Die Leistungsdaten von Maik Twelsiek

Maik Twelsiek fuhr beim Ironman Hawaii 2015 die schnellste Radzeit. Gemeinsam mit den Experten von TrainingPeaks haben wir die Leistungsdaten seines SRM-Gerätes ausgewertet und gesehen: Twelsieks Renneinteilung, Sitzposition und Material waren vorbildlich.

Von > | 20. Oktober 2015 | Aus: EQUIPMENT

Ironman Hawaii 2015 - Radfahren - 18

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der in den USA lebende Lemgoer Maik Twelsiek hatte beim Ironman Hawaii ein klares Ziel: er wollte bei der Siegerehrung auf die Bühne. Dort werden die zehn Besten geehrt und nachdem Twelsiek diese Ehrung im Vorjahr als Elfter knapp verpasst hatte, sollte es 2015 soweit sein. Nach gutem Schwimmauftakt hatte er zwar sieben Minuten auf die Spitze gutzumachen, doch Twelsieks Radleistung war beeindruckend. Um den Rückstand aufzuholen, fuhr er vom Anfang der Radstrecke bis zum Anstieg in Richtung Hawi mit durchschnittlich 297 Watt. Dabei lag die Trittfrequenz bei 92 Umdrehungen pro Minute und die Geschwindigkeit bei 42 km/h. Erstaunlicherweise nahm Twelsiek in dem Anstieg eher ein wenig Leistung heraus. Während die meisten Profis hier etwa zehn Prozent mehr treten, reduzierte er seine Leistung auf durchschnittlich 279 Watt.

Vielleicht war das der Schlüssel zu einem starken Rückweg. Während fast alle anderen auf den letzten 60 Kilometern ihre Leistung nicht mehr halten konnten, verlor Twelsiek nur sehr wenig Power: 271 Watt konnte er von Kawaihae bis zur zweiten Wechselzone auf die Pedale bringen. Auch seine Trittfrequenz blieb mit 90 Umdrehungen pro Minute auf ähnlichem Niveau. Das lässt vermuten, dass er sich noch gut fühlte. In 4:25:10 Stunden fuhr Twelsiek die 180,2 Radkilometer und war damit einige Sekunden schneller als Sebastian Kienle. 

Ironman Hawaii 2015 - Radfahren - 24 | Dank guter Renneinteilung zur Radbestzeit: Maik Twelsiek auf Hawaii.

Dank guter Renneinteilung zur Radbestzeit: Maik Twelsiek auf Hawaii.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die Leistungsdaten sind sehr typisch für einen starken Profitriathleten. Zwei Messwerte ragen aber heraus: Der "Variability Index" und der "Intensity Factor". Der "Intensity Factor (IF)" misst die Belastung bezogen auf die indiviuelle Leistungsschwelle "Functional Threshold Power (FTP)". Ein guter Wert im Langdistanztriathlon liegt dabei zwischen .78 und .81. Twelsieks IF lag bei .80 - was bedeutet, dass er sich zwar nicht zurückgehalten hat, aber auch nicht über seine Verhältnisse gefahren ist.

Maik Twelsiek Kona | Maik Twelsieks Leistungsdaten vom Ironman Hawaii 2015.

Maik Twelsieks Leistungsdaten vom Ironman Hawaii 2015.

Foto >TrainingPeaks

Der "Variability Index (VI)" zeigt an, wie gleichmäßig die Fahrweise war. Eine gleichmäßige Belastung ohne große Ausreißer ist im Triathlon besser, als mit viel Kraft los zu fahren und später einzubrechen. Bei einem männlichen Profi steht bei guter Renneinteilung am Ende typischerweise einen VI von 1.05 oder weniger. Twelsiek lag mit einem Wert von 1.04 genau dort, wo man es perfekterweise erwarten würde.

Was die Auswertung neben der vorbildlichen Renneinteilung außerdem vermuten lässt: Twelsieks Sitzposition und sein Material sind auf bestem Niveau. Seine durchschnittlich getretenen 277 Watt sind vergleichweise gering, trotzdem fuhr niemand schneller. Schaut man sich mehrere Auswertungen an, musste Twelsiek etwa 20 Watt weniger auf seine Pedale bringen als viele andere Profis, die trotzdem einige Minuten länger unterwegs waren.

Sein Zieleiner Top-Ten-Platzierung verfehlte Twelsiek, weil er beim Marathon einbrach. Er gab uns gegenüber an, sich auf dem Rad und auch zu Beginn des Marathons sehr gut gefühlt zu haben. Er glaube nicht, dass er zu hart gefahren sei, aber "dann kam die Hitze! Es war einfach zu heiß für mich. Ab einem gewissen Punkt ist es dann auch Kopfsache."

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