Schnell, schneller, Brownlee: Beim "Stanford Invitational" konnte der Triathlon-Olympiasieger auch mit den 10.000-Meter-Spezialisten mithalten.

Delly Carr / triathlon.org

Alistair Brownlee
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Stanford Invitational 10.000 Meter: Brownlee in 28:32 Zweiter

Szene | 29. April 2013
In 28:32.48 Minuten hat Alistair Brownlee beim "Payton Jordan Cardinal Invitational 2013" der Stanford University die 10.000 Meter absolviert und wurde damit Zweiter in seinem Lauf. Erst 100 Meter vor dem Ziel wurde der Triathlon-Olympiasieger von einem Leichtathleten übersprintet.
Was war vor seinem ersten Auftritt auf dem Stadionoval in den Fachforen nicht alles spekuliert worden: Dass Alistair Brownlee über 10.000 Meter mit Sicherheit eine Zeit unter 28 Minuten laufen könnte, meinten die einen; dass die Triathlon-Kurse, auf denen er die zehn Kilometer regelmäßig in unter 30 Minuten läuft, ungenau vermessen sind und er auf "echten" 10.000 Metern deutlich über 29 Minuten bleiben wird, die anderen. Am Ende blieb Alistair Brownlee zwischen den beiden Extremen - und setzte mit 28:32.48 Minuten beim "Payton Jordan Cardinal Invitational 2013" der Stanford University in Kalifornien am späten Sonntagabend Ortszeit (Montagmorgen MESZ) ein Ausrufezeichen.

Brownlee erst zurückhaltend, dann engagiert

Dabei hielt sich der Brite zunächst zurück. Er versteckte sich im Mittelfeld um Position acht des langsameren von zwei 10.000-Meter-Läufen, die bei dem Meeting ausgetragen wurden, und fiel auch stilistisch unter den 19 Laufspezialisten kaum auf. Nach 2.000 Metern setzte sich eine Spitzengruppe mit fünf Athleten ab - und Brownlee sprang aus dem Windschatten seiner Vorderleute, überholte sie und setzte sich ans Ende der Führungsgruppe, die sich in der Folge immer weiter absetzte.
Nach 14:14 Minuten passierte die Spitze um Brownlee die 5.000 Meter. Dann wurde es in der Gruppe unruhiger. Immer stärker wurde um Positionen gekämpft, Brownlee reagierte auf seine Weise und setzte sich nach 7.600 Metern erstmals selbst an die Spitze der Führungsgruppe. Ein kurzer Jubel brandete in diesem Moment im Stadion auf, doch es war nicht nur eine Showeinlage des Triathlon-Olympiasiegers. Er dünnte das Feld weiter aus, nur zwei Konkurrenten konnten ihm noch folgen. Und nach 9.600 Metern legte Brownlee noch einmal einen drauf.

Auf Kurs Commonwealth Games

Ganz im Stile seines Landsmanns, 10.000-Meter-Olympiasieger Mo Farah, sprintete Brownlee auf der letzten 400-Meter-Runde los und legte zunächst einige Meter zwischen sich und seine beiden letzten Begleiter. Erst auf der Zielgerade übersprintete ihn der Mexikaner Jose Antonio Uribe Marin, der das Rennen in 28:30.8 Minuten vor Brownlee gewann. Der schnellere der beiden Läufe wurde in 27:37.55 Minuten von Ben St Lawrence (AUS) gewonnen, in diesem Lauf wurde Brownlees Landsmann Christopher Thompson in 27:40.81 Minuten Vierter. Die WM-Norm verpasste der Brite damit um weniger als eine Sekunde.
Für Brownlee liegt die Normzeit von 27:50 Minuten (A-Norm) bzw. 28:10 Minuten (B-Norm), die er für die angepeilte Qualifikation für die Commonwealth Games 2014 laufen müsste, aber im machbaren Bereich. Bereits vor dem Lauf hatte der Brite angekündigt, er hätte sich eigentlich "drei Wochen Training mehr" für seinen ersten Auftritt über 10.000 Meter gewünscht. Allerdings werden über 10.000 Meter maximal drei Athleten von "Athletics England" für die Commonwealth Games nominiert - und gegen Chris Thompson und Mo Farah dürfte selbst für einen Alistair Brownlee kein Kraut gewachsen sein. "Ich freue mich schon drauf, das bald zu wiederholen", twitterte Brownlee kurz nach dem Wettkampf.