Die Polar M430 im Test

Ein GPS-Trainingscomputer mit Pulsmessung am Handgelenk. Die M430 ist Polars neue Laufuhr im Mittelklasse-Segement. Wir haben das Gerät ausprobiert.

Von > | 13. Juli 2017 | Aus: EQUIPMENT

Foto >Hersteller

Die meiste Zeit des Tages sitzt das Pixel-Männchen auf dem Display der neuen M430 von Polar. Zeit, sich zu bewegen. Sobald man aufsteht oder geht, beginnt auch die kleine Figur sich zu bewegen. Activity-Tracking gehört auch bei der neusten Laufuhr von Polar zum Standard. Jeden Tag soll man sein Bewegungsziel aufs Neue erreichen, die M430 soll mit umfangreichen Fitness-Programmen und –funktionen Sportmuffel zu mehr Bewegung motivieren. Nett, doch was können Triathleten von dieser GPS-Uhr erwarten?

Die Aktivität unseres Testers während seines Arbeitstags beim Ironman Frankfurt: Weiß ist die Schlafzeit, blau sind die unterschiedlichen Aktivitätsphasen.

Die Aktivität unseres Testers während seines Arbeitstags beim Ironman Frankfurt: Weiß ist die Schlafzeit, blau sind die unterschiedlichen Aktivitätsphasen.

Foto >Lennart Klocke / spomedis

Solide Lauffunktionen

Nach wie vor muss man bei Polar relativ lange auf ein GPS-Signal warten. Insbesondere zwischen Häusern und bei großen Ortswechseln muss man mindestens eine Minute stillhalten. Im Anschluss allerdings bleibt die Verbindung stabil. Und auch die gemessenen Strecken- und Höhendaten sind sehr genau. Die Herzfrequenz erfasst die M430 am Handgelenk. Das Signal ist schnell gefunden und bleibt auch während des Laufens stabil. Der optische Sensor unter der Uhr reagiert nach wie vor etwas träger als ein Brustgurt. Wer hier maximale Präzision wünscht, kann einen Bluetooth-Brustgurt koppeln. Außerdem kann man einen Laufsensor von Polar koppeln. Eine echte Überraschung erleben wir, als der M430 plötzlich den Leistungmesser Stryd als Fußsensor erkennt (auch wenn Polar noch keine Wattzahlen erfasst). Somit kann auch die Schrittfrequenz erfasst werden.

Alle relevanten Daten nach dem Training werden in der App angezeigt.

Alle relevanten Daten nach dem Training werden in der App angezeigt.

Foto >Lennart Klocke / spomedis

Multisporttauglich?

Wer die Uhr zum Radfahren mitnehmen möchte, kann auch dabei natürlich GPS und Pulsmesser nutzen. Viel mehr geht nicht, Navigationsfunktionen oder Leistungsmesser sind nicht dabei. Wir haben die M430 auch einmal zum Freiwasserschwimmen mitgenommen, dabei wurden allerdings auf 1,5 Kilometern ein paar Hundert Meter zu viel gemessen. Die Uhr ist zum Schwimmen geeignet, kommt allerdings nicht an die Leistungsfähigkeit einer reinrassigen Triathlonuhr heran.

Dieses Gerät ist in erster Linie für den Laufsport gemacht und dort zeigt sich Polar gewohnt souverän: Während des Trainings kann man Geschwindigkeit, Strecke und Herzfrequenz anzeigen lassen. Die Bedienung mit den fünf Tasten wird jedem vertraut sein, der eins der Vorgängermodelle hat. Nur der Druckpunkt der Tasten könnte für unseren Geschmack etwas direkter sein. Auch Marken-Umsteiger sollten sich relativ schnell an die für Polar typische Bedienung gewöhnen können.

Ein optischer Sensor zur Herzfrequenzmessung am Handgelenk ist bei neuen Laufuhren inzwischen Standard.

Ein optischer Sensor zur Herzfrequenzmessung am Handgelenk ist bei neuen Laufuhren inzwischen Standard.

Foto >Hersteller

Die M430 ist in drei Farben erhältlich. Das Armband besteht aus einem angenehmen Kunststoff, der qualitativ einen guten Eindruck macht, das Schwarz-Weiß-Display kann bei Tag und Nacht gut abgelesen werden. Die Uhrzeit wird groß dargestellt, man kann zwischen fünf Display-Designs wählen. Weitere Funktionen sind ein Fitnesstest, welcher die VO2-Max berechnet, ein Timer sowie das Anzeigen der aktuellen Herzfrequenz. Und mit der Kalender-Funktion übernimmt das Gerät auch Trainingspläne, welche man sich im Web-Service von Polar erstellen kann.

Konnektivität

Gut gefallen hat uns bei der M430 die Verbindung zur App „Polar Flow“ (getestet auf einem Android-Smartphone). Die Synchronisation dauerte relativ lange, funktionierte aber sehr zuverlässig. Nervig: Wenn die App im Hintergrund aktiv ist, synchronisiert sie sich selbstständig mit der Uhr, das konnten wir nur abschalten, indem wir Bluetooth deaktivierten. Optional kann man mit der M430 Smart Notifications über eingehende Nachrichten auf dem Smartphone anzeigen lassen.

Egal ob Handy-Nachrichten, Wecker oder Trainingshinweise: Die M430 kann vibrieren, was uns viel besser gefällt als regelmäßiges Piepen. Zum Aufladen muss man die Uhr mit einem USB-Kabel am Computer oder einem (nicht mitgelieferten) Stecker verbinden. Hier gibt es von uns Kritik, denn Polar setzt nicht auf ein Mini-USB-Kabel, sondern hat einen neuen Stecker. Warum man hier nicht auf den Standard setzt, können wir nicht nachvollziehen, zumal andere Polar-Geräte über Mini-USB geladen und synchronisiert werden.

Fazit

Die M430 ist eine Laufuhr auf der Höhe der Zeit: Das GPS geht in Ordnung und die Pulsmessung dürfte für die meisten Läufer ausreichend genau sein. Den Preis von 229,95 Euro bewerten wir als fair, denn auch die Verarbeitung und das Material machen einen hochwertigen Eindruck. Der Funktionsumfang ist für Läufer genau richtig, nicht zu viel und nicht zu wenig. Triathleten können die Uhr verwenden, sofern sie auf komplexe Radfunktionen verzichten möchten. Einen Multisport-Modus besitzt die Uhr jedoch nicht.