Die Garmin Fenix 5S im Test

Die Multisportuhren der neuen Fenix 5-Serie präsentiert Garmin als echte Alleskönner: Smartwatch-Funktion, Unterstützung alle Ausdauersportarten und umfangreiche Navigationsfunktionen. Nebenbei soll diese Uhr auch im Alltag eine gute Figur machen.

Von > | 18. April 2017 | Aus: EQUIPMENT

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„Eine Uhr für passionierte Sportler und Abenteurer, die Wert auf Performance legen“, so beschreibt Garmin die Fenix 5S. Bei diesem Modell aus der Fenix-5-Serie wurde neben der umfangreichen Funktionalität Wert auf ein schlankes Design und eine edle Optik gelegt. Was können Triathleten von der Smartwatch erwarten?

Multisportler

Als erstes haben wir die Fenix 5S mit auf die Laufstrecke genommen. Alle von Garmin bekannten Funktionen sind dabei: Umfangreiche Trainingsprogramme, Daten zur Schrittfrequenz und -länge, Höhendaten – und selbstverständlich auch GPS- (Pace und Strecke) und Herzfrequenzdaten. Letztere können von dem Gerät entweder direkt am Handgelenk oder über einen Brustgurt gemessen werden. Die Handgelenksmessung hat uns im Test positiv überrascht, denn die Werte waren präzise und plausibel. Die GPS-Messung erwies sich auch bei einem Wettkampf-Lauf als zuverlässig, nur bei einem Tempotraining an einem bewölkten Tag hatten wir einen Ausreißer mit ungenauen Werten. Dabei war der optionale Empfang über Glonass allerdings nicht aktiviert.

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Im Wasser funktioniert die Pulsmessung am Handgelenk nicht. Dafür ist die Fenix 5S mit dem Herzfrequenzgurt HRM-Tri von Garmin kompatibel, der die Daten im Wasser erfasst und anschließend an die Uhr sendet. Das funktioniert auch soweit ganz gut, allerdings sollte der Triathlon-Brustgurt unter einem Einteiler o.Ä. getragen werden, denn sonst rutscht er bei jeder Rollwende ab. Der Bewegungssensor der Uhr erfasst bei Schwimmen die Zugzahl, erkennt die Anzahl der Bahnen, errechnet die Pace und gibt mit dem SWOLF-Wert die Schwimmeffizienz an. Dass die Uhr Bahnen nicht erfasste, kam nicht vor, selbst bei wechselnden Schwimmstilen. Logisch aber, dass Beintraining aufgrund des dabei unbewegten Handgelenks nicht gemessen werden kann.

Die Fenix 5S ist zwar von ihrer Funktionalität auf den Multisport-Einsatz ausgelegt, allerdings steht beim Design die Alltagstauglichkeit im Vordergrund. Das führt beim Radfahren dazu, dass die Smartwatch einem klassischen Radcomputer und auch den Triathlonuhren unterlegen ist. Das Display ist kleiner und das Armband der Uhr lässt sich nur mit einem Adapter etwas unschön um den Lenker wickeln; oder man behält sie einfach am Handgelenk. Was die Kompatibilität angeht, ist die Fenix 5S mit Bluetooth und ANT+ auf der Höhe der Zeit – vom Herzfrequenzsensor bis zum Leistungsmesser wird alles klaglos erkannt.

Zusammengefasst: Für die Sportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen bietet die Fenix 5S viele, viele Funktionen. Bei allem, was wir getestet haben, gab es keine Ausfälle. Das einzige Problem ist, bei all diesen Funktionen den Überblick zu behalten. Bei der Fenix 5S hört es aber nicht bei den für Triathleten interessanten Sportarten auf. Laut Hersteller eignet sich die Uhr für die klassischen Ausdauersportarten genauso wie für Bergsteigen, Stand-up-Paddling, Skifahren, Fallschirmsprünge und taktische Einsätze.

Alle Möglichkeiten: Trailrunning, Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken, Skifahren, Snowboarden, Langlauf, Stand Up Paddling, Rudern, Rudermaschine, Jumpmaster und taktische Einsätze können mit der Fenix 5S bewältigt werden.

Alle Möglichkeiten: Trailrunning, Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken, Skifahren, Snowboarden, Langlauf, Stand Up Paddling, Rudern, Rudermaschine, Jumpmaster und taktische Einsätze können mit der Fenix 5S bewältigt werden.

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Dauerbegleiter

Ob als Statussymbol oder aus Notwendigkeit: Wer mit der Garmin 5S unterwegs ist, wird sie auch viel tragen. Unbequem war die Uhr eigentlich nie, weder am Schreibtisch noch bei sportlicher Aktivität. Vom dauerhaften Tragen hat man sogar etwas, denn die Fenix 5S kann neben dem inzwischen obligatorischen Activity-Tracking (inklusive Treppenstufen) auch die Herzfrequenz über den Tag und die Nacht messen. Wer dabei keine Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes hat (denn diese Werte werden in Garmins Online-Plattform Connect hochgeladen), erhält so präzise Informationen zum Ruhepuls und der Qualität des Schlafs.

Die Armbänder der Fenix 5S sind austauschbar, dank Schnellverschluss minimaler Aufwand.

Die Armbänder der Fenix 5S sind austauschbar, dank Schnellverschluss minimaler Aufwand.

Foto >Lennart Klocke / spomedis

Wie lange hält die Batterie der Smartwatch bei dieser Fülle an Funktionen durch? Laut Garmin hält der Akku im Smart-Modus bis zu neun Tage, mit aktiviertem GPS und Herzfrequenzsensor bis zu 14 Stunden. Wir hatten die Uhr fünf Wochentage im Dauereinsatz und haben ungefähr sechs Stunden trainiert; danach musste geladen werden. Dafür liefert Garmin ein passendes Kabel mit, andere Garmin-Kabel oder Mikro-USB werden nicht unterstützt. Am PC oder MAC kann die Uhr via Garmin-Connect-Software synchronisiert werden, das geht aber auch über Bluetooth mit dem Smartphone. Gekoppelt mit iPhone oder Android-Handy, macht die Fenix 5S auch als Smartwatch eine gute Figur: Auf dem Uhr-Display können neue Nachrichten vom Handy abgelesen werden, außerdem kann die Musik beim Laufen gesteuert und Anrufe entgegen genommen werden. Im Test funktionierte das alles problemlos. Nett: Vom Smartphone empfängt die Uhr Wetterdaten, das ist vor dem Training draußen nützlich.

Neben vielen Sportmodi erfüllt die Fenix 5S auch alle Anforderungen an eine Smartwatch.

Neben vielen Sportmodi erfüllt die Fenix 5S auch alle Anforderungen an eine Smartwatch.

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Eine für alles

Garmin vereint in der Fenix 5S Style mit einer großen Funktionsvielfalt. Diese Smartwatch ist, wie die gesamte Fenix-5-Serie, aktuelle das Maß der Dinge, was Funktionsvielfalt angeht. Mit 699,99 Euro ist sie allerdings auch preislich ganz oben. Wir können der Fenix 5S keine ernsthaften Schwächen attestieren: eine moderne Multisportuhr mit Outdoor-Funktionen und Smartwatch-Eigenschaften – die Fenix 5S kann vieles richtig gut. Und wer das Design mag, bekommt eine Uhr, die er oder sie quasi immer tragen kann.

Hier kommt das Aber: Wie alle anderen Uhren mit diesem hohen Funktionsumfang sammelt auch die Fenix 5S viele Daten über die körperliche Aktivität. Und: Triathleten, die eine eher funktionsorientierte Sportuhr suchen, sollten sich als Garmin-Alternative die aktuelle Multisportuhr Forerunner 935 ebenfalls ansehen.

Training mit Lionel Sanders: Mit der App Face it kann ein individuelles Displaydesign erstellt werden.

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Foto >Lennart Klocke / spomedis