Absage Kienle nicht zur Ironman-70.3-WM

Szene | 25. August 2011
Sebastian Kienle wird auf den eigentlich als Saisonhöhepunkt eingeplanten Start bei der Ironman-70.3-WM in Las Vegas am 11. September verzichten. Er habe nach dem Aus in Wiesbaden die Motivation verloren, gab der 27-Jährige heute bekannt.
Eigentlich hatte Kienle seine Saison 2011 mit drei Höhepunkten geplant: Roth, Wiesbaden und Las Vegas sollten die wichtigsten Stationen sein. Dafür habe er sich schon früh im Jahr sehr intensiv vorbereitet und "so gut und so hart trainiert wie noch nie". Entsprechend hoch seien seine Ansprüche an die eigene Leistung gewesen. Höher noch als in den Vorjahren, weil sich der Karlsruher zum ersten Mal vollständig auf den Triathlon konzentrierte und sein Physikstudium ruhen ließ. Doch bei den Rennen habe er die "deutlich verbesserten Trainingsleistungen" nicht immer umsetzen können: "Eigentlich hatte ich nur beim Ironman 70.3 in New Orleans die Form, die ich von mir selbst erwartet habe", so Kienle gegenüber tri-mag.de. Resultat: Eine mentale Krise mitten in der Saison. Kienle war kurz davor, den Start bei der Challenge Kraichgau abzusagen. Der 27-Jährige rappelte sich auf, wurde Zweiter hinter dem überragenden Andreas Raelert. Das "Feuer war zurück", wie Kienle es nennt. Auch in Roth kam er hinter Raelert als Zweiter ins Ziel, blieb dabei zum zweiten Mal in Folge unter der 8-Stunden-Marke. Für die 70.3-EM in Wiesbaden war Kienle "topmotiviert". Dort ging aber alles schief: "Nach drei Stürzen und der Aufgabe war ich sehr deprimiert und habe total die Motivation verloren."
Sich noch einmal aufraffen wie im Sommer? Kienle mag nicht mehr: "Die beste Form bringt nichts, wenn vom Kopf nicht der Befehl zum Vollgas kommt." Las Vegas streicht er vom Kalender, ob er zum Ende der Saison noch ein Ironman-Rennen in Angriff nimmt um schon Punkte für die Hawaii-Qualifikation für 2012, sein Debüt in Kailua-Kona, zu sammeln, steht noch nicht fest.