Die Abschlussdisziplin triathlon knowhow Nr. 4: Laufen
Die Bedeutung des Laufens hat im Lauf der Triathlongeschichte immer weiter zugenommen. Der Unterschied zwischen umjubeltem Erfolg und bitterer Niederlage beträgt oftmals nur wenige Sekunden – auf der Kurzstrecke sowieso, aber immer öfter auch auf der Langdistanz.
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Eine neue Sportart?
Die Aufhebung des Windschattenverbots auf der Kurzstrecke hat sich seit fünfzehn Jahren immer weiter durchgesetzt. Waren zu Beginn nur wenige Weltcuprennen davon betroffen, hat sich dieser Trend auf immer tieferen Ebenen etabliert – die zunehmende Leistungsdichte in unserer Sportart lässt die Beibehaltung des historischen Regelwerks ohnehin oft nicht zu. Dauerhafte Diskussionen um Disqualifikationen und faire Wettkämpfe wie beim Gehen hätten dem Triathlonsport weit mehr geschadet.
Anfangs lehnten viele Triathleten diese Entwicklung strikt ab – Triathlon sei eine neue Sportart geworden, mit der sie nichts mehr anzufangen wüssten. Schnell zeigte sich jedoch, dass sich die Siegerlisten nicht wesentlich von denen zuvor unterschieden – und dass der Sport zwar anders, aber nicht weniger anspruchsvoll geworden war.
Nach dem harten Schwimmen kommen die Athleten nicht einzeln, sondern in großen Pulks aus dem Wasser. Bei internationalen Wettkämpfen sogar in einer großen Gruppe, der nur wenige – und für den weiteren Rennverlauf meistens chancenlose – Nachzügler folgen. Die Wechselzeiten werden in Zehntelsekunden gemessen, beim Radfahren gilt es, den bestmöglichen Kompromiss zu finden zwischen dem Erreichen einer guten Ausgangsposition für den zweiten Wechsel, dem Zermürben der Konkurrenz und dem Schonen der Energiereserven für die Laufstrecke.
Favoriten in Gruppen
Doch auch auf der Langdistanz hat das Laufen in seiner rennentscheidenden Bedeutung zugelegt. Bei vielen Langstreckenrennen, vor allem den international stark besetzten wie dem Ironman auf Hawaii, der Weltmeisterschaft über die halb so lange 70.3-Distanz oder dem Abu Dhabi International Triathlon, kommen die Favoriten innerhalb weniger Sekunden aus dem Wasser. Auf dem Rad bildet sich oft eine Kette von einem Dutzend oder mehr laufstarken Athleten, die sich gegenseitig kontrollieren. Auch bei Einhaltung des durch das Regelwerk vorgegebenen Abstands liegen die psychologischen und physikalischen Vorteile auf der Hand. Entschieden wird das Rennen auch hier in der Abschlussdisziplin – mit Kopf und Beinen.
Laufen für Jedermänner
Doch auch Triathloneinsteiger sollten der Abschlussdisziplin eine besondere Aufmerksamkeit widmen – auch aus unerfreulichen Gründen: Laufen ist die deutlich verletzungsanfälligste der drei Triathlondisziplinen. Nach verschiedenen Studien klagt ungefähr die Hälfte aller Läuferinnen und Läufer regelmäßig über Zipperlein und Verletzungen, die mit dem Sport in Verbindung stehen. Und wie man heute weiß, ist dafür oftmals ein falsch gewählter Laufschuh verantwortlich.
Das Laufen im Triathlon ist ein besonderes Laufen: Es kann sehr viel Spaß machen, aber es kann auch vom ersten Schritt an eine der zermürbendsten Erfahrungen sein, die ein Sportler in seiner Karriere durchmacht – ganz unabhängig davon, ob er in der Weltelite um den Ironman-Sieg kämpft oder bei einem Jedermanntriathlon finishen möchte. Alles, was Sie für den Erfolg in der Abschlussdisziplin des Triathlons brauchen, wollen wir Ihnen in der vierten Ausgabe der triathlon knowhow liefern. Auf 144 Seiten haben wir das Wissen und die Erfahrungen vieler Experten auf dem Gebiet des Triathlons und des Laufsports zusammengetragen.
Die Kapitel dieser Ausgabe
- Grundlagen des Lauftrainings
- Lauftechnik
- Lauftraining für Triathleten
- Equipment
- Verletzungen








