Fuerte-Blog Teil 3: Ein Berg an Erkenntnis

Eine Woche lang suchte ich auf Fuerteventura nach der ultimativen Form. Und traf dabei unter anderem auf die Raelert Brothers. Moritz L. aus Kaltern A.d.W. wollte von ihnen wissen: „Wiegt die Sprachgewandtheit Hartmanns seine hierzu diametral entgegengesetzte sportliche Leistungsfähigkeit auf, oder ist ein "Training" mit ihm im Schlepptau für Euch eher wie Suppe ohne Salz, Pommes ohne Ketchup, Knödel ohne Gulasch, ein Dirndl ohne Ausschnitt, Bier ohne Durst oder Massage mit Haaren, oder, oder, oder...?

Von > | 16. Dezember 2014 | Aus: Szene

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Foto > Gregor Bresser

Fuerte-Blog Teil 3: Ein Berg an Erkenntnis

Lieber Moritz,

die Worte drei und vier Deiner Frage haben mir richtig gut gefallen. Und was den ganzen diametralen Rest angeht, so verhalf mir die mir eigene sportliche Leidensfähigkeit dazu, diesen lange zu ignorieren. Gegen Ende holte mich dann aber doch wieder alles ein. Und noch vieles mehr. Aber von vorn:

Als ich die Raelerts beim Abendessen traf, fragte ich sie einfach gerade heraus, ob wir nicht eventuell mal… ein kleines Ründchen… ? „Klar,“ meinte Andreas spontan. „Komm' doch gleich morgen früh mit! Wir starten 6:45 Uhr vor dem Hotel. Lockeres Läufchen. Nichts Wildes…

Ich war aufgeregt wie ein Sechsjähriger vor dem Besuch des Weihnachtsmanns und fragte mich, was die Raelerts denn wohl - um Himmels Willen - unter einem „lockeren Läufchen“ verstehen mögen. Zu Hause beim Lauftreff gehen unsere „lockeren Läufchen“ ja meist so: Erst fangen alle ganz langsam an zu traben. Dann will plötzlich irgendjemand derjenige sein, dem das Tempo „eigentlich viel zu langsam“ ist. Die anderen lassen sich nicht lumpen und gehen selbstverständlich mit. Spätestens bei Kilometer fünf stecken wir dann alle zusammen mit hochroten Köpfen bis zum Hals im Laktat.

Punkt 6:45 Uhr kamen die Raelerts tänzelnd die Treppen runter. Ein kurzer Gruß und schon gings los. Draußen war es noch dunkel. Irgendwo bellte ein Hund. Von den Spaniern und den anderen Athleten aus dem Hotel war noch niemand zu sehen. „Verdammt, was sind die Raelerts und ich doch für knallharte Typen.“ dachte ich. „Und das ganz ohne Frühstück!“ Ich nahm einen tiefen Zug Morgenluft und lief den beiden hinterher.