Citec Disc 8000 Ultra im Test

Diese Scheibe kommt aus Deutschland, ist beim Gewicht konkurrenzlos und mit Alufelge ausgestattet. Hält die Disc 8000 Ultra von Citec, was das Datenblatt verspricht?

Von > | 15. August 2017 | Aus: EQUIPMENT

Disc 8000 Ultra von Citec im Test.

Disc 8000 Ultra von Citec im Test.

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Als einer der ganz wenigen Laufradhersteller fertig die Firma Citec aus Brandenburg ihre Produkte in Deutschland – bei Bedarf mit europäischen Zulieferern. In Zeiten der Verlagerung kompletter Produktionsprozesse nach Fernost klingt das beinahe ein bisschen antiquiert, ist es aber im Falle des Scheibenlaufrads von Citec nicht. Anders als vieles, was in Sachen Aerolaufräder der neueste Stand der Technik sein soll, wird bei der Disc 8000 Ultra auf eine Alufelge gesetzt, die unter Vorspannung der Carbonflanke mit der Nabe verbunden ist. In der getesteten Version für Drahtreifen bringt die 8000 Ultra nur knapp über 820 Gramm auf die Waage und ist damit konkurrenzlos. Die Version für Schlauchreifen soll sogar nochmal 100 Gramm niedriger liegen.

Wer ein so leichtes Hinterrad mit mangelnder Seitensteifigkeit oder Stabilität gleichsetzt, dem kann die Angst genommen werden: Auch bei schweren Fahrern deutlich über 80 Kilogramm und auch auf schlechtem Straßenbelag hält die 8000 Ultra Stand. Wie genau Citec es schafft, diese leichte Konstruktion mit einem dauerhaft sehr guten Rundlauf zu verbinden, bleibt Betriebsgeheimnis. Soviel konnten wir aber herausfinden: das vorgespannte Carbon hat relativ viel Auflagefläche auf der darunterliegenden, tragenden Alufelge. Und die Bremsflanken werden zum Schluss noch einmal plangefräst. Weiterer Pluspunkt, den wir nicht müde werden zu betonen: Auf Alu bremst es sich einfach gut – auch bei Nässe. Und speziell bei Laufrädern für Drahtreifen besteht keine Gefahr, dass das Felgenhorn bei Druck nachgibt oder sich bei Hitze durch das Bremsen delaminiert.

Kosmetischer Haken: das blanke Alu fügt sich unter Umständen nicht so schön in das Restschwarz von Carbonrädern ein. Und man sollte die Scheibe vorsichtig verpacken und lagern. Unter der gespannten Carbonschicht ist schließlich nichts als Luft. Akustisch erinnert diese Scheibe nicht ohne Grund an das Fell einer Trommel.

Preislich liegt die Scheibe bei 2.099 Euro. Verglichen mit den Wettbewerbern ist das durchaus im Rahmen. Und wer 700 Euro sparen möchte und 170 Gramm (Herstellerangabe) Mehrgewicht verschmerzen kann, wird beim regulären 8000er Modell fündig, das komplett in Deutschland produziert wird.

Citec bietet seine Laufräder mit Rotoren für alle gängigen Schaltungen an. Ein Schnellspanner gehört nicht zum Lieferumfang. Dafür aber Felgenband, Abdecksticker für das Ventilloch sowie ein Pumpenadapter.