Wintertriathlon WM Cogne Sprintfinish um Gold: Andreev vor Antonioli

Szene | 25. Februar 2013
Daniel Antonioli hat seinen ersten WM-Titel im Wintertriathlon um wenige Zehntelsekunden verpasst. Der Italiener unterlag im Sprintfinish dem Russen Pavel Andreev, der in Cogne sein drittes Gold in Serie holte. Xterra-Ass Nicolas Lebrun landete auf Platz acht, René Hördemann wurde 14. Bei den Frauen verteidigte die Vorjahressiegerin Helena Erbenova aus Tschechien ihren Thron.
Nur wenige Zentimeter fehlten Daniel Antonioli zum ersehnten WM-Gold in der Heimat. Im offiziellen Ergebnisprotokoll wird zwar eine Sekunde Rückstand zu Sieger Pavel Andreev ausgewiesen - tatsächlich lagen aber nur fünf Zehntelsekunden zwischen den beiden dominierenden Wintertriathleten der vergangenen Jahren. Dabei hatte das Rennen für den russischen Titelverteidiger alles andere als optimal begonnen. Mehr als eine halbe Minute büßte er auf den sechs Laufkilometern auf seinen Landsmann Evgeny Kirilov und den Norweger Kristian Monsen ein. Auch das Tempo von Antonioli, dem Franzosen Nicolas Lebrun und Maxim Kuzmin (RUS) konnte Andreev nicht mitgehen. Vielleicht wollte er auch nicht, denn auf dem Mountainbike war er danach in einer eigenen Liga unterwegs. Nur knapp hinter Kirilov und bereits vor Erzrivale Antonioli beendete er die zweite Disziplin. Die Entscheidung musste also auf den neun Kilometern in der Langlaufloipe fallen. Und dort lieferten sich Andreev und der Lokalmatador einen Zweikampf auf Augenhöhe. Nebeneinander stürmte das Duo auf die Zielgerade und nur der etwas längere Ausfallschritt des Russen brachte dem das dritte Gold und den Italiener um seinen ersten Titel. Kirilov, bei großen Meisterschaften zuletzt zweimal Vierter, sicherte sich mit Bronze seine erste WM-Medaille. René Hördemann, der deutsche Starter im Elitefeld, verlor schon beim Laufen den Kontakt zur Spitze und kam am Ende etwa fünf Minuten nach den Siegern als 14. in Ziel.

Erbenova Extraklasse

Bei den Frauen nutzte Helena Erbenova die Gunst der Stunde. In Abwesenheit von Europameisterin Borghild Lovset (NOR) holte die Tschechin einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Schon nach dem Laufen zweifelte niemand mehr daran, dass sie ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen würde. Fast zwei Minuten vor Landsfrau Sarka Grabmullerova nahm Erbenova die zwölf MTB-Kilometer unter die Reifen. Dort verteidigte sie den komfortablen Vorsprung, in der Loipe legte sie dann sogar eine weitere Minute drauf. Nach 80 Minuten war die One-Woman-Show vorbei. Starke Leistungen auf dem Rad und den Langlaufbrettern brachten die Norwegerin Elisabeth Sveum noch auf den Silberrang. Bronze sicherte sich Grabmullerova (CZE).
Im Rennen der Juniorinnen schrammte die Deutsche Melanie Albrecht als Vierte nur knapp an einer Medaille vorbei. Viermal Edelmetall brachten die Agegrouper der Deutschen Triathlon Union mit nach Hause: Wolfgang Leonhard holte Gold in der Altersklasse der 55-59-Jährigen, Silber ging an Reinhold Wolter (75-79), mit Bronze wurden Petra Scholler (55-59) und Peter Grünebach (65-69) dekoriert.