Schön, aber speziell: Schwimmen im Freiwasser

Frank Wechsel / spomedis

Schön, aber speziell: Schwimmen im Offenwasser
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Schwimmbrillen für Triathleten So finden Sie die richtige

Praxistipp | 15. November 2012
Schnell schwimmen kann nur, wer auch sieht, wohin er schwimmt. Ob im heimischen Hallenbad, dem Badesee im Nachbarort oder im hektischen Wettkampfgetümmel - mit diesen Tipps für den Brillenkauf behalten Sie den Durchblick.
Zwei Kunststofflinsen mit ein bisschen Silikon außen herum – fertig ist die Schwimmbrille. Nicht ganz, denn ein guter Begleiter im Wasser sollte ein bisschen mehr können. Besonders, wenn Sie damit ins offene Gewässer möchten. Womit Schwimmer gut zurechtkommen, passt für Triathleten noch lange nicht. Denn im Gegensatz zu den Beckenspezialisten ziehen Dreikämpfer nicht auf einer abgetrennten Bahn durch den Pool, sondern kämpfen sich in Seen und Meeren durch Pulks wild rudernder Gliedmaßen. Kein Umfeld für eine simple Schwedenbrille, wie sie Biedermann und Co. gern tragen. Die Minimalistin lässt sich zwar an Kopf und Nase gut anpassen, bekommen Sie jedoch einen Schlag auf die ungepolsterten Gläser, die noch dazu quasi auf dem Augapfel sitzen, kann das böse Folgen haben. Zudem schränkt die Kombination aus kleinen und hoch bauenden Gläsern das Sichtfeld ein. Und eine Beschichtung gegen Beschlagen, UV-Schutz oder Verspiegelungen sucht man auch meist vergeblich. 

Schwimmen, sehen, siegen

Genau darauf kommt es bei Triathleten jedoch an.  
Dichtung: Silikonauflagen dichten ab und dämpfen versehentliche Schläge oder Tritte Ihrer Mitschwimmer.
 
Gläser: Das Glas sollte möglichst kratzfest sein. Bei grauem Himmel schärfen helle (gelbe, orangefarbene, klare) Scheiben die Sicht. Bei starker Sonne schlucken Polfilter, dunkle oder verspiegelte Gläser die Reflexionen. Kleine Gläser sind kein Problem, solange sie nicht zu hoch bauen.
 
Nasensteg: Bestenfalls ist er verstell- oder auswechselbar. Manche Hersteller bieten ein Modell in verschiedenen Größen an.
 
Verschluss: Je einfacher er zu bedienen ist, desto besser. Nervig sind enge, starre Halter, durch die sich das Band-Ende nur schwer fädeln lässt.
Sie müssen sowohl über als auch unter Wasser jederzeit in der Lage sein, sich schnell zu orientieren. Gläser, die beim ersten Kontakt mit dem kühlen Nass vernebeln oder volllaufen, sind genauso kontraproduktiv wie solche, die zu dunkel für trübes Wetter sind oder mangels Abdunkelung oder Polarisationsfilter Reflexionen und gleißendes Sonnenlicht ungefiltert ans Auge lassen. Geblendet ist es sehr mühsam, Bojen oder andere Orientierungspunkte auszumachen, ohne das Tempo drastisch zu reduzieren oder ganz anhalten zu müssen. Auch neben oder vor Ihnen schwimmende Sportler sollten Sie erkennen können, ohne den Kopf nennenswert drehen oder heben zu müssen. Solche Bewegungen verschlechtern die Wasserlage und kosten Zeit und Kra˜ft. Worauf Sie bei einer Brille für den Triathlonwettkampf und das Open-Water-Training achten sollten, lesen Sie in der rechten Spalte. Technische Ra™finessen helfen˜ aber nichts, wenn der Augenschutz nicht zu Ihrer Gesichtsform passt. Probieren Sie deshalb im Geschäft˜ verschiedene Modelle an. Auch wenn Sie die Brille natürlich im Wasser tragen wollen – grob können Sie schon auf dem Trockenen abschätzen, ob Sie zusammenpassen.
So geht der Brillen-Check
Passform: Setzen Sie die Schwimmbrille auf die Augen, ohne das Kopf› and anzulegen, und drücken Sie sie leicht an. Hält sie ungefähr eine bis zwei Sekunden, dürfte sie gut sitzen und dicht abschließen.
Sichtfeld: Neigen Sie den Kopf mit angelegter Brille so nach unten, wie Sie es auch in Kraulhaltung täten. Schauen Sie – ohne dabei den Kopf zu bewegen – nach vorn und zur Seite. Sehen Sie hauptsächlich Brillenrand? Dann werden Sie im Wettkampf nur eingeschränkt erkennen können, was um Sie herum geschieht. Übrigens: Kleine Gläser haben nicht zwangsläufig ein eingeschränkteres Sichtfeld als flächige. Bauen sie zusätzlich aber hoch, kommt es zu einem Tunneleffekt.
Verzerrung: Zeichnen Sie einige kleine dunkle Punkte auf ein weißes Blatt Papier, setzen Sie die Brille auf und fixieren Sie die Punkte. Dann drehen Sie das Blatt leicht. Die Punkte sollten sich dabei nicht zu Strichen verzerren.
In triathlon training Nr. 27 haben wir 13 Schwimmbrillen getestet. Hier gibts das Heft zum Nachbestellen und den Test zum Nachlesen.

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