Traumwärts handelt von Begegnungen rund um das Race Across America.

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Traumwärts handelt von Begegnungen rund um das Race Across America.
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Andreas Niedrig "Der Knopf zum Glück ist nicht lieferbar"

Szene | 6. November 2013
Andreas Niedrig war Junkie und wurde dann zu einem erfolgreichen Triathlonprofi. Seine Geschichte kennt man aus seinem Buch und einem Film. Heute kommt ein neues Projekt in ausgewählte Kinos: "Traumwärts". Worum es geht, erzählt Niedrig im Interview.

Andreas Niedrig, bekannt geworden sind Sie einer breiten Öffentlichkeit durch Ihre Geschichte vom Drogenjunkie zum Triathlonprofi, die Sie in einem Buch erzählt haben und die später auch verfilmt wurde. Ihr neuestes Projekt heißt „Traumwärts“. Was steckt dahinter?

Es ist wieder ein Film geworden – und glauben Sie mir: Kommen Sie nie auf die Idee, so ein Projekt mit drei Freunden gemeinsam von A bis Z stemmen zu wollen, es ist ein Riesenaufwand und ein Weg voller Hindernisse. Wir sind da ziemlich blauäugig reingestolpert, aber wir haben es geschafft. Das ist unfassbar.

Worum geht es denn in „Traumwärts“?

Das Extrem-Radrennen „Race Across America (RAAM)“ steht zwar im Mittelpunkt, aber es ist eher der rote Faden für einen Film, der sich eigentlich nicht um den Sport dreht.

Sondern?

Da muss ich ein bisschen ausholen: Ich bestreite seit zehn Jahren meinen Lebensunterhalt über Vorträge und Motivationskurse. Darin erzähle ich meine Geschichte und ich frage mich immer wieder, was die Leute eigentlich daran finden. Warum interessiert es den Otto Normalverbraucher, dass ich früher schwer drogenabhängig war? Dass ich dem Sumpf entkommen und danach in der Ironman-Weltspitze angekommen bin, ist natürlich eine geile Geschichte. Aber eben nur meine, das erlebt ja eigentlich niemand sonst. Die meisten Leute erwarten bei einem Vortrag eine Lösung, eine Anweisung: Wo ist denn nun der Knopf zum Glück? Der ist leider nicht lieferbar, den kann ich nicht bieten. Aber ich spüre, dass meine Story und noch mehr die menschlichen Begegnungen Motivation liefern können, sich selbst zu hinterfragen.
Kinotermine in der UCI-Kinowelt
6.11. Bochum Ruhr Park
7.11. Paderborn
13.11. Köln Hürth Park
18.11. Kaiserslautern
25.11. Berlin Colosseum
26.11. Berlin Gropius Passagen
27.11. Düsseldorf
28.11. Hamburg Mundsburg
2.12. Dresden Elbe Park
3.12. Gera
Karten unter www.uci-kinowelt.de
 

Ist das die Botschaft Ihres Films?

Es geht um menschliche Begegnungen. Glück ist ein Moment, den man erkennt. Ein Treffen zweier Menschen, ein Gespräch mit einem Kind, das (Mit)Erleben einer Liebe. Bildlich gesprochen: Im Film pflücken wir am Wegesrand Blumen.

Und weil der Weg zum RAAM so weit ist, haben Sie einen ganzen Strauß beisammen?

Es sind ohne Ende Blumen. Und sehr viele sehr schöne. Ich bin kurz vor dem Start des RAAM im Krankenhaus gelandet und konnte gar nicht teilnehmen. Das hat aber wieder zu schönen Begegnungen geführt, zum Beispiel mit meinem Arzt. Ein gestandener und erfolgreicher Mediziner, der mir mit strahlenden Augen von seinem Traum erzählt hat: Er fliegt alte Doppeldeckerflugzeuge. Und er sagt, dass es ihn ohne diese Leidenschaft zerreißen würde. Mein Team für das RAAM hat in Amerika viele Schicksale erlebt und Menschen getroffen. Davon handelt der Film: Jeder hat seinen Traum, mein Weg ist nicht übertragbar, ich habe keine Lösung. Aber jeder Weg lohnt sich!

Der Film wird zunächst nur in ausgewählten Kinos gezeigt. Warum?

Es ist fast unmöglich, einen Film in die Kinos zu bekommen, wenn man keinen Filmverleih hat und keine Lobby. Wir haben ja alles in Eigenregie gemacht und mussten eine hohe sechsstellige Summe aufbringen. Kinos zu finden, die den Film zeigen, war wirklich schwer. Die ersten zehn Termine stehen jetzt aber und es melden sich schon weitere Veranstalter bei uns. Das dürfen aber gern noch mehr werden, Anfragen sind uns willkommen. Ab Januar können wir vielleicht weitere Termine anbieten – und später soll es den Film auf DVD geben.

Sie haben mit Xavier Naidoo einen prominenten Sprecher bekommen. Wie kam es dazu?

Darauf sind wir wirklich stolz, denn er hat kein Geld dafür bekommen. Wir konnten ihm nichts anbieten, aber er hat den Film gesehen und seine Mitarbeit zugesagt!

Wir haben verstanden, dass Sie keine Lösung parat haben, aber haben Sie einen Tipp, wie jeder seinen Weg „traumwärts“ finden kann?

Frage dich jeden Tag für eine Minute, was du im Leben wirklich willst!
 
Über den Film
"Jeder von uns träumt von einem einmaligen und sinnerfüllten Leben. Unsere Träume werden wahr, indem wir es wagen und sie Schritt für Schritt Wirklichkeit werden lassen. Das „Race across America" (RAAM) ist ein Nonstop-Radrennen quer durch die USA über mehr als 4800 km. Gefahren wird Tag und Nacht. Der Triathlet Andreas Niedrig will, unterstützt von seinem Team, seinen persönlichen Traum, das RAAM als Solofahrer zu meistern, wahr werden lassen ... es kommt alles ganz anders, sein Traum platzt: Aus, vorbei oder nur ein anderer Weg? Aus dem perfekt geplanten Solo-Projekt werden Abenteuer, die nur das Leben schreiben kann. Der Film Traumwärts zeigt und öffnet Türen von Menschen, die uns Einblicke in ihr Leben, ihre Wünsche, Träume und Ziele geben. Diese Gesichter, Geschichten und Begegnungen verschmelzen mit der dokumentarischen Erzählung des Rennens. Traumwärts nimmt die Zuschauer als Beobachter mit und schickt sie auf eine ganz persönliche Reise"

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