Der "R8" von Roll Recovery im Test

Mit dem mobilen Faszienroller von Roll Recovery soll man gezielt und mit geringem Aufwand die Erholung beschleunigen können. Wir haben das Gerät der amerikanischen Firma ausgiebig getestet.

Von > | 18. Juli 2017 | Aus: EQUIPMENT

Mit dem \"R8\" lassen sich die Faszien und Muskeln vor oder nach der Belastung schnell und unkompliziert bearbeiten.

Mit dem "R8" lassen sich die Faszien und Muskeln vor oder nach der Belastung schnell und unkompliziert bearbeiten.

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Dass bei Triathleten nicht nur das Training, sondern auch die Regeneration eine wichtige Rolle spielt, ist für die meisten wahrscheinlich kein Geheimnis mehr. Speziell die Vieltrainierer unter den Athleten sind ständig auf der Suche nach neuen Methoden, um die Erholung zu beschleunigen und nach langen oder intensiven Einheiten möglichst schnell wieder ausgeruht zu sein. Ansatzpunkte dafür gibt es viele: Ernährung, Kompression und unterschiedliche Formen der Massage. Da nicht jeder Athlet in der Lage ist, sich regelmäßig vom Physiotherapeuten behandeln zu lassen, müssen Alternativen her. Für Selbstmassagen ist eine Faszienrolle aus Schaumstoff die am häufigsten verbreitete Möglichkeit. Je nach Übung wird allerdings auch eine Grundspannung im Körper gefordert, die wiederum eine kleine Zusatzbelastung darstellt. Außerdem kann die Rolle zur Mitnahme je nach Modell sehr sperrig sein. Um eine Alternative zu den klassischen Schaumstoffrollen zu schaffen, hat die amerikanische Firma Roll Recovery einen mobilen Faszienroller entwickelt. Der "R8" wird mit den Händen benutzt und vermeidet so, sich auf dem Boden hin und her rollen zu müssen. 

Der erste Eindruck

Die Anwendung des R8 ist selbsterklärend, sobald man das Gerät sieht. Die Konstruktion besitzt acht kleine Rollen, vier auf jeder Seite. Zieht man den R8 an den beiden Griffen auseinander, kann man den Körperteil dazwischen einklemmen, den man mit den Rollen bearbeiten möchte. Ein großer Vorteil: Sollte der Druck beim Rollen am Anfang zu groß sein, kann man die Intensität anpassen, indem man den R8 während der Benutzung etwas auseinander zieht. Speziell Athleten, die ihre Faszien selten ausrollen und auch kein regelmäßiges Training auf der Faszienrolle absolvieren, brauchen sicherlich etwas, um sich an die Intensität zu gewöhnen. 

Der Preis des R8 liegt bei 119 US-Dollar.

Der Preis des R8 liegt bei 119 US-Dollar.

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Praxiserfahrungen

Die Benutzung des R8 ist kinderleicht. Ein großer Vorteil gegenüber einer klassischen Faszienrolle ist, dass man den Roller auch beispielsweise im Sitzen oder Stehen punktuell verwenden kann. Man wird also nicht dazu gezwungen, sich extra auf den Boden legen zu müssen. Außerdem ist der Rest des Körpers während des Rollens komplett entspannt, während man bei einer Faszienrolle selbst noch zusätzlich aktiv sein muss, um über die gewünschten Stellen rollen zu können. Dazu kommt, dass die Feinarbeit mit dem R8 sehr gut funktioniert und man ohne großen Aufwand alle gewünschten Stellen erreicht. Bei der Benutzung selbst empfiehlt es sich, langsam über die Muskulatur zu rollen und bei hartnäckigen Stellen die Bewegungsamplitude auf die Problemzone zu verkleinern, um die Effektivität zu steigern. Dadurch, dass der Druck beim R8 von beiden Seiten kommt, ist die Leistung im Vergleich zu einer Faszienrolle noch stärker. Zur Wirksamkeit lässt sich sagen, dass man - ähnlich wie bei einer herkömmlichen Rolle - nach dem starken Druck merkt, wie sich die Muskulatur entspannt und der Blutfluss angeregt wird. Besonders schön am R8 ist, dass man ihn unmittelbar nach dem Wettkampf (oder Training) hervorholen kann und mit der Regeneration startet, ohne weiteren Aufwand zu haben oder sich eventuell bei größeren Menschenmassen auf dem Boden herumrollen muss. So kann man selbst in müdem Zustand nach einem Rennen einfach auf der Couch die Beine aufstellen und mit dem Rollen und der Regeneration beginnen, ohne sich dafür bewegen zu müssen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der R8 für mehrere Zielgruppen ein sinnvolles Gerät zur Regeneration ist. Athleten, die viel unterwegs sind, können den R8 ganz einfach in der Tasche mitnehmen und auch mal eben zwischendurch verwenden. Sportler, denen langes Rollen auf einer Faszienrolle zu aufwendig oder unangenehm ist, finden mit dem Roller ebenfalls eine gelungene Alternative. Nicht umsonst wird der R8 auch von mehreren Profisportler auf der ganzen Welt benutzt - auch uns konnte das Gerät vollends mit seiner Funktionalität überzeugen. Einziges Manko: Mit 119 US-Dollar (zuzüglich Versandkosten aus den USA) leider kein Schnäppchen, sondern eine kleine Investition. Außerdem beschränkt sich die Benutzung nur auf Bein-, Waden- und Armmuskulatur. Den Rücken, Nacken oder die Schultern erreicht man mit dem R8 nicht. 

Je nach Belastungsempfinden kann der Druck während des Rollen individuell angepasst werden.

Je nach Belastungsempfinden kann der Druck während des Rollen individuell angepasst werden.

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