Bock bloggt So läuft das hier also

Szene | 24. Januar 2013
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Auch wenn es die Bockwurst gibt, stimmt bei mir leider nur der erste Teil des bekannten Sprichworts. Und mit diesem grandiosen Wortwitz geht in einer Woche mein Praktikum in der Redaktion der Zeitschriften "triathlon" und "triathlon training" in Hamburg zu Ende. Ach, wat war dat schön!
Es ist kurz vor acht morgens. Der Baustellenlärm donnert noch wie am Abend zuvor aus den diversen Baugruben ringsherum. Klingeln. „Hallooo, hier ist Niclas!“ Dann das Surren der Schließanlage, drei Stockwerke später stehe ich in den Redaktionsräumen von triathlon und tri-mag.de. In der Grafik-Abteilung wird bereits gearbeitet, Carola und Jan sitzen schon wieder an ihren Rechnern – oder immer noch - das weiß man hier nie so genau. Bevor ich soweit bin, ziehe ich erst mal meine Schuhe aus – das macht man hier so, die spinnen die Redakteure – und hole mir einen Kaffee. Das schwarze Gold habe ich ja schon in diversen Trainings-Hoch-Zeiten zu schätzen gewusst, mittlerweile habe ich es lieben gelernt. „Moin!“, „Guten Morgen!“, „Mooohoin!“ schallt es aus allen Winkeln und so langsam kommt Leben in die Bude.
Dann folgt in unregelmäßigen Abständen – liegt vielleicht an der Trainingsmoral? – Sinas Gejammer über das letzte Schwimmtraining. Sie habe so schwere Arme. Dabei wolle sie doch nicht schneller, sondern nur schöner schwimmen als die anderen.
Punkt 12 Uhr verständige ich mich mit Moritz via Skype, wann es in die Mittagspause geht und wo geschlemmt werden soll. Die Bandbreite ist weit gefächert. Sie reicht von Bratnudeln "süß-sauer" bis hin zu Bratnudeln "ohne süß-sauer" – der chinesische Koch um die Ecke macht gute Arbeit.
Da Jens, bis vor wenigen Wochen noch Chefredakteur des Magazins, mittlerweile am anderen Ende von Deutschlands im Einsatz ist, hat Peter nun dessen Platz eingenommen - seinen Sitzplatz, um genau zu sein. Peter ist auch Schwimmtrainer. Und so kam ich auf die Idee, ein Mal pro Woche mit seiner Gruppe zu trainieren. Nach dem ersten Versuch und meinem Gejammer über schwere Arme – liegt vielleicht an der Trainingsmoral? – ist es allerdings bei dieser einen Generalprobe geblieben. Kleine Randbemerkung in Sachen Wortwitz: Mich würde mal interessieren, was der australische Ironman-Weltmeister Peter Jacobs (Pete ist nur sein Spitzname) antwortet, wenn er demnächst mal eine Interviewanfrage des deutschen triathlon-Redakteurs Peter Jacob (er heißt tatsächlich so) im Posteingang findet hat. Zumindest ein Grinsen hätte er ganz sicher im Gesicht.
Bleibt Nis, der mir seelenruhig gegenüber sitzt und hier die Fäden in der Hand hält. Ungezählte Mittagspausen, Trainingseinheiten, unterhaltsame Gespräche und fünf Monate Praktikum später weiß ich, warum das Magazin triathlon zu den qualitativ hochwertigsten Fachblättern im Ausdauersport gehört: Nämlich, weil der Strippenzieher hier so viel Wert darauf legt. Und damit komme ich zu meinem Job als Praktikant: Ich habe viele tolle Einblicke in den Redaktions-Alltag gesammelt und gelernt, wie ein Heft vom ersten Buchstaben bis zum Druck entsteht. Spannend, unterhaltsam, freundlich, spaßig und teilweise anstrengend. So würde ich mein Praktikum zusammenfassen. Danke, liebes spomedis-Team!

Bock bloggt weiter

Ihr werdet natürlich weiterhin Geschichten rund um das Triathlongeschehen von mir lesen, denn „Bock bloggt“ auf tri-mag.de auch in Zukunft fleißig weiter. Nicht ausgeschlossen, dass sich dabei hier und da, der ein oder andere auf die Füße getreten fühlen mag. Letztendlich werde ich es nie jedem recht machen können – und mit dieser Erkenntnis bleibe ich auch in Zukunft ein Freund des ehrlichen Wortes.
Nun geht es Mitte Fuertuar nach Februaventura – äh, andersrum: Mitte Februar nach Fuerteventura. Trainingslager für die Triathlon-Saison. Mit neuem Rad unterm Hintern und einer vollkommen neuen, oder besser gesagt, anderen Motivation freue ich mich dort den einen oder anderen von Euch zu treffen! Ansonsten sehen wir uns an der Startlinie oder spätestens bei der Zielverpflegung bei einem der vielen, schönen Triathlonwettkämpfe in Deutschland.
Kurz vor fünf mache ich Feierabend. Carola und Jan hauen immer noch fröhlich in die Tasten. Sina freut sich bestimmt auf das nächste Schwimmtraining. Moritz überlegt schon, wo es am nächsten Tag zum Essen hingehen soll. Peter denkt sicher gerade über die Interviewanfrage an seinen weltmeisterlichen Namensvetter in Australien nach - während Nis weiter an den Strippen zieht. Und der Baustellenlärm donnert immer noch aus den diversen Baugruben ringsherum. Bis bald!
Euer Bocki