Sitzpositionsanalyse der Profis

Boris Stein ist beim Ironman Hawaii den schnellsten Radsplit in 4:23:04 Stunden gefahren. Wir haben seine Sitzposition und die anderer Profis unter die Lupe genommen. Jetzt im 196 Seiten starken triathlon special 2/2016.

Von > | 21. Oktober 2016 | Aus: EQUIPMENT

Kompakt und komfortabel: Boris Stein hat sechs Wochen vor Hawaii seine Sitzposition anpassen lassen. Auf Big Island fuhr er die schnellste Radzeit. Wir sagen, warum.

Kompakt und komfortabel: Boris Stein hat sechs Wochen vor Hawaii seine Sitzposition anpassen lassen. Auf Big Island fuhr er die schnellste Radzeit. Wir sagen, warum.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

1. Guter Mittelweg: Giro ist bei seinem neuen Aero-Helm deutlich von dem klassischen langen Helm abgewichen. Aufgrund der tiefen Position könnte Boris Stein auch einen längeren, am Rücken abschließenden Helm tragen. Bei den klimatischen Bedingungen ist der Giro mit Visier aber ein guter Mittelweg aus Aerodynamik und Belüftung.

2. Optimal aggressiv: Trotz seiner Körper­größe von 1,88 Metern erzeugt Boris Stein wenig Luftwiderstand. Grund dafür sind vor allem seine tiefe Position und sein flacher Oberkörper. Anders als bei Sebastian Kienle ergibt sich die sehr gute Aero­dynamik weniger durch eine gestreckte Sitzlänge, sondern eher durch die deutliche Über­höhung zwischen Sattel und Aero-Lenker, die im Bereich von 20 Zentimetern liegt.

3. Paradebeispiel: Boris Stein ist ein Paradebeispiel für das Gleichgewicht aus Aerodynamik und Stabilität. Der schnellste Radsplit der WM resultiert aus einer höchst­möglich aggressiven Aero-Position und einer Stabilität – speziell am ­Sattel – fast ohne Bewegungen und Verwirbelungen. Das Aero-Set-up wird durch das Rad und einen passenden Helm abgerundet. Im Hinblick auf seine Radzeit gibt es für Boris Stein wenig Optimierungsbedarf. Allerdings könnte sich eine ­bessere Laufleistung wahrscheinlich auf dem Rad vorbereiten lassen. Eine Vergrößerung des Hüftwinkels könnte ein probates Hilfsmittel sein, um in den ­nächsten Jahren noch näher an die Spitze zu rücken.

4. Stabilität pur: Boris ist stabil wie ein Stein. Bewegungen auf dem Sattel kennt er vermutlich nur vom Wechsel oder beim Aufstehen am Berg. Aber auch hier gibt es Potenzial: Der Hüftwinkel ist relativ klein, die Oberschenkel sind gerade am oberen Totpunkt der Pedaldrehung eng am Oberkörper. Für das Radfahren vermutlich kein Problem, allerdings könnte das Laufen dadurch etwas beeinträchtigt werden.

Weitere Sitzpositionsanalysen der Profis und viele andere spannende Themen rund um den Ironman Hawaii finden Sie in unserem großen Hawaii-Special. Die Zeitschrift (triathlon special 2/2016) ist am Kiosk, im Web-Shop oder digital erhältlich.