Bock bloggt Ein kleiner König

Szene | 3. Januar 2013
Zurück in Hamburg. Zurück in der triathlon-Redaktion. Und zurück im Training. So geht es für mich ins neue Jahr und ich bin voller Vorfreude auf dieses 2013. Warum? Eigentlich ganz einfach. Eigentlich.
Bevor ich es vergesse: Ich wünsche euch, frohe Weihnachten gehabt zu haben und alles Gute für das, was in Zukunft so kommt. Bleibt locker, zielstrebig und seid immer mit einem gesunden Maß an Ehrgeiz bei der Sache. Zwischendurch lächeln und zeigen, dass Triathlon in erster Linie Spaß macht, wäre auch ganz cool. Ihr macht dat schon.

So, jetzt aber zur Sache. Nachdem ich die letzten zwei Jahre weder Weihnachten, noch Silvester zu Hause bei Familie und Freunden verbracht, sondern stattdessen die ersten Trainingskilometer mit Kienle und Co. irgendwo in der spanischen Pampa gesammelt habe, war dafür 2012 endlich wieder Zeit. In jenem Jahr habe ich zwar auch schon wieder Trainingskilometer gesammelt, aber ich traue mich nicht wirklich, diese mit den letzten Jahren zu vergleichen. Ganz spektakulär war es am 24. Dezember: Nach einem 16-Kilometer-Nüchternlauf am Morgen wurde es mir in der Mittagszeit zwischen all dem Geschenke packen, Plätzchen essen und dem – im wörtlichen Sinne – scheinheiligen Kirchenbesuch plötzlich langweilig. Also wieder in die Laufklamotten und noch eine 16-Kilometer-Runde gedreht. Ging alles so weit ganz gut und ich freute mich auf das Essen und Trinken am Abend. Vielleicht war es auch mehr das Trinken. Jedenfalls muss es das ein oder andere Kaltgetränk zu viel gewesen sein. Um 23 Uhr gingen bei mir die Lichter aus – um 2 Uhr lag ich im Bett. Die Zeit dazwischen war bestimmt auch ganz gut!

Die Schwimmeinheit am zweiten Weihnachtstag beendete ich vorzeitig, um mit zwei kleinen Kids Rollwende zu üben. Die beiden waren davon begeistert, haben aber schnell festgestellt, dass die Angelegenheit mit Schwimmflügeln doch durchaus schwierig sein kann. Ich konnte sie aber beruhigen: „Manche Triathleten können das auch ohne Schwimmflügel nicht.“ Ich glaube, sie haben nicht verstanden, was ich meinte. Lustig war es trotzdem.  

Ich hatte mir außerdem fest vorgenommen, mit dem Mountainbike Wald und Wiesen im Ruhrgebiet unsicher zu machen. Allerdings sah ich nach der ersten Tour „AusWieSau“, weshalb ich beschloss, doch besser die Laufschuhe zu schnüren.

Am Tag vor Silvester traf ich mich mit einem Kumpel zum gemeinsamen Lauf. Mit folgendem Plan: Fünf Kilometer einlaufen, Lauf-ABC, fünf mal 1.000 Meter mit 200 Meter aktiver Pause und wieder fünf Kilometer locker nach Hause. Jetzt kommt keine Story über glorreiche Trainingserfolge oder Bombenzeiten. Aber diese Einheit, an diesem Tag, gehört zu denen, die ich nicht mehr vergessen werde. Während der Intervalle verzogen sich die Wolken vom Himmel und die Sonne schien fröhlich auf uns herab. Es gibt ein Lied, da heißt es in einer Strophe: „Zwischen all' dem Sturm und Regen, ging ich auch viel im Sonnenschein.“ Und genau das wurde mir bewusst, als ich über das 400-Meter-Oval rannte, ackerte und schnaufte: Als Triathlet muss man sich immer wieder durch Sturm und Regen kämpfen und damit meine ich nicht die Wetterlagen. Es gibt aber immer wieder Momente, wie eben diese am Tag vor Silvester, an denen man sich fühlt wie ein kleiner König. An denen man denkt, man sei unantastbar in dem was man tut und an denen man merkt, wie viel der Sport einem geben kann. Das ist der Grund, warum ich mich so auf dieses 2013 freue. Eigentlich ganz einfach. Eigentlich.
Beste Grüße, euer Bocki