Kompressionsbekleidung von Sural im Test

Viele Triathleten setzen während des Trainings auf Kompressionsbekleidung, um ihre Muskulatur bei der Belastung zu unterstützen. Wir haben einige der Kompressionsprodukte von Sural dem Praxistest unterzogen.

Von > | 27. April 2017 | Aus: EQUIPMENT

Komodo, Snake, Diamond - der spanische Hersteller hat seinen Produkten außergewöhnliche Namen verpasst.

Komodo, Snake, Diamond - der spanische Hersteller hat seinen Produkten außergewöhnliche Namen verpasst.

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Es gibt mehrere Gründe, warum viele Athleten während ihres Trainings auf Kompressionsbekleidung während der Belastung setzen: Zum einen soll die Durchblutung gefördert werden. Zum anderen erhoffen sich viele die Reduzierung der Muskelvibration und eine stärkere Stabilisation der Muskulatur. Diese Faktoren sollen ebenfalls der Verletzungsprophylaxe dienen. Meist sind diese Produkte sehr teuer und man überlegt sich zweimal, ob sich diese Investition lohnt. Die spanische Marke Sural ist in ihrem Land seit vielen Jahren eine bekannte Größe in Sachen Kompressionsbekleidung und hat sich zur Aufgabe gemacht, verhältnismäßig günstige Produkte anzubieten, ohne dass die Qualität darunter leidet. Wir haben unter die Lupe genommen, wie dieses Vorhaben in der Praxis funktioniert. 

Komodo 

Das "Komodo" ist ein langärmliges Kompressionsshirt, welches sowohl zum Radfahren als auch zum Laufen getragen werden kann. Der Hersteller verspricht von dem Langarmshirt, dass es besonders gut in der Wärmeregulierung sei. Dem können wir nach unser Testerfahrung zustimmen. Getestet wurde das Shirt in mehreren Trainingseinheiten beider Disziplinen, die sich auch in der Dauer und Temperaturen voneinander abgrenzten. Dabei stellte sich heraus, dass das "Komodo" erfolgreich bei Kälte wärmt und bei Hitze kühlend wirkt. Besonders angenehm ist der Tragekomfort, denn der Stoff ist sehr weich und scheuert zu keinem Zeitpunkt. Die Intensität der Kompression ist richtig gewählt, deutlich spürbar, aber nicht zu fest, als das es bei der Trainingsbelastung stören würde. Auch Radausfahrten über mehrere Stunden waren kein Problem. Vermeiden sollte man das Kompressionsshirt beim Laufen nur an ganz warmen Tagen, die jenseits der 25 Grad liegen, dort wird wird es trotz der gelungenen Wärmeregulierung zu heiß. Beim Radfahren ist dies aufgrund des Fahrtwindes kein Problem. Auszusetzen gab es am "Komodo" nichts und für 54,95€ ist es eine klare Empfehlung. 

Auf der Rückseite ist der Kompressionsverlauf durch das Muster fest vorgegeben.

Auf der Rückseite ist der Kompressionsverlauf durch das Muster fest vorgegeben.

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Snake

Die lange Kompressionstight soll für eine konstante Muskeltemperatur sorgen und somit Verletzungen vorbeugen. Außerdem soll die Muskelvibration bewusst minimiert werden und es wird beim Laufen eine Reduzierung der Gelenksbelastung um 80% versprochen. Diese Angabe können wir natürlich nicht überprüfen. Allerdings zeigte sich, dass die Tight bequem anliegt und durch die Kompression eine spürbare Stabilität und festen Sitz mit sich bringt. Getestet wurde die Tight unter den gleichen Voraussetzungen wie das Komodo-Shirt. Auch hier überzeugt sofort das angenehme Tragegefühl bei hohem Komfort. Wer einen relativ harten Sattel fährt, könnte durch die geringe Polsterung bei langen Ausfahrten mit der Hose etwas Probleme kriegen, bei mittellangen Touren von etwa zwei Stunden machte sich allerdings kein zu starker Druck bemerkbar. Beim Laufen gab es nichts auszusetzen und die Flexibilität machte es möglich, auch ein zügigeres Tempo (etwa 3:45 pro Kilometer) ohne Probleme über eine längeren Zeitraum zu laufen. Auch hier ist das Preis-Leistungs-Verhältnis besonders erwähnenswert, denn der Preis der "Snake" liegt bei 57,50€.

DIe lange Kompressionstight \"Snake\" ist sehr elastisch und in mehreren Farben erhältlich.

DIe lange Kompressionstight "Snake" ist sehr elastisch und in mehreren Farben erhältlich.

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Diamond

Im Gegensatz zu den beiden ersten Produkten ist die "Diamond" nur fürs Radfahren geeignet und eine klassische kurze Radhose, allerdings auch mit Kompression. Besonders empfohlen wird sie deshalb vom Hersteller für intensive und langen Belastungen, um die Muskulatur zu unterstützen. In der Praxis überzeugt die Radhose schnell durch ihre Flexibilität. Wie so oft bei Kompressionsbekleidung wirkt es zunächst so, als hätte man eine zu kleine Größe gewählt, wird dann aber durch die Dehnbarkeit des Materials überrascht. Ein großer Pluspunkt der "Diamond" ist das Sitzpolster, welches anatomisch geformt ist und sehr bequem ist. Auch bei Fahrten über 150 Kilometer kamen keine Schmerzen beim Sitzen im Sattel auf. Wer auf Komfort aus ist, bekommt hier genau das, was er sucht. Insgesamt konnte uns die Hose in allen Bereichen überzeugen und es gab nichts auszusetzen. 99,95€ kostet die "Diamond", was in der Preisspanne mit ähnlichen Produkten auch im unteren Bereich anzusiedeln ist. Außerdem gibt es die Radhose auch als lange Variante unter dem Namen "Hurricane" und für einen Preis von 109,95€. 

Die kurze Radhose überzeugt mit Flexibilität und einem komfortablen Sitzpolster.

Die kurze Radhose überzeugt mit Flexibilität und einem komfortablen Sitzpolster.

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