Fuerte-Blog Teil 4: Wenn die NADA zweimal klingelt

Hardy Hartmann trainierte eine Woche mit den Raelerts auf Fuerteventura. Die Leser von tri-mag.de waren aufgerufen, Hardy „die eine Frage“ schicken, die sie den Raelerts immer schon mal stellen wollten. Zu Hardys Überraschung meldete sich auch ein gewisser Lance A. aus Texas: „Also, ich bin ja noch recht neu im Triathlon. Wie sieht es eigentlich mit Dopingkontrollen aus?“

Von > | 25. Dezember 2014 | Aus: SZENE

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Foto >Gregor Bresser

Fuerte-Blog Teil 4: Wenn die NADA zweimal klingelt

Lieber Lance,

vielen Dank für Deine Frage. Gerade um Weihnachten machen sich natürlich auch viele unserer Leser entsprechende Sorgen. Sie sind unsicher und fragen sich, mit welchen Hormonen die polnische Hafermastgans, die sie als Weihnachtsbraten serviert bekommen, in ihrem kurzen Leben gemästet wurde. Und führt eine Gänsekeule im Dezember dazu, dass man dann beim Wettkampf im Juli noch positiv auf Etiocholanolon oder Mesterolon getestet werden kann? Ganz zu schweigen von der quälenden Frage, ob man sich dieses Jahr lieber wieder klassische Steroide oder doch Testosteronpflaster vom Christkind wünschen soll. Besonders den Testosteronpflastern sagt man ja nach, dass dadurch bei Männern zwar die Muskeln wachsen, aber andere wichtige Körperteile... Aber was erzähle ich...? Kennst du ja alles selbst!

Zurück zu den Kontrollen: Ziemlich genau vor einem Monat saß ich mit Andi Raelert in einer Bar auf Fuerte. Er hatte sein drittes echtes Bier am Start und ich zuppelte an meiner Apfelschorle. Die Musik wummerte und wir ließen den Triathlon mal einen guten Mann sein. Plötzlich ging die Tür auf und ein etwa 50-jähriger Mann betrat die Bar. Er trug diesen starren Blick vor sich her, an dem man schon von Weitem den heranrollenden Ärger erkennen konnte.

Lance, Du kennst solche Situationen aus Deiner Heimat: Ein Sheriff betritt mit entsichertem Colt den Saloon. Der Mann am Piano hört auf zu spielen und der Barkeeper räumt schnell die Whiskyflaschen vom Tresen. Genau so! Der Mann, der auf Fuerte die Bar betrat, schritt die Barhocker der Reihe nach ab und sprach jeden der dort saß lautstark an. Ich nahm aus dem Augenwinkel wahr, wie die anderen Gäste hektisch wurden und schnell in unsere Richtung zeigten. Ein ungutes Gefühl kroch mir das Rückenmark hoch. Und dann war er bei uns. Er baute sich vor uns auf, mit seinem Trainingsanzug und den grauen Haaren. Ein Angestellter der Bar eilte herbei, zeigte wild gestikulierend auf uns und sagte auf spanisch: „Da sitzt er!". Gleich darauf war er aber auch schon wieder verschwunden. Der Mann sah nun abwechselnd mit finsterer Miene erst mich und dann Andi an. Ich dachte: „Ach Du Scheiße, jetzt gibt’s was aufs Maul."