Japan Triathlon-Zukunft ungewiss

Szene | 17. März 2011
Nach dem Erdbeben und Tsunami der letzten Woche und der nun drohenden Atomkatastrophe ist auch die Zukunft des Triathlonsports in Japan völlig offen. Noch steht in Yokohama für Mitte Mai das zweite Rennen der diesjährigen WM-Serie auf dem Kalender.
"Mir uns meiner Familie geht es gut", sagt Satoshi Takasaki, Chefredakteur des japanischen Verbandsmagazins "JTU Magazine", gegenüber tri-mag.de. "Wir spüren noch immer viele Nachbeben und einige Produkte werden knapp." Takasaki wohnt in Yokohama, der großen Hafenstadt im Süden Tokios - und er macht sich Sorgen um die Triathleten weiter im Norden. "Viele Menschen in der Region Tohoku sind geflüchtet, darunter zahlreiche Athleten, Funktionäre und Unterstützer des Triathlonsports. Um sie mache ich mir Sorgen."
Sorgen macht man sich auch in Vancouver, wo die International Triathlon Union (ITU) ihren Stammsitz hat. "Die ITU ist immer noch geschockt von der Katastrophe in Japan", heißt es aus Kanada. "Die Japanische Triathlon Union (JTU) hat uns informiert, dass die Zentrale und die Mitarbeiter in Tokio in Sicherheit sind. Sie versuchen, alle Mitglieder im Norden des Landes zu kontaktieren. Ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden sind derzeit unsere größte Sorge. Allen, die von der Katastrophe betroffen waren, senden wir unser tiefstes Mitgefühl und unsere besten Wünsche."
Ob die beiden nächsten wichtigen Rennen, der ITU-Weltcup am 17. April auf der fern im Süden des Landes liegenden Insel Ishigaki und das zweite Rennen der Dextro Energy Triathlon ITU World Championship Series am 14. Mai in Yokohama, stattfinden können, ist noch völlig offen. Chris McCormack, der am 9. April in Sydney sein Comeback auf der Kurzdistanz feiern wird, um sich für die Olympischen Spiele 2012 in London zu qualifizieren, ist skeptisch: "Vor einigen Jahren wurden Rennen in Japan sogar wegen der Maul- und Klauenseuche abgesagt", sagt der zweifache Hawaii-Sieger gegenüber tri-mag.de. "Ich glaube nicht, dass dort in der gegenwärtigen schrecklichen Situation überhaupt jemand an Triathlon denkt."