Versicherungsschutz Im Falle eines Falles

Praxistipp | 21. Dezember 2010
Müssen Sie sich zusätzlich versichern, wenn Sie ins Trainingslager fahren? Unsere Experten geben Tipps.
Die DTU-Startpassinhaber haben automatisch eine Sportversicherung, die auch im Ausland gilt. Was beinhaltet diese eigentlich?
Christian Danner: Neben der Versicherung über den Verein, bei dem das vereinsinterne Training versichert ist, haben Startpassinhaber eine zusätzliche Sportversicherung, über die sie bei der privaten Ausübung des Triathlonsports abgesichert sind. Versicherungsschutz besteht für die Sportarten Schwimmen, Radfahren, Laufen, aber auch für übliche trainingsspezifische Methoden wie Nordic-Walking, Nordic-Running, Inlineskaten und Skilanglauf. Kein Versicherungsschutz besteht bei Sportarten wie Tennis oder Fußball. Die Versicherung beginnt mit dem Erhalt des Startpasses und endet mit dessen Rückgabe beziehungsweise Ablauf.
Welcher Schutz besteht konkret?
Christian Danner: Versicherungsschutz besteht grundsätzlich im Rahmen einer Unfall- und Haftpflichtversicherung im In- und Ausland. Teilweise besteht auch eine Rechtsschutz- und Krankenversicherung, wenn dies im Sportversicherungsvertrag des jeweiligen Landessportbunds oder Landessportverbands vereinbart wurde, dem der Hauptverein des Startpassinhabers angeschlossen ist.
Es gibt also regionale Unterschiede bei der DTU-Sportversicherung?
Christian Danner: Ja. Unfall- und Haftpflichtschutz sind in ganz Deutschland Versicherungsleistungen. Zusätzlich bestehen bei einigen Sportversicherungsverträgen eine Rechtsschutz- und eine Krankenversicherung. Welche Leistungen versichert sind, können Athleten am besten bei dem zuständigen Versicherungsbüro ihres Landessportbunds oder Landessportverbands erfragen. Alternativ können Sie ein entsprechendes Merkblatt auf www.arag-sport.de herunterladen. Prinzipiell kann die Versicherung über den Startpass aber keine individuelle Vorsorge wie eine Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung ersetzen, sondern nur eine wichtige Beihilfe sein.
Benötigen Athleten neben der Sportversicherung, die im Startpass enthalten ist, eine Auslandskrankenversicherung?
Christian Danner: Das ist auf jeden Fall sinnvoll, da eine Auslandskrankenversicherung eine 24-Stunden-Deckung sicherstellt - auch an Ruhetagen oder privaten Ausflügen. Denn Versicherungsschutz durch die Sportversicherung besteht ja nur bei der direkten Ausübung der Sportart Triathlon und auf dem Weg zu und von der Sportstätte.
Zahlt bei Sportlern, die weder Startpassinhaber sind noch eine Auslandskrankenversicherung haben, nicht aufgrund des Sozialversicherungsabkommens automatisch die gesetzliche Krankenkasse in Deutschland?
Steffen Lask: Für gesetzlich Krankenversicherte existieren zwar mit einigen europäischen Staaten Sozialversicherungsabkommen. Diese bieten grundsätzlich auch die Möglichkeit, im Fall einer Verletzung einen Arzt aufzusuchen. Die Rechnung würde dann von der deutschen Krankenkasse übernommen. Der Versicherungsschutz ist aber in jedem Fall nicht so umfassend wie bei einer privaten Auslandskrankenversicherung.
Worauf müssen Triathleten beim Abschluss einer Auslandskrankenversicherung achten?
Steffen Lask: Es gibt Einschränkungen für bestimmte Länder. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang sogenannte Krisengebiete. Die meisten Auslandskrankenversicherungen haben eine Klausel, aus der sich ergibt, dass der Versicherungsschutz endet, wenn das Auswärtige Amt von Reisen in ein bestimmtes Land abrät. Sportler, die sich dann zu diesem Zeitpunkt in dem Land befinden, müssen innerhalb einer Frist von sieben Tagen damit rechnen, dass der Versicherungsschutz ab dem Zeitpunkt der Warnung entfällt. Die Aufenthaltsdauer ist meist nicht beschränkt - auch für einen mehrmonatigen Trainingsaufenthalt kann eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden.
Übernimmt jede Auslandskrankenversicherung einen Rücktransport nach Deutschland?
Steffen Lask: Die Grundversicherung deckt oft lediglich die im Ausland notwendige medizinische Heilbehandlung ab. Der Rücktransport nach Deutschland ist in einem Basisvertrag häufig nicht enthalten. Das muss mit dem jeweiligen Versicherer im Einzelnen geklärt werden. Im Zweifel sollte man diesen "Leistungsbaustein" in die versicherungsvertragliche Vereinbarung mit aufnehmen. Ohne pietätlos zu sein, sollte man auch darüber nachdenken, ob im äußersten Falle die Überführungskosten durch eine solche Auslandskrankenversicherung gedeckt werden.
Zahlt die Auslandskrankenversicherung auch Reha-Maßnahmen?
Steffen Lask: Nein, da diese in der Regel erst beginnen können, wenn der Sportler transportfähig und wieder in Deutschland ist. Dann wird die Rehabilitationsmaßnahme von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung, die für das Inland gilt, gedeckt.
Wie werden Rechnungen beglichen?
Steffen Lask: Grundsätzlich muss ein Sportler, der im Ausland einen Arzt oder anderweitige medizinische Hilfe in Anspruch nimmt, diese zunächst einmal privat bezahlen. Entscheidend dafür ist das Patienten-Arzt-Verhältnis: Der Arzt erbringt seine Leistung und erwartet vom Patienten dessen Gegenleistung. Man sollte darauf achten, dass man von sämtlichen medizinischen Dokumentationen Abschriften zur Vorlage bei der Versicherung erhält, um später die Regulierung zu erreichen. Selbstverständlich ist es ratsam - wenn man dazu nach einem Unfall noch in der Lage ist - seine Auslandskrankenversicherung unverzüglich über den Unfall und die bevorstehenden Heilbehandlungskosten zu informieren. Deshalb ist es sinnvoll, die entsprechenden Kommunikationsdaten seiner Auslandskrankenversicherung im Trainingslager griffbereit zu haben.