1. Anti-Doping-Tag Konstruktiv und informativ

Szene | 4. Oktober 2011
Eine "Vorreiterrolle" attestierte der Heidelberger Professor Gerhard Treutling der Deutschen Triathlon Union (DTU) zum Auftakt des 1. Anti-Doping-Tags am vergangenen Sonntag in Frankfurt. Kein anderer Sportfachverband habe eine Veranstaltung dieser Art bisher zustande gebracht, schickte der Anti-Dopingkämpfer und Gründer des Zentrums für Dopingprävention seinem Vortrag voraus.
Vor mehr als 50 Teilnehmern - unter ihnen auch DTU-Topathletin Anja Dittmer - referierte Treutling danach zum Thema Medikamentenmissbrauch und Doping. Seine bemerkenswerteste These: "Nach dem Auslauf der Patente auf EPO-Präparate ist dieses Dopingmittel faktisch freigegeben." Man müsste nun für jedes der vielen Nachahmerprodukte ein eigenes Nachweisverfahren entwickeln - das sei nahezu ausgeschlossen, erklärte der Wissenschaftler, der in einer Evaluierungskommission an der Aufklärung des Dopingskandals an der Universität Freiburg mitarbeitet. Nach Referaten von Professor Reinhard Wodick (Dopingkontrollen) und Professor Georg Neumann (Nahrungsergänzungsmittel) lenkte DTU-Mannschaftsarzt Dr. Lothar Schwarz in seinem Vortrag "Dopingfalle Hausapotheke" die Blicke der anwesenden Trainer, Athleten und Veranstalter in Richtung des heimischen Medikamentenschranks. Die Medikamenten-Datenbank NADAmed sei die sicherste Variante, nicht in diese Falle zu tappen, so der Sportarzt des Jahres 2011. Mit der juristischen Aufarbeitung einer Dopingsperre beschäftigte sich im zweiten Teil des Tages der Northeimer Fachanwalt Frank Rybak. Dominic Müser von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) beendete den Anti-Doping-Rundumschlag mit einem Überblick zur Arbeit der Stiftung und aktuellen Entwicklungen bei der Dopingprävention. Zum Abschluss kündigte der Anti-Doping-Koordinator der DTU und Organisator der Veranstaltung,Volker Oelze, an, dass es 2012 eine Neuauflage des Anti-Doping-Tags geben werde.