Der Bayerische Triathlon Verband wurde am Wochenende aus der DTU ausgeschlossen.

Frank Wechsel / spomedis

Triathlon durch die Schwimmbrille betrachtet
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Sportpolitik Bayerischer Triathlon Verband aus der DTU ausgeschlossen

Szene | 17. September 2012
Auf einem außerordentlichen Verbandstag haben die Landesverbände der Deutschen Triathlon Union (DTU) den Bayerischen Triathlon Verband (BTV) aus der nationalen Organisation ausgeschlossen. Offizieller Grund: Der BTV habe seine satzungsmäßigen Beitragspflichten nicht vollständig anerkannt. Offen ist, welche Konsequenzen dieser Schritt für die Sportler in Bayern hat.
Zwölf Landesverbände waren sich in Frankfurt am Main einig: Ohne Gegenstimme wurde der bayerische Landesverband aus der DTU ausgeschlossen. Nach jahrelangen Querelen, die in einer letzlich abgewiesenen Klage des BTV gegen den Dachverband (geführt durch das Anwalts-Duo Claudia Wisser und Dr. Ralf Eckert, die der DTU als Präsidentin und Vizepräsident bis November 2010 vorstanden) gipfelten, erreichte wohl die Geduld der Landesfürsten ihren Endpunkt. Zwar hatten 14 Landesverbände in ihrem Einberufungsantrag ausdrücklich erklärt, dass der Ausschluss in keinem Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten stehe. Grund seien ausschließlich die zurückgehaltenen Beiträge aus den Jahren 2009 bis 2011, wobei es sich insgesamt um eine Summe von etwa 50.000 Euro handele. Aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr tri-mag.de aber, dass das Vertrauen in die bayerische Führung "nach immer wieder gebrochenen Versprechungen" verloren gegangen sei.

Sportler die Leidtragenden?

Die Auswirkungen des Beschlusses für Sportler und Vereine in Bayern sind noch nicht absehbar. Klar ist: Zunächst können bayerische Triathleten keine Startpässe mehr beziehen und damit auch nicht an Deutschen Meisterschaften und vergleichbaren Wettkämpfen teilnehmen, für die sie eine Lizenz benötigten. Auch bundesweite Maßnahmen wie die Nachwuchsförderung bleiben Athleten und Vereinen in Bayern zunächst verwehrt.
Dass die Sportler nun die Leidtragenden sind, bereitet der DTU-Führung Kopfschmerzen: „Die Konsequenzen für den Triathlon in Bayern sind verheerend“, so DTU-Präsident Dr. Martin Engelhardt, der sich als einziger der Stimme enthielt. Gegenüber tri-mag.de äußerte Engelhardt Bedauern: "Ich habe noch am Montag versucht, dem BTV ein letztes Mal die Hand zu reichen und die Entscheidungsträger um Peter Pfaff zu einem Kompromiss zu bewegen - leider vergeblich." Man habe eigentlich bis nach dem bayerischen Verbandstag Mitte Oktober mit einer Entscheidung warten wollen, nun hätten die Landesverbände offenbar die Geduld verloren.

"Nichts gegen die Athleten unternehmen"

Worin sich laut Engelhardt alle Beteiligten einig sind: "Wir werden nichts tun, das unseren Athleten schadet. Wir setzen uns schnellstmöglich zusammen und finden eine Lösung für alle bayerischen Sportler!" Wunschszenario: "Der BTV erkennt die gemeinsam getroffenen Entschlüsse an und stellt einen Aufnahmeantrag." Dann stünden die Türen für eine erneute Zusammenarbeit offen. Sollte das bayerische Präsidium bei seiner Haltung bleiben, so fände sich "sicher eine neue Gruppierung", die die Verbandsarbeit übernehmen könnte, so Engelhardt. Der Sprecher der Landesverbände, Björn Steinmetz (Baden-Württemberg), ergänzt: „Wir leben in einer Demokratie, in der man nicht Regeln bricht, um sie zu ändern. Letztlich haben es die bayerischen Vereine selbst in der Hand, auf dem dortigen Verbandstag im Oktober zu entscheiden, welchen Weg sie künftig gehen wollen”. Bis dahin sollten sich betroffene Sportler auf der Homepage der DTU darüber informieren, wie man mit Wettkampfteilnahmen und Lizenzen umgehen will.

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