Garmin Forerunner 935 im Vorab-Test

Garmin bringt einen neuen Alleskönner für Triathleten auf den Markt: Der Forerunner 935 liefert Effizienz- und Trainingswerte, misst den Puls am Handgelenk und bietet alle Vorzüge einer Smartwatch.

Von > | 30. März 2017 | Aus: EQUIPMENT

Ein neues Modell für Triathleten: Garmin Forerunner 935.

Ein neues Modell für Triathleten: Garmin Forerunner 935.

Foto >Hersteller

Wir gehören zu den Ersten, die das neue Triathlon-Modell von Garmin unter die Lupe nehmen konnten. Der Forerunner 935 richtet sich an ambitionierte Athleten und Multisportler. Von der Funktionsvielfalt ist die Uhr auf dem Niveau des Topmodells Garmin Fenix 5 und hat uns mit einer sehr guten Akkulaufzeit und angenehmer Haptik überzeugt. Optisch erinnert die Uhr stark an den Forerunner 735XT. Käufer müssen tief in die Tasche greifen: Die Uhr gibt es ab 549,99 Euro, im Tri-Bundle mit Brustgurt für 699 Euro. Wir verraten, was Triathleten für ihr Geld bekommen.

Das kann die Garmin Forerunner 935

Wenn es so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau für Triathleten gibt, dann ist es auf dem Papier der Garmin Forerunner 935. Die Uhr bietet alle Funktionen, die Triathleten benötigen. Selbstverständlich werden Schwimm-, Rad- und Lauf-Aktivitäten aufgezeichnet. Aber auch andere Sportarten kann die Uhr erfassen. Im Freiwasser greift die Uhr auf das GPS zurück, misst aber auch die Bahnen im Pool über integrierte Beschleunigungssensoren. Im Gegensatz zum Triathlon-Modell 920XT verfügt die 935 über einen optischen Sensor zur Pulsmessung am Handgelenk. Für ambitionierte Athleten dürfte die Leistungsanalyse interessant sein: Auf einen Blick erhalten Sportler nach der Aktivität ein Feedback zur VO2max, Laktatschwelle, Trainingsbelastung und Trainingszustand.

Der Upload zu Garmin Connect erfolgt automatisch via Smartphone oder im heimischen Wifi-Netzwerk. Und auch sonst ist die Garmin 935 ziemlich smart: Notifications versorgen den Träger der Uhr mit Informationen vom Mobiltelefon – beispielsweise Push-Nachrichten aus den sozialen Netzwerken. Für Athleten, die sich gern messen, sind die Strava-Live-Segmente genau das Richtige: Via Alarm gibt die Uhr Bescheid, wenn ein Segment beginnt. Außerdem misst die Uhr über den HRM-Tri-Brustgurt die Lauf-Effizienz – von der Bodenkontaktzeit bis zur Schrittfrequenz.

Die wichtigen Features und Funktionen im Überblick

  • Pulsmessung am Handgelenk
  • WiFi
  • GPS/GLONASS
  • ANT+/Bluetooth
  • Smartphone Notifications
  • Strava-Live-Segmente
  • Barometrischer Höhenmesser
  • Navigation
  • Activity Tracker (inkl. Stockwerke)
  • Aktivitätsfunktionen (Auto-Lap, Auto-Pause, Alarm, Benutzerdefinierte Datenfelder, uvm.)
  • Trainingsanalyse (aerober/anaerober Trainingseffekt, VO2max, Erholungsratgeber, Laufzeitprognose, Laktatschwelle, FTP)
  • HRV-Stresstest (nur mit Brustgurt)
  • Lauf-Effizienz (mit HRM-Brustgurt oder Running Dynamics Pod): Bodenkontaktzeit, Schrittfrequenz, Vertikale Bewegung, Schrittlänge, Balance der Bodenkontaktzeit)

Kompatibel mit u.a. folgenden Sensoren

  • Leistungsmesser Rad
  • Shimano Di2
  • Running Dynmaics Pod
  • Varia Vision, Licht, Radar
  • Garmin-Brustgurte: HRM-Tri, HRM-Run, HRM-Swim

Der Praxis-Test

Zunächst fiel uns auf, dass die Uhr ein ziemliches Leichtgewicht ist. Ein Blick aufs Datenblatt verrät, dass der Forerunner 935 nur 49 Gramm auf die Waage bringt. Tatsächlich sind Gewicht und Tragekomfort bei dieser Uhr kein unerheblicher Faktor, weil die 935 durchaus darauf ausgelegt ist, den ganzen Tag über am Handgelenk zu bleiben. Denn neu ist zumindest gegenüber der 920XT, dass das neue Spitzenmodell im Triathlonsegment einen optischen Pulsmesser am Handgelenk spendiert bekommen hat. Dazu muss man erwähnen, dass die Uhr ziemlich eng am Handgelenk getragen werden sollte, weil sonst die optische Pulsmessung am Handgelenk nicht funktioniert. Trotzdem schmiegt sich die 935 sehr angenehm ans Handgelenk – zu keinen Zeitpunkt haben wir die Uhr – auch an dünnen Armen – als störend empfunden.

Die Menüführung ist einfach und intuitiv – auch wenn man mit Garmin-Produkten weniger vertraut ist. Insgesamt fünf Tasten führen durch die Einstellungen, das übersichtlich und aufgeräumt erscheint. Das Farbdisplay  überzeugt mit einer ausreichenden Auflösung, Zahlen und Symbole lassen sich sehr gut erkennen. Selbst die mit GPS aufgezeichnete Laufstrecke kann so auf dem kleinen Display der Uhr betrachtet werden.

Probleme im Pool

Auch in der Praxis macht die Uhr eine gute Figur: Das GPS-Signal war sehr schnell verfügbar, ähnlich schnell wie bei den Modellen 920XT und 735XT. Die Aufzeichnung funktionierte sowohl im Rad- als auch im Laufmodus stets zuverlässig und die Übertragung zu Garmin Connect verlief völlig problemlos. Beim Schwimmen im Pool verschluckte die Uhr allerdings Bahnen. Die Abweichung zur tatsächlichen Schwimmstrecke betrug teilweise bis zu zehn Prozent bei einem einheitlichen Schwimmstil. Mit entsprechenden Updates wird Garmin das Problem sicherlich beheben können.

Die Smart Notifications sind vermutlich nicht jedermanns Sache, doch manche Funktionen erwiesen sich als äußerst praktisch: Wer schnell mal das Wetter für die anstehende Einheit checken will oder die Wetterentwicklung während einer langen Radtour im Auge behalten möchte, braucht nur einen Blick auf die Uhr werfen. Und auch sonst versorgt die Smartwatch seinen Träger mit Push-Nachrichten zu E-Mails, Anrufen, SMS und Facebook-Aktivitäten. Das kann natürlich auch nerven – glücklicherweise lässt sich die Funktion auch deaktivieren. Der Akku der 935 bewältigt auch längere Distanzen wie Ultraläufe und Ironmans problemlos. Binnen des dreiwöchigen Tests haben wir die Uhr bei einer sportlichen Aktivität von acht Stunden wöchentlich nur einmal aufladen müssen. Das passt mit den Werten von Garmin zusammen: Im Smartwatch-Modus soll der Akku der Uhr 14 Tage halten, unter GPS-Auslastung bis zu 24 Stunden.

Fazit

Der Forerunner 935 ist eine Multisportuhr für Triathleten, die ihr Training zuverlässig aufzeichnen, genau analysieren und die Vorzüge einer Smartwatch genießen wollen. Abgesehen von der Pool-Problematik hat uns die Uhr komplett überzeugt. Die Optik ist ansprechend und schlicht, die Haptik und Bedienung sehr gut und der Funktionsumfang riesig. Soviel Technik hat ihren Preis: Mindestens 549,99 Euro müssen Triathleten für den Garmin Forerunner 935 bezahlen. Viel mehr kostet das Spitzenmodell Fenix 5 auch nicht – bietet aber auch nicht mehr Funktionen.

Befestigt wird der Pod zur Analyse der Lauf-Effizienz an der Laufhose.

Befestigt wird der Pod zur Analyse der Lauf-Effizienz an der Laufhose.

Foto >Garmin

Pod: Lauf-Effizienz analysieren

Neu im Garmin-Kosmos ist der sogenannte Running Dynamics Pod zur Analyse der Lauf-Effizienz. Der 12 Gramm schwere Pod, der an der Laufhose befestigt wird, berücksichtigt dabei Schrittfrequenz, die vertikale Bewegung, Bodenkontaktzeit, Balance der Bodenkontaktzeit sowie das vertikale Verhältnis. Der Pod ist für Sportler gedacht, die noch keinen HRM-Tri-Gurt besitzen, denn der Brustgurt ermittelt die identischen Werte. Die Batterielaufzeit beziffert Garmin auf ein Jahr bei einstündiger täglicher Nutzung. Kostenpunkt: 69,99 Euro.

Details

Gewicht: 49 Gramm
Abmessung: 46.7 x 53.9 x 13.9 mm
Preis: ab 549,99 Euro (im Tri-Bundle für 699 Euro)
Wasserdichtigkeit: 5 ATM (50 m)
Verfügbarkeit: ab April 2017 (im Tri-Bundle ab Mai)
Website: garmin.com