Der Clifton 3 im Test

Die Laufschuhe von Hoka One One fallen meist sofort durch ihre hohe und voluminöse Sohle auf. Auch der diesjährige "Kona-Count" bestätigt erneut die Beliebtheit des französischen Schuhherstellers. Wir haben den Clifton 3 von Hoka getestet.

Von > | 13. Dezember 2016 | Aus: EQUIPMENT

Typisch Hoka: Auch der Clifton 3 kommt mit einer dicken Sohle für hohe Dämpfung bei geringem Gewicht.

Typisch Hoka: Auch der Clifton 3 kommt mit einer dicken Sohle für hohe Dämpfung bei geringem Gewicht.

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Jedes Jahr werden beim Ironman Hawaii zwei neue Weltmeister gekürt. Doch das Rennen auf Big Island gibt ebenfalls Aufschluss darüber, mit welchem Material die besten Profis und Agegrouper unterwegs sind. Im "Kona-Count" wird das Equipment der über 2.000 Starter dokumentiert und im Anschluss detailliert ausgewertet. Schaut man im Nachhinein auf die Ergebnisse, wird man immer wieder überrascht. So auch 2016: 16% aller Teilnehmer trugen Schuhe der Marke Hoka One One - das reichte für Gesamtplatz zwei im Schuh-Ranking. Nur Asics lag mit 17% noch vor dem französischen Schuhhersteller. Damit verzeichnete Hoka One One im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 4,4 Prozent. 2015 lag der Anteil noch bei 11,6 Prozent. Der Trend zu den "maximalistischen" Schuhen hält an. Wir haben den Clifton 3 von Hoka getestet.

Die Eigenschaften

Entgegen des langjährigen Trends, Laufschuhe immer minimalistischer zu entwickeln, setzt Hoka bei der Produktion genau auf das Gegenteil. Die Dämpfung steht an erster Stelle. Genau das wird auch auf den ersten Blick beim Clifton 3 deutlich - die hohe Sohle sticht hervor. Gleichzeitig beträgt die Sprengung des Clifton 3 nur fünf Millimeter. Denn bei diesem Modell hat es sich der Hoka zur Aufgabe gemacht, das Gewicht trotz der hohen Dämpfung möglichst gering zu halten. Auch wenn es nicht so aussehen mag, sollte man den Clifton 3 in jedem Fall als Lightweight-Trainer bezeichnen. Die Einsparung von "überflüssigem" Gewicht ist dem Hersteller gut gelungen: 245 Gramm bringt der Schuh in Größe 42 2/3 auf die Waage. Verfügbar ist der Clifton 3 aktuell in fünf verschiedenen Farben, wobei der Kostenpunkt bei 130 Euro liegt. Alle Details gibt es unter www.hokaoneone.eu.
 

 

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Der Praxis-Test

Auch in der Praxis spürt man sofort, dass die Kombination von Dämpfung und geringem Gewicht zur Geltung kommt. Der Laufschuh gibt bei jedem Schritt angenehm nach und ist sehr weich beim Auftreten. Deshalb ist das Spektrum des Tempos, bei dem der Schuh eingesetzt werden kann, sehr breit gefächert. Sowohl bei Kilometern unter vier Minuten als auch bei ruhigen Läufen mit einem Tempo von über fünf Minuten pro Kilometer macht der Clifton 3 eine gute Figur und "rollt" hervorragend. Im Triathlon ist der Schuh besonders geeignet für die Streckenlängen ab der olympischen Distanz aufwärts. Auch an Komfort fehlt es dem Lightweight-Trainer nicht: Die angenehme Passform konnte Scheuer- und Druckstellen zu jeder Zeit vermeiden. Wer allerdings individuelle Bedürfnisse aufgrund seiner Fußform hat, sollte den Schuh in jedem Fall vor dem Kauf einmal ausprobiert haben. Auch beim Laufen auf dem Mittelfuß büßt der Clifton 3 nichts von seinen Eigenschaften ein und ist somit auch für Mittelfußläufer eine Option. Auffällig war beim Einsatz während der kalten und nassen Jahreszeit, dass der Schuh einen guten Grip beweisen konnte.

Fazit

Der Clifton 3 hält, was er verspricht. Wer eventuell auch aufgrund von Verletzungsanfälligkeit einen Schuh mit etwas mehr Dämpfung sucht, wird hier fündig. Das angenehme Tragegefühl und das geringe Gewicht bei hohem Komfort machen den Schuh zu einer guten Wahl für fast alle Distanzen. Auch wenn sich bei den "maximalen Schuhen" von Hoka manchmal die Geister scheiden, ist dieses Experiment auf jeden Fall einen Versuch wert.