Enzymtherapie Kombi-Präparate helfen - Obst und Gemüse nicht

triathlon training | 15. November 2012
Das Thema „Enzyme im Sport“ ist in den letzten Monaten zunehmend in das Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Dass Enzyme den menschlichen Körper bei der Behandlung von Entzündungen und der Reparatur von verletzten Strukturen unterstützen können, ist wissenschaftlich vielfach belegt. Die Frage ist nur: Wie kommen die Enzyme dorthin, wo sie im Verletzungsfall wirken sollen?
In unserer aktuellen Ausgabe triathlon training Nr. 36 haben wir uns dieses Themas mit dem Artikel „Erfolgreicher Zusammenschluss“ (S. 46/47) angenommen. Der Artikel erweckt jedoch fälschlicherweise den Eindruck, man könne die Heilung von Verletzungen durch den Verzehr von enzymhaltigen Obst und Gemüse beschleunigen. Dies ist, wie wir inzwischen recherchiert haben, so nicht richtig. Enzyme sind Eiweiße, die bei Aufnahme mit der normalen Nahrung dem natürlichen Verdauungsprozess unterliegen. Das heißt, sie werden durch die Magensäure denaturiert (Zerstörung der Struktur), durch das körpereigene Enzym Pepsin aufgespalten und damit funktionslos. Somit können in Lebensmitteln enthaltene Enzyme keine arzneiliche Wirkung entfalten. Der menschliche Körper kann zwar die Enzyme herstellen, die er für verschiedenste Stoffwechselvorgänge benötigt, die abschwellend und entzündungshemmend wirkenden Enzyme Bromelain, Trypsin und Papain kann er jedoch nicht selbst produzieren.
Deshalb empfehlen Ärzte und Apotheker nach Zerrungen, Prellungen oder Verstauchungen die Einnahme eines Enzymkombinationspräparates. Diese Fertigarzneimittel sorgen mit einem magensaftresistenten Überzug dafür, dass die Enzyme vor der Magensäure geschützt sind und damit über den Darm überhaupt erst ins Blut und damit an den Wirkort gelangen können. Die Tabletten enthalten die Enzyme in sehr hohen Konzentrationen. So entspricht zum Beispiel die üblicherweise empfohlene Tagesdosierung dem Bromelaingehalt von zirka 32 Kilogramm Ananas.
Andere Darreichungsformen an Enzympräparaten, wie die im Text genannte Injektion, sind weder übliche noch zugelassene und verfügbare Behandlungsmethoden. Hier ist große Vorsicht geboten. Nur mit der Einnahme eines Kombinationspräparates in Form von magensaft-resistenten Tabletten ist gewährleistet, dass die heilungsbeschleunigenden Enzyme dem Körper zugeführt werden und so eine Unterstützung des Sportlers bei der Regeneration nach  Verletzung oder starker Beanspruchung erfolgt.