Der Ironman 70.3 Mallorca 2016 im Praxistest

Die triathlon-Redaktion testet nicht nur Material auf Herz und Nieren, sondern ab sofort in loser Folge auch Rennen - aus Teilnehmersicht. Wir beginnen mit dem Ironman 70.3 Mallorca. Frank Wechsel war dabei.

Von > | 11. Mai 2016 | Aus: SZENE

Medaille

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Das Schwimmen

Das Schwimmen beginnt mit dem neuen Rolling-Start-Modus: Nachdem die Profi-Männer um 7:55 und die Profi-Frauen um 8:00 Uhr ins Rennen geschickt wurden, gehen ab 8:10 Uhr alle fünf Sekunden fünf Triathleten auf die Reise, die individuelle Zeitnahme beginnt mit dem Überlaufen der Startmatte per Transponder. Zuvor konnte sich jeder in einen der fünf Blöcke mit den erwarteten Schwimmzeiten einteilen. Dadurch wird das Schwimmen entzerrt und die für viele bedrohlich wirkende Startsituation deutlich entspannt. Das Feedback unter den Athleten dazu ist durchweg positiv!

Ironman 70.3 Mallorca 2016  | Neuer Startmodus: Gleich werden alle fünf Sekunden fünf Athleten ins Wasser gehen.

Neuer Startmodus: Gleich werden alle fünf Sekunden fünf Athleten ins Wasser gehen.

Foto >Nils Flieshardt

Der Kurs führt 900 Meter lang in die Bucht von Alcudia hinaus, dann 100 Meter parallel zum Ufer und auf der Gegengeraden 900 Meter zurück zum Strand. Die Bojen sind in 100-Meter-Abständen gesetzt und gut sichtbar, so dass sowohl die Navigation als auch die Orientierung bezüglich der bereits zurückgelegten (oder noch zu absolvierenden Distanz) einfach ist. Sicherungspersonal ist auf dem Wasser ausreichend vorhanden, der Meeresgrund auf der ganzen Strecke sichtbar - beides beruhigt.

Die starken Winde am Wettkampftag bringen jedoch zwei Probleme mit sich: Mit dem mittelstarken Wellengang muss man als Triathlet, der im offenen Meer schwimmt, rechnen. Allerdings hat der Wind über Nacht auch ganze Teppiche von Feuerquallen auf die Strecke gespült, so dass zwischen 700 und 1.200 Metern nahezu jeder Triathlet eine unschöne Begegnung mit diesen Meereslebewesen zu spüren bekommt - mit teilweise deutlich sichtbaren und schmerzhaften Auswirkungen weit über den Renntag hinaus. Noch am Vortag haben viele Teilnehmer die Strecke erkundet, niemand berichtete über die Quallen. Hätte man sie am Renntag rechtzeitig erkannt, hätte man die Strecke verkürzen oder den Kurs neu stecken müssen, zumal Feuerquallen in der Bucht von Alcudia bekannt und im Internet vielfach dokumentiert sind. Fünf Jahre ist das gut gegangen, nun nicht mehr - das wird der Veranstalter im kommenden Jahr beherzigen müssen.

Auf den letzten 100 Metern riecht die Schwimmstrecke vor Alcudia immer etwas kloakig - die dennoch zahlreich sichtbaren Fische geben dennoch das Gefühl, dass hier biologisch alles in Ordnung ist. Etwa 30 Meter vor dem Schwimmausstieg ist der Meeresgrund dann auch so nah, dass man sich zwischen Weiterschwimmen oder Zu-Ende-Waten entscheiden kann. Direkt nach dem Ausstieg stehen starke Duschen, unter denen man das Salzwasser abspülen kann. 

Insider-Check Schwimmstrecke: ★★★★☆

Und selbst?

31:02 Minuten gehen in Ordnung - ich war hier schon zweimal schneller, aber auf die eine oder andere Minute mehr oder weniger kommt es mir hier nicht an. Zwei Quallen haben auch mich an Hand und Nase erwischt.