Dr. Susann Kräftner "Biestmilch wirkt wie eine Impfung"

Aus der Branche | 14. September 2012
Das kleine Biest als Klebe-Tattoo ist wohl jedem Triathleten schon begegnet - auf den Armen so erfolgreicher Profis wie Chris McCormack, Sebastian Kienle, Rachel Joyce, Ronnie Schildknecht oder Andreas Böcherer. Von der Substanz, die hinter diesem Markenzeichen steckt, ist den meisten dagegen nicht mehr als der Name bekannt. Wir fragen bei der "Biestmilch"-Chefin nach.
Dr. Susann Kräftner, Sie waren lange Jahre als praktizierende Ärztin tätig. Irgendwann müssen Sie dabei auf den Stoff gestoßen sein, der heute Ihr Leben bestimmt. Wie kam es dazu?
Richtig, allerdings bin ich nicht in meiner Zeit als praktizierende Ärztin auf die Biestmilch aufmerksam geworden. Erst später während meiner kurzen Pharmaindustriekarriere bin ich in der klinischen Forschung gelandet, wo ein Produkt aus bovinem Kolostrum untersucht wurde. Schon damals war ich fasziniert, welches Potenzial in diesem Stoff zu liegen schien. Wir prüften das Produkt in Studien an Kindern mit EHEC-Infektionen und bei HIV-Patienten, die an schweren Durchfällen litten. Eine weitere Studie beschäftigte sich mit der Therapie chronischer Schmerzpatienten. Die Erfolge haben mich sehr beeindruckt, gerade, weil hier die Schulmedizin keine Alternative anbieten konnte. In der Folge habe ich mich dann eher mit Themen der Immunologie befasst. Ich denke heute, dass ich erst in dieser Zeit verstanden habe, was es heißt, mit komplexen Systemen zu arbeiten und nicht nur mit einzelnen Bestandteilen einer Substanz. Meine Karriere als Schulmedizinerin würde ich im Rückblick als ziemlich ahnungslos bezeichnen. Im Zuge dieser Selbstfindung bin ich dann auch wieder auf die Biestmilch gestoßen. Mein Bruder, mein Freund und ich haben uns dann voll auf deren Erforschung gestürzt.

Um sein ganzes Leben rund um eine solche Substanz zu organisieren, muss man sehr von ihrem Potenzial überzeugt sein. Was fasziniert Sie so an der Biestmilch?
Biestmilch vereint viele Wirkungsweisen, die die Biotechnologie bis heute nicht nachahmen kann und ist in so vielen Lebenssituationen hilfreich. Sie kann bei dem, was man heute als Zivilisationskrankheiten bezeichnet, unglaublich heilende Wirkungen entfalten. Ich habe Menschen gesehen, die jahrelang an den unterschiedlichsten chronischen Erkrankungen litten, und dann, als sie begannen regelmäßig Biestmilch zu nehmen, Veränderungen zum Positiven erlebten, die ich als Medizinerin nicht für möglich gehalten hätte. Bis heute erlebe ich immer wieder Erfolge, die mich überraschen, freuen und motivieren.
Dr. Susann Kräftner ist die Biestmilch-Chefin.
©Privat


Liegt die Faszination vielleicht genau darin, dass Sie sich die Wirkung nicht genau erklären können?
Ich würde schon sagen, dass ich einigermaßen weiß, woran es liegt, dass Biestmilch so wirkungsvoll ist. Die naturwissenschaftliche Basis für die Substanz ist ohne Zweifel gegeben.

Unabhängige Studien zur Wirkung sind allerdings rar, die Aussagen unterschiedlich. Bei über 500 verschiedenen Inhaltsstoffen scheint es schwer zu sein, eindeutige Aussagen zu treffen.
Ich finde das Wort unabhängig im Zusammenhang mit Studien eigentlich fehl am Platz. Fast alle Studien sind durch Hersteller oder Drittmittel finanziert.  Gerade bei Biestmilch gibt es kaum Industrie-gesponserte Studien, da es nur wenige Hersteller, wenige Produkte und keine etablierten Märkte gibt. Studien bei Lebensmitteln sind zudem nicht üblich und stellen uns immer vor das Problem der Komplexität.
Standard-Studiendesigns stellen in der Regel einfache Fragen, antizipieren bereits die Antworten und führen zu raschen Publikationen. Sie geben dann meist vor, einen Kausalzusammenhang belegt zu haben. Dabei handelt es sich nur um eine Assoziation. Gerade im Bereich der Nahrungsergänzungen gibt zahllose solcher Studien.
Um eine gute Studie zu machen, muss man eine gute Idee, eine Hypothese formulieren und genau definieren, was man eigentlich untersuchen will, ohne das Ergebnis bereits vorweg zu nehmen. Die Naturwissenschaften müssen deshalb komplexe Zusammenhänge vereinfachen. Wissenschaftler müssen sich damit begnügen, nur einen Ausschnitt beleuchten zu können. Kolostrum ist komplex wie jedes andere Lebensmittel auch, da sind Studienansätze nicht einfach. Was man letztlich zu Kolostrum wissen muss ist: Es stärkt das Immunsystem und wirkt wie eine orale Impfung.

Auf welchen Wegen soll es das tun?
Bei der Biestmilch nimmt man gern die Immunglobuline, als Antikörper vielleicht besser bekannt, unter die Lupe, weil sie auch in der Menge überwiegen. Sie schützen die Schleimhäute in Mund, Darm und auch in den Bronchien. Das ist sicher ein Faktor, der eine große Rolle spielt. Nicht vernachlässigen sollte man die Interleukine und Wachstumsfaktoren. Letztlich ist es aber Biestmilch als Ganzes, die die vielen verschiedenen Effekte hervorbringt. Vielleicht ist es dieses ganzheitliche Prinzip, das es uns so schwer macht, Biestmilch zu begreifen. Am Ende sind es die Erfahrungswerte aus vielen Jahren und bei Hunderten von Menschen, die mich überzeugen. Man sollte sich auch immer vor Augen halten, bei allen Schreien nach Studien, dass Biestmilch ein Lebensmittel ist. Bei Bananen sind die Stimmen, die Studien fordern, ja auch relativ leise! Für jeden Säugling ist es die erste Nahrung.

Um die Erfahrung im Alltag von Sportlern zu untersuchen, haben Sie gerade einen groß angelegten Feldversuch mit freiwilligen Testern abgeschlossen. Mit welchen Ergebnissen?
Es war wirklich ein Feldversuch, mit dem wir Biestmilch den Athleten näher bringen wollten. Ausprobieren sollten die Teilnehmer unseren "Biest Booste"r (mit Guarana angereicherte Kolostrum-Kautabletten, Anm. d. Red.) im Alltag und auch beim Sport. Wir haben 1.200 Produkte und Umfragebögen verschickt und die Ergebnisse der ersten 350 Bögen sind beeindruckend: Auf Fragen wie "Ist der Booster effektiver als Kaffee, erhöht er die Ausdauerleistungsfähigkeit" antworteten jeweils mehr als 50 Prozent mit "eindeutig ja".

Dürfte das nicht vor allem am zugesetzten Wachmacher Guarana liegen?
Nein, beide Substanzen wirken in Synergie. Biestmilch selbst wirkt stimmungsaufhellend. Deshalb wird sie auch bei Depressionen oder Burn-Out-Syndromen eingesetzt. Beide Substanzen gemeinsam mobilisieren den Stoffwechsel, machen wach, erhöhen die Aufmerksamkeit und Konzentration. Damit wird die neuromuskuläre Signalübertragung verbessert, was für jeden Athleten von außergewöhnlicher Bedeutung ist. Biestmilch stabilisiert u.a. den labilen Magen-Darm-Trakt der Ausdauer-Athleten. Der Feldversuch, der übrigens noch läuft, ist aus unserer Sicht ein großer Erfolg.