Die Leistungsdaten von Nils Frommhold

Beim Ironman Melbourne ist Nils Frommhold der Konkurrenz auf dem Rad weit enteilt. Gebremst von Magenproblemen konnte er seinen Vorsprung beim Laufen nicht halten. Oder hat er auf dem Rad überzockt? Wir durften einen Blick auf Frommholds power2max-Wattmessgerät werfen.

Von > | 1. April 2015 | Aus: EQUIPMENT

Ironman Hawaii 2014 - Radfahren - 15

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Vor eineinhalb Wochen ist Nils Frommhold beim Ironman Melbourne in die 2015er-Saison gestartet. Auch wenn er mit dem fünften Platz nach langer Führung nicht komplett zufrieden war, hat er uns Einblick in seine Leistungsdaten gegeben und uns sein Rennen erklärt. "Die Radstrecke ist recht simpel: zwei Runden auf einer Autobahn ohne viele Höhenmeter als 'out and back'-Kurs. Zurück gab es dabei etwas Windunterstützung. Ich habe mich schon nach zehn Kilometern zusammen mit dem Australier Luke Bell vom restlichen Feld gelöst und bin nach vorn weg gefahren. Bis Kilometer 100 hat sich Bell noch an der Führungsarbeit beteiligt - insgesamt hat er dabei Summe vielleicht 25-30 Kilometer geführt. Danach bin ich allein an der Spitze gefahren. Nach etwa 160 Kilometern ist Luke dann abgefallen.” 

Streckenrekord auf dem Rad

In der zweiten Wechselzone kam Frommhold mit neuem Streckenrekord und etwas mehr als eine Minute vor Luke Bell an. Der Vorsprung auf Jeff Symonds, der am Schluss gewinnen sollte, betrug mehr als 14 Minuten. Bis zur Hälfte des Marathons lief für Frommhold auch alles nach Plan. Danach hatte der Hawaii-Sechste mit Magenproblemen zu kämpfen. Der Vorsprung war weg, die Beine schwer, und am Schluss stand eine Marathonzeit von 3:04 Stunden.

Sein Wattmesspartner power2max und Nils Frommhold veröffentlichen regelmäßig die Wattwerte aus Frommholds Rennen und stellen uns die Daten zur Verfügung. So haben wir zum Beispiel letztes Jahr die Radleistung in Roth genauer unter die Lupe genommen. Nils hat letzte Saison mit einem hervorragenden Hawaiidebüt abgeschlossen und war danach „mental komplett platt“, wie er uns im Interview in Bahrain berichtete.

Was war passiert? Auf dem Rad war Frommhold in Melbourne durchschnittlich mit 279 Watt Leistung und 290 Watt „normalisiert“ unterwegs. Das sind 16 Watt weniger als bei seinem Rennen in Roth 2014. Trotzdem war seine Radzeit extrem schnell: durchschnittlich 41,1 km/h bei 769 Höhenmetern und Wind zeigen, dass Frommhold extrem aerodynamisch auf einem perfekt abgestimmten Rad sitzt und somit sehr effizient ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen Profirennen wurde in Melbourne zu Beginn nicht auf Angriff gefahren. So war Frommhold in den ersten 30 Minuten mit „nur“ 268 Watt (NP) unterwegs. In der zweiten Stunde waren es dann 290 NP, der dritten Stunde 302 NP, in der vierten Stunde 291 NP. Insgesamt ist er sehr gleichmäßig gefahren, was man in der Auswertung an einem Variabilitätsindex von 1,04 sehen kann.

Ironman Melbourne Power Nils Frommhold | Frommholds Leistungsdaten von der Radstrecke des ironman Melbourne

Frommholds Leistungsdaten von der Radstrecke des ironman Melbourne

Foto >power2max

Warum ist er also eingebrochen? „Ich bin für den jetzigen Saisonzeitpunkt wohl doch ein bisschen zu schnell unterwegs gewesen. Dann hat der Magen zugemacht und nach den Dixie-Stopps kam ich nicht mehr richtig in Schwung. Zumindest weiß ich, dass die Form grundsätzlich gut ist und ich mich nicht zu verstecken brauche. Nächstes Mal dränge ich mich aber erst später in den Vordergrund und bleibe dann zur besten Zeit dort.“