Wintertriathlon-WM im "Großen Paradies" Oldie Lebrun gegen die Macht aus Osteuropa

Szene | 21. Februar 2013
Am Wochenende geht es im italienischen Cogne um die ersten WM-Titel der International Triathlon Union in dieser Saison. Favoriten der Wintervariante des Ausdauer-Dreikampfs sind einmal mehr die Athleten aus Russland und Tschechien. Doch ein französischer Altmeister will Pavel Andreev und Co. im Nationalpark Gran Paradiso den Winterspaß verderben.
Fünf Jahre nach seinem letzten WM-Start im Schnee schnallt sich Nicolas Lebrun für eine Wintertriathlon-WM wieder die Langlauflatten unter. Nach Bronze 2007 hatte der Franzose damals in Freudenstadt, im Nordschwarzwald, die Silbermedaille erobert. Inzwischen ist er 39 Jahre alt, Xterra-Welt- und Europameister, kurzum, einer der erfolgreichsten Crosstriathleten überhaupt. Seinen letzten großen Coup landete er 2009, als er bei den Xterra World Championship auf Maui noch einmal Silber holte. Dass er sich im Schnee wohlfühlt, hat Lebrun schon bewiesen, doch mittlerweile haben die Russen - allen voran Pavel Andreev - die Vormacht im internationalen Wintertriathlon übernommen. 2011 und 2012 schaffte Andreev das Double aus Welt- und Europameisterschaft. Ende Januar legte der 29-Jährige mit seinem Sieg bei der EM im estnischen Tartu den Grundstein für den Hattrick. Er geht als großer Favorit in das Rennen über sechs Laufkilometer, zwölf auf dem Mountainbike und neun weitere in der Langlaufloipe. Neben Lebrun wollen ihm der Norweger Arne Post, 2011 schon einmal Vizeweltmeister, sowie seine russischen Teamkollegen den WM-Titel abjagen. Besonders motiviert dürfte Daniel Antonioli sein. Der WM-Titel vor heimischer Kulisse wäre nicht nur sein erster in der Eliteklasse - er könnte sich bei Andreev zugleich für die knappe Niederlage bei der WM im vergangenen Jahr im finnischen Jamijarvi revanchieren. Zumindest Außenseiterchancen hat René Hördemann, der einzige Deutsche im Feld der 19 gemeldeten Athleten.

Erbenova und dann lange nichts

Was die Russen um Andreev bei den Männern sind, sind bei den winterfesten Frauen die Athletinnen aus Tschechien und Norwegen. Weil Europameisterin Borghild Løvset auf einen Start in Cogne verzichtet, wäre alles andere als der Sieg der Tschechin Helena Erbenova eine große Überraschnung. Die hatte Løvset im vergangenen Jahr den WM-Titel abgejagt, musste bei der EM vor drei Wochen aber ihrerseits den Titel an die Skandinavierin abtreten. So könnte deren Landsfrau Elisabeth Sveum am Wochenende zu ihrer ersten Medaille bei Welt-Titelkämpfen kommen. Ende Januar hatte bei den Europameisterschaften bereits Bronze geholt. Deutsche Athletinnen sind in dem elfköpfigen Feld nicht am Start.