaus, Zweiter der österreichischen Staatsmeisterschaften von 2013, vorn mitmischen.
tri-mag.de berichtet am Wochenende aktuell aus Zell am See.

Aktuelle Ausgaben