Die roten Fahnen signalisieren: Alles klar zum Start zur Olympia-Generalprobe in London 2011

Frank Wechsel / spomedis

Start zur Olympia-Generalprobe in London
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Olympia-Kampfrichter Kein Deutscher für London nominiert

Szene | 27. Februar 2012
42 Kampfrichter werden den Olympia-Triathlon 2012 in London leiten. Unter den "Technical Officials" aus 25 Ländern befinden sich keine Deutschen - ein Zeichen für das noch immer angekratzte Image der DTU auf internationalem Parkett.
Aus Singapur und Simbabwe, von den Bermudas und den Philippinen und selbst aus Luxemburg kommen sie - die Olympia-Kampfrichter für die Triathlon-Entscheidungen am 4. (Frauen) und 7. August (Männer). 25 Nationen sind im Offiziellen-Dress auf dem Olympiagelände vertreten, drei mehr als in Peking 2008. Sieben Nationen stellen zum ersten Mal einen Vertreter für Wettkämpfe, auf die die Kurzdistanz-Elite seit dem Olympiasieg von Jan Frodeno vor vier Jahren hinfiebert.

Fehlendes Vertrauen in DTU-Funktionäre?

Das Kampfrichter-Aufgebot für London
 
Technical Delegates
Leslie Buchanan (CAN)
Thanos Nikopoulos (GRE)
 
International Technical Officials
Omar Abu Bakar (SIN)
Shanelle Barrett (NZL)
Dirk Bogaert (BEL)
Joyce Donaldson (USA)
Juliet Fahey (NZL)
Dominique Frizza (FRA)
Rick Fulton (ZIM)
Andreas Galanos (GRE)
Jorge Garcia (ESP)
Murray Hilder (AUS)
Yolanda Ibarra (MEX)
Stephanie Kraus (LUX)
Casper Kriel (RSA)
Alan Ma (MAC)
David Markham (CAN)
Stefane Mauris (SUI)
Hugh McAtamney (IRL)
Roberto Menescal (BRA)
Felix Molina (MEX)
Laura Patti (ITA)
Patty Petty (BER)
Jianqiu Qin (CHN)
Rachel Ribo (PHI)
Esther Sanchez Arribas (ESP)
Fernando Suarez Perez (CHI)
Kiriyo Suzuki (JPN)
Dr. Bela Varga (HUN)
Jacqui Kenney (AUS, Ersatz)
Ulf Schuetze (CAN, Ersatz)
 
Medical Official
Dr. Sergio Migliorini (ITA)
 
National Technical Officials
Masie Bancewicz (GBR)
Lynda Chase (GBR)
Paul Groves (GBR)
Duncan Hough (GBR)
Mike Masters (GBR)
Terry Race(GBR)
Tom Roberts (GBR)
Sarah Taylor (GBR)
Howard Vine (GBR)
Jane Vine (GBR)
Während alle großen Triathlon-Nationen wie die USA, Australien, Großbritannien, Frankreich und Spanien im Aufgebot der Offiziellen vertreten sind, sucht man Kampfricher aus Deutschland in der nun von der International Triathlon Union (ITU) veröffentlichten Liste vergeblich - erneut ein herber Rückschlag für die Deutsche Triathlon Union. Schon beim letzten ITU-Wahlkongress im November 2008 in Madrid konnten die Deutschen keine nennenswerten Positionen in internationalen Gremien bekleiden, nach der Abwahl von Dr. Klaus Müller-Ott im Februar des gleichen Jahres und den folgenden kurzen Amtszeiten von Rainer Düro, Claudia Wisser und Reinhold Hemker ist das internationale Vertrauen in das deutsche Funktionärswesen verlorengegangen. Derzeit ist die DTU mit nur einer Position in internationalen Gremien vertreten: Claudia Wisser weigert sich trotz des fehlenden Rückhalts durch das DTU-Präsidium beharrlich gegen einen Rücktritt als Mitglied des Präsidiums der European Triathlon Union (ETU), in das sie in ihrer Funktion als DTU-Präsidentin gewählt wurde.

DTU sieht Nachholbedarf

Im Präsidium der Deutschen Triathlon Union ist man sich dieser prekären Lage bewusst. Unmittelbar nach den Neuwahlen im Herbst 2011 wurde vom Präsidium ein "Arbeitskreis Internationales" eingerichtet, der regelmäßig tagen soll. Im Januar stellten sich DTU-Präsident Dr. Martin Engelhardt und Geschäftsführer Matthias Zöll in Wien den Präsidenten der europäischen Nationalverbände vor - in Begleitung einer auch international bekannten Ex-Athletin. Sonja Oberem, Präsidentin des Nordrhein-Westfälischen Triathlonverbands und in Jugendzeiten eine der aussichtsreichsten Triathletinnen der Welt, könnte die Schlüsselperson sein, um das Standing des deutschen Triathlonsports im internationalen Geschehen neu zu beleben. Einen ersten Achtungserfolg konnten die Deutschen dabei bereits erzielen: Ende Februar wurden die diesjährigen Europameisterschaften auf der Mittel- und Langstrecke an die Challenge-Veranstalter in Kraichgau und Roth vergeben.