Mach dein Ding, du Sportspinner!

Lange war ich von der Bloggerfläche verschwunden, in den Tiefen der Triathlon-Welt gefangen. Jetzt ist aber alles anders. Getönte Fensterscheiben runter, Arm raus. Jetzt wird gecruised. Und zwar homeless!

von | 3. Februar 2016 | Aus: Szene

René Domke

René Domke hat sich von allen Zwängen gelöst

Foto > René Domke

Nach der Saison war für mich lange Zeit auch nach der Saison und nicht vor der Nächsten. Wenn der Kopf voll ist, das Leben sich dreht wie ein Karussel, ohne, dass man nur einen Meter effektiv voran kommt, dann muss eine Inventur machen. Und zwar im „normalen“ Leben außerhalb der schönsten Nebenbeschäftigung der Welt: dem Triathlon.

Also, ran an die Inventur. Liste machen, mit all den Dingen, die man nicht mehr braucht. Was habe ich? Was brauche ich überhaupt? Aber nicht nur aufräumen und die unnötigen Dinge irgendwo verstauen, wo gerade Platz ist, damit es gut aussieht. Eine richtige Inventur machen. Das ist die Basis eines Neuanfangs. Und die brauchte ich. Denn wer Lust am Sport haben will, der braucht eine gesunde Mitte. Eine gute Grundlage, um glücklich zu sein. Hört sich tiefgründig an, ist es auch! Jahrelang war für mich Routine meine verlogene Freiheit. Hinterfragt habe ich - der ausgebildete Journalist - privat selten etwas. Warum auch? Ich war ja „glücklich“, bis ich gemerkt habe, dass ich andere in meinem Umfeld nicht glücklich machen kann. Was an mir lag. Also habe ich alles in Frage gestellt. Was will ich eigentlich? Und nicht: Wie gefalle ich anderen? Ich brauchte Freiheit. Meine Freiheit. Und dafür braucht es Entscheidungskompetenz. Wir glauben jeden Tag Entscheidungen zu treffen. In Wirklichkeit handeln wir innerhalb viele Zwänge und Routinen aus einem bunten Pottpouri an Möglichkeiten, der so groß ist, dass wir häufig den Überblick verlieren. Uns verirren. Die Inventur war hart und hat viele verletzt. Das tut mir Leid. Aber konnte wieder Entscheidungen treffen, die gut genug sind für mich, ohne Zwang.

Seit heute bin „homeless“. Die Welt ist mein Zuhause, für die nächsten mindestens 4 Monate. Wohnung gekündigt. Keine Festanstellung. Ich mach mein Ding. Und mein Ding ist das Bloggen, das Schreiben, das Produzieren, das Reisen und mein Leben als Sportreporter. Nah dran am Geschehen. Immer mit dabei: mein Radkoffer, meine Triathlon-Sachen und meine Passion. Der Wettkampfkalender ist voll. Aber es geht mir mehr denn je um das Erlebnis, nicht um mich. Ich will raus und die Welt des Sports zeigen und mit Euch teilen. Egal was.

Viele halten mich für einen Spinner, der nur Sport im Kopf hat. Stimmt. Und deswegen bin ich ab heute auch der SPORTSPINNER.

Alles Gute, wie immer auch privat.

Euer René