Ein eingespieltes Team: Jack Maitland und Malcolm Brown (v. l.) im Schweizer Bundesamt für Sport

Sina Horsthemke / spomedis

Jack Maitland, Malcom Brown
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Jack Maitland und Malcolm Brown „Wir sind stets offen für Veränderungen“

Szene | 9. Februar 2013
Jack Maitland und Malcolm Brown – das sind die beiden Trainer, die die Brownlee-Brüder auf Erfolgskurs halten. Wir haben das ungleiche Duo bei der „ITU Science and Triathlon World Conference“ im Schweizer Magglingen getroffen.
Malcolm Brown, wie viel von dem Erfolg von Alistair und Jonathan Brownlee ist der Arbeit von Wissenschaftlern zu verdanken?
Malcolm Brown: Oh, das kann Jack viel besser beantworten.
Jack Maitland: Nun, direkt eigentlich gar nichts. Indirekt aber auf jeden Fall, auch wenn ich da jetzt keine Zahl nennen kann. Wir versuchen immer, auf dem Laufenden zu bleiben, was die aktuelle Forschung angeht. Und davon profitieren natürlich auch die Athleten. Zum Beispiel wenn es um die Relevanz der Trainingsintensität geht. Aber auch um viele andere Dinge.
Glauben Sie, dass ein guter Trainer auch ein guter Wissenschaftler sein muss?
Malcolm Brown: Nein. Dann sollte er in die Wissenschaft gehen. Aber ein guter Trainer sollte in der Lage sein, wissenschaftliche Studien zu verstehen. Damit er die Ergebnisse in seinem Trainingskonzept berücksichtigen und gemeinsam mit den Athleten umsetzen kann. Genauso wichtig ist, dass er ein gutes Studiendesign von einem schlechten unterscheiden kann. Wir beschäftigen uns viel mit diesen Dingen.
Auch Sie beide haben hier auf der „ITU Science and Triathlon World Conference“ einen Vortrag gehalten. Jack Maitland, Sie sprachen darin davon, dass gute Trainer ein kleines Ego haben müssen. Können Sie das genauer erklären?
Jack Maitland: Ach, das war eigentlich eher eine Beschreibung unserer Arbeit, keine Voraussetzung für die anderen Trainer.
Malcolm Brown, haben Sie ein kleines Ego?
Malcom Brown: Nein! Doch. Jedenfalls, wenn es um Training geht. Denn in der täglichen Arbeit ist es hilfreich, wenn man sich zurücknehmen kann. Da hat Jack völlig Recht: Ein Trainer, der Erfolg haben will, muss mit den Athleten arbeiten, nicht gegen sie. Auch wir als Trainerduo können nur so funktionieren – stellen Sie sich mal vor, nur einer von uns hätte ein aufgeblasenes Ego!
Lieber nicht. Was können Wissenschaftler und Trainer noch verbessern, um Athleten erfolgreicher zu machen?
Malcolm Brown: Man müsste die Arbeit von Trainern, Wissenschaftlern und Funktionären noch enger verzahnen, kürzere Wege schaffen.
In den vergangenen drei Tagen hier in Magglingen haben Sie sich sicher mit vielen Wissenschaftlern und Trainerkollegen ausgetauscht. Werden Sie in Ihrem Trainingskonzept nun etwas verändern?
Jack Maitland: Die Dinge ändern sich ständig, gutes Training ist ein Prozess. Es entwickelt sich immer weiter und darf gar nicht stagnieren. Natürlich ist so ein Trainingskonzept für Jahre entwickelt worden, es wäre deshalb dumm, wenn wir nach diesem Kongress plötzlich wichtige Dinge daran ändern würden.
Malcolm Brown: Aber der Gedanke, dass wir flexibel bleiben müssen und offen für Veränderungen, den haben wir sowieso immer im Hinterkopf. Es war deshalb gut, zu erfahren, wie andere so arbeiten.
Wie lautet Ihr Fazit der vergangenen drei Tage?
Malcolm Brown: Fragen Sie das lieber Jack.
Jack Maitland: Unser Fazit? Vor noch mehr Hintergrundwissen können wir nun hinterfragen, warum wir etwas tun, wie wir es tun, und ob es gut ist oder besser noch mal überdacht werden sollte.