Doping, du gehst mir auf den Sack!

Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise. Aber ich will nicht um den heißen Brei herum reden. Allen, die des Themas Doping leid sind, sage ich: Ich kann’s verstehen! Es nervt. Und zwar gewaltig. Und am meisten nerven Kaiser Franz und sein Gefolge. Ein Haufen alter Männer, denen scheinbar noch niemand erzählt hat, dass sie mal so etwas wie Vorbilder waren.

Von > | 21. August 2013 | Aus: Szene

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Leistungsdiagnostik im IAT

Foto > Sina Horsthemke

Wisst ihr was ich mir wünsche? Einen Blog-Eintrag, der über die Stränge schlägt, den auch Leute zur Kenntnis nehmen, die vielleicht immer noch denken, dass beim Triathlon zwischen den Disziplinen auf kleine schwarze Scheiben geschossen wird. Denn ich habe das Gefühl, dass sich kaum eine Personengruppe so stark und gemeinschaftlich gegen eins der größten sportpolitischen Themen ausspricht, wie wir Triathleten das tun. Jaja, man muss vorsichtig sein bei dem Thema: „Für niemanden die Hand ins Feuer legen“ und „es gibt auch Triathleten, die gedopt haben“.  So ist es. Aber wisst ihr was? Ich sag‘ trotzdem meine Meinung.

Schuster, bleib‘ weg von deinen Leisten

Mir fiel kürzlich fast die Sonnenbrille vom Kopf, als ich einen Artikel über Bernd Schuster gelesen habe. Bernd Schuster, ein deutscher Ex-Fußball-Nationalspieler und aktueller Trainer beim spanischen Fußballclub FC Malaga, der es tatsächlich zu sagen wagte: „Solange es um die reine Regeneration geht, habe ich kein Problem mit Medikamenten.“ Junge, Junge – da hat sich aber einer den Kahn-Spruch „Wir brauchen Eier!“ richtig zu Herzen genommen. Es gehe ihm „um keine Leistungssteigerung. Sondern darum, den Spieler (nach einer Verletzung) so schnell wie möglich wieder auf sein Niveau zu bringen. Bescheidene Frage meinerseits: Hat ihm mal einer erzählt, was Doping eigentlich laut Definition ist? Und was es anrichten kann? Es zerstört den menschlichen Körper, man spielt mit seinem Leben!

Schlimmer geht immer: Beckenbauer

Franz Beckenbauer. Eine Erklärung zu ihm ist an dieser Stelle wohl nicht nötig. Jeder kennt die sogenannte "Lichtgestalt" des deutschen Fußballs. Der menschgewordene FC Bayern München. Fußball kann er, ansonsten bin ich mir bei ihm nicht so sicher. Hat jemand seinen Auftritt zum 50-jährigen Jubiläum im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF verfolgt? Mir fehlen die Worte, mit welcher Arroganz Beckenbauer da über Doping plauderte. Keine Spur davon, dass er es ernst nehmen würde. Und als der Moderator einwarf, dass das gar nicht so cool sei, was er da abzieht, stammelte er sich einen zurecht wie Edmund Stoiber in seinen besten Zeiten. Ich lach‘ mich kaputt, wenn ich an dieses eine Zitat denke: „Ich war 20 Jahre Profi. Ich wurde von keinem - ob das ein Manager war, ob das ein Trainer war, ob das ein Vereinsarzt war - genötigt, etwas zu nehmen, von dem ich nicht wusste, was es ist. Natürlich haben wir auch unsere Vitaminspritzen bekommen!" Vitaminspritzen? "Ja, Vitaminspritzen, keine Ahnung. Der Doktor hat gesagt, es ist eine Vitaminspritze.“ Und dann wurde der Kaiser auch noch philosophisch: „Jo mei, eine Vitaminspritze, ist die leistungssteigernd oder ist das Doping? Ich weiß es nicht, was ist denn Doping?“ Ernsthaft, Herr Beckenbauer, ernsthaft?

Fass ohne Boden

Wie geht man mit der Doping-Problematik um? Das weiß ich auch nicht! Aber sich von irgendwelchen Top-Stars für vollkommen dumm verkaufen zu lassen, ist einfach unmöglich. Es muss ein einheitliches Anti-Doping-System her, in dem alle Sportarten gleich behandelt werden von der Kontrolle bis zur Betsrafung. Aber noch kurz zum Thema "Jemanden-für-dumm-verkaufen": In der Fußball-Bundesliga sollen jetzt erstmals (!) in der 51-jährigen Geschichte Blutkontrollen durchgeführt werden. Insgesamt wird es wohl 500 Kontrollen geben, davon 75 Blutkontrollen. Jetzt aber aufgepasst: aufgeteilt auf die 1. und 2. Bundesliga, die Nationalmannschaft und die Junioren-Teams des Deutschen Fußball Bundes (DFB). Macht in Summe weniger als zwei Tests pro Mannschaft - und Jahr.

Bis in Kürze, ich gehe ne Runde heulen – Euer Bocki